Nora im Ashram: Shake it with Ratu

Zu den “do more things for the first time” gehörte für mich auf jeden Fall noch der Besuch eines Ashrams. Die missratende Yoga Woche auf Ko Samui konnte ich ja nicht wirklich dazu zählen.

Über eine Empfehlung kam ich also zu Ratu Bagus im Dorf Selat und buchte für den Preis eines Luxushotels fünf Tage Ashram (Mindestaufenthalt für Anfänger). Im Ashram wird das “Shaken” praktiziert, das schon alte Kulturen anwendeten. Auch Osho/Baghwan hat seine Follower rütteln lassen.

Durch das stetige Shaken des Körpers sollen Blockaden gelöst und Energy freigelassen werden. Ziel ist es, Connection mit dem Universum über/und Ratus herzustellen und so happy zu werden. Dazu wird das Gayatri Mantra, das Muttermantra, gesungen. Ich war enttäuscht, denn ich dachte, es wird zu Musik geshaked. Hatten sie aber abgeschafft, weil es dauernd Streit um die Playlist gab.

Tag 1: Ich erreiche den Ashram. Ratus sitzt vor seinem Haus, Guru mässig in Weiss gekleidet mit lustiger Dutt Frisur. Er begrüsst mich mit einem Lächeln und drückt mich. Ich bin verlegen. Kann er meine Gedanken lesen? Warum drückt er mich?
Zum Glück gibt es direkt Mittach und ich lerne alle Leute kennen, kann mir die Namen nicht merken. Wir sind ca. 35 Teilnehmer. Mit Marianne, seiner Assistentin, unterhalte ich mich beim Lunch und erhalte eine kurze Einführung. Danach Rundgang. Ich werde zum Küchendienst nach dem Mittagessen eingeteilt, Spülen und Abtrocknen. What???? Ach ja, Karma auftanken …

Ich steige ein mit der Meditation am Abend. Ratus sitzt am Springbrunnen. Wie meditiert man denn so genau? Ich schliesse die Augen und versuche an nichts zu denken, was natürlich nicht klappt. Dazu passiert viel zu viel um mich herum. Die Menschen, sie rülpsen immerzu. Eine fängt irgendwie seltsam an zu glucksen. Nach einer halben Stunde stehen sie auf, singen das Mantra und shaken. Ich kann noch nicht mitsingen aber shake mal los. Gut, dass ich den Sport BH habe, aber angenehm ist es nicht.

Shiva Brunnen. Innen ruht ein Stein, der aus dem Vulkan Agung herausgeschleudert wurde.
Shiva Brunnen. Innen ruht ein Stein, der aus dem Vulkan Agung herausgeschleudert wurde.

Einige Menschen fangen plötzlich an zu lachen. Nachdem sie vom heiligen Wasser getrunken haben, rasten sie völlig aus und schleudern umher, lachen sich kaputt, tänzeln, fallen zu Boden. Das ist, habe ich nachgelesen, die Energy, die sich entfaltet.

Ratus steht vor dem Springbrunnen und sagt immerzu “I love you”. Wenn er die Menschen anschaut verhalten sie sich wie bei einem elektrischen Schlag und stossen nach hinten oder vorne, lachen. Ich bin leicht verstört und kann mich nicht mehr auf das Mantra konzentrieren, weil ich die ganze Zeit blinzle, was denn nun schon wieder passiert.

Ich nehme drei Schlucke vom heiligen Wasser. Marianne fragt mich hinterher, ob ich die Energy gespürt habe. Nö. Aber erfrischend war das Wasser. Im Taman geht es mit dem Shaken weiter, jetzt wird auch noch gekreischt, geschrien. Mann o Meter! Nach dem Abendessen bin ich reif für das Bett und schlafe tief und fest.

Der Tagesablauf:
6:30 Meditation am Springbrunnen mit hl. Wasserquelle
7:00 – 9:00 Shaken im Taman
9:00 Frühstück

13:00 Shaken
15:00 Mittagessen
16:00 Küchendienst

18:30 Meditation
19:00 – 21:00 Shaken
21:00 Abendessen

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