Osaka intensiv

Ich muss jetzt mal Klartext reden: Japan’s Städte sind hässlich. Jawohl! Und das beste am Cherry Blossom ist, dass die Bäume die Sicht nach oben verdecken und ein bisschen Romantik zaubern, sonst wäre alles noch viel hässlicher. Und sollte man dafür das dreifache der sonstigen Preise zahlen, nur um ein paar tuffige Blüten zu sehen? Ich sage Nein! Der Kult um die Bäumchen ist echt der Hit. Alle rasten raus! Blüte total!
Na gut, irgendwie ist es auch schön zu sehen, wie sich ein Volk ganz einer Knospe hingibt und das Merchandising auf Hochtouren läuft.

Mit Kirschbäumen.
Mit Kirschbäumen.
Ohne.
Ohne.
Baum zu klein.
Baum zu klein.

So gaben wir uns auch dem rosa-weissen Wahnsinn hin und folgten der Einladung unseres Hosts, an einem Hanami-Picknick teilzunehmen. Hanami bedeutet “Blüten schauen” und Picknick bedeutet, ganz genau, viel Essen und noch mehr Sake trinken. Mit einer Gruppe von insgesamt acht Leuten trafen wir uns im Schloßpark, mit dabei waren: ein Shinto-Priester, eine Restaurantbetreiberin (italienische Küche), ein Projektmanager für Dachabdichtungen, die Zwillinge, unser Host und wir zwei Kartoffelnasen. Das mitgebrachte Essen war sehr lecker, nach dem dritten Sake-Becher waren auch die Kommunikationshürden fast aufgehoben und als wir dann noch “unn wenn et Trömmelsche jeht” anstimmten, war die Stimmung perfekt. Der Kater am nächsten Morgen war auch sehr schön. Trotzdem unternahmen wir einen Ausflug nach “Yoshino”, wo es eine pittoresque Landschaft mit , NA?, Kirschblüten zu bestaunen gab (Unseco Kulturerbe). Die Anreise war mehr als nervig, zig Stunden mit vier Mal umsteigen. Heiter!

Cheers Cherry Tree!
Cheers Cherry Tree!

Übrigens hatten wir Besuch von der Polizei in unserem Apartment: Beschwerde vom Nachbarn, wir seien zu laut! Dabei bewegten wir uns nur auf Socken zwischen Futon, Sofa und Bad. Keine Ahnung, welchen Film der Typ fuhr, dass er, nachdem er am ersten Abend persönlich vor der Türe stand, nun auch noch die Polizei rief….

Der Beton-Futon bereitete mir zunehmend Probleme. Mein ganzer Rücken tat weh, so buchte ich spontan im Shoppingcenter eine Massage für 12 €. Und ich heulte fast, denn entlang meiner Wirbelsäule tat jeder Muskelstrang weh. Irgendwie bin ich urlaubsreif!

Ausflug nach Yoshino.
Ausflug nach Yoshino.

One thought on “Osaka intensiv”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.