Tokyo IV: Nikko is Nippon

Lang wurde es im “Little Soul Café”. Es war aber auch zu nett dort. Der japanische neue Freund an der Theke war auch ein absoluter Disko-Musik Fan und so gab es Gesprächsstoff ohne Ende. Und für mich noch mehr Popcorn und Gin Tonic.

Naja, und dementsprechend ging der Tag dann spät los. Wir wollten einen Ausflug nach Nikko machen. “Nikko is Nippon” sagen die Plakate. Hier stehen die ältesten Schreine und es gibt es Mausoleum des Shogun schlag-mich-tot zu bestaunen. Alles Unesco Kulturerbe!

Um 14 Uhr saßen wir immer noch in der Stadtbahn, irgendwie hatten wir uns wieder verfahren. Aber dann: Shinkansen! Der Schnellzug wird in den Werbefilmen gefeiert wie der erste Mensch auf dem Mond, mit Pauken und Trompeten. Die Ausstattung der Waggons ist 1a. Wie Business Class im Flieger (wofür ich gerne ein Upgrade, ihr wisst schon…). Und die Toiletten sind der Hit: Total sauber, das typische Verwöhnklo mit Bidetstrahl (vorne), Popostrahl (bekanntlich hinten), beheizter Klobrille sowie Musik zum Übertönen von Tönchen.

 

Toilette bei MC Donald's. Mit Kindersitz!
Toilette bei MC Donald’s. Mit Kindersitz!
Komfortzone
Komfortzone

Als wir um 16:30 Uhr dann endlich mit dem dritten Zug – man muss nämlich dauernd umsteigen – ankamen, war das Gelände leider schon geschloooossen! So ein Mist! Der ganze weite Weg umsonst. Von Außen konnten wir ein bisschen was sehen, was soll’s, Geld gespart für Ramen und Sonstiges. Die Stadt Nikko schien wie ausgestorben, viele Häuser und Shops sahen verlassen und heruntergekommen aus. Ob es hier schon strahlte? Fukushima war ja nicht ganz so weit weg und mir wurde schon ganz Grün. Vielleicht auch deshalb, weil mir der Magen in den Kniekehlen hing. Im Imbiss gab es Misosuppe, Reis, roten Rettich und – Pommes Rot/Weiss, höhö!
Fast hätten wir auch noch den Zug zurück verpasst. Also irgendwie ….

Das Manga- und Eletronikviertel Akihabara mussten wir dann leider auslassen, auch weil die Bahn – ACHTUNG – Verspätung hatte bzw immer stehenblieb aufgrund eines Unfalls. Die Japaner ertragen sowas mit stoischer Gelassenheit und pennen oder glotzen auf ihr Mobile. Aber das tun sie eigentlich immer. Männer, die Porno-Mangas lesen, konnte ich noch nicht entdecken und Typen, die Spiegel unter die Röcke der Schulmädchen halten, auch nicht.

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