Kanazawa: closed till open

Abreise Richtung Kanazawa. Leider mussten wir in der Rush-hour los (8:30 Uhr) und den lokalen Zug nehmen. Das ist eine Art S-Bahn, die überall hält. So waren es also acht statt drei Stationen bis zum Transitbahnhof. Und da war schon wieder dieses Gefühl von “ich falle gleich in Ohnmacht”. Platzangst! Die Typen mit den weißen Handschuhen, die die Menschen in die Züge drücken, standen auch schon parat. Zum Glück erhielt ich durch den Koffer ein wenig Abstand zu den anderen Menschen, was aber auch nichts nützte, als der Zug im Tunnel stehenblieb. Umfallen konnte ich ja wenigstens nicht. Also ehrlich, erstmal nicht wieder! Tokyo ist anstrengend. Überall unbekannte Zeichen, so viele Menschen, so viel zu sehen, zuviel für vier Tage. Und das alles nach der langen Anreise. Man muss hier lernen, das große Ganze zu sehen und nicht die Details, für die ich mich aber interessierte. Da drehen die Augen schon mal Karussel. Ich überlebte, aber wir verpassten den Zug.

Kanazawa liegt nördlich von Tokyo und 2,5 Stunden mit dem Superzug entfernt. Hauptattraktion ist der Kenrokuen Garten, einer der drei perfekten Gärten in Japan sowie die Burg, die aufwändig restauriert wurde. Wir hatten außerdem das Museum für Moderne Kunst eingeplant.

Durch die stressige Anreise war die mittlerweile zart besaitete Frau Niemeier mal wieder total fertig und konnte sich schwer zum Spaziergang durch den Garten aufraffen. Aber zum pennen bin ich ja nicht hergekommen! Also los, ohne Mittagessen durch die Burg, den Garten und das Geisha Viertel. Der Magen knurrte, die Zunge klebte am Gaumen und der Himmel zog sich zu, kalter Wind blies. Langsam aber sicher wurde ich motzig, zumal alles zu hatte. Auch das Museum!!!!

Auch in Japan haben diese Montags geschlossen. Kann jawohl nicht wahr sein! Also Planänderung, die Reservierung für den Zug ändern und am Bahnhof eine Reisschüssel mit Schweinefleisch und Zwiebeln spachteln. Gehen wir halt morgen früh ins Museum.

Mpf!
Mpf!

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