Ich glaub’ ich hör’ ein OMM

Auf meiner Weltreise-Aktivitäten-Wishlist stand noch der Besuch eines “Yoga Camp”.

Praktischerweise fanden wir ein schönes Retreat auf Koh Samui im Nachbarort Lamai, sodass wir nur 15 Minuten vom Sven zum Guru fahren mussten.

Die Website versprach einiges, zudem eine wunderschöne Lage direkt am Cliff mit Blick auf das Meer. Ich freute mich auf’s Atmen, Dehnen, Meditation, gesundes Essen und eine entspannte, spirituell angehauchte Atmosphäre. Auf dem Programm stand: 8 Uhr Meditation, 9 Uhr Yoga, danach Frühstück. 16 Uhr Yoga/Meditation, 18 Uhr Yoga, danach Dinner. Allein vom Durchlesen fühlte ich the “positive energy” und war hoch motiviert.

Meine Vorstellungen wurden sofort enttäuscht, als ich eine Gruppe aufgestylter Yoga Miezen aus den USA in hypersexy Stretchoutfits im Hotel eigenen Café erblickte.

Egal, durchatmen und erstmal einfinden und um 18 Uhr ab zum Yoga. Als Anfängerin dachte ich, dass man dort auch ein bisschen was lernt. Warum muss ich mich so bewegen, was hat das für einen Sinn, mache ich etwas falsch und korrigiert mich jemand?

Nix. Das Programm wurde durchgezogen, die USA Schnecken streckten ihren booty gen Himmel und ich war frustriert. Irgendwie hatte ich mir mehr Community vorgestellt, hier ging jeder seinen Weg.

Egal, erstmal Dinner. Welches ganz und gar fantastisch war. Gesund, abwechslungsreich und sehr lecker. Wir haben auch direkt aufgehört Alkohol und Zigaretten zu konsumieren. Dies machte sich auch sofort in der Fitnesskurve bemerkbar, da man vom Bungalow zu den Yoga Salas ca. 400 Treppenstufen zu bewältigen hatte. Das lief dann am zweiten Tag mit links. Meine Motivation stieg ins unermessliche.

Doch schon bald sank die Fitnesskurve. Mein Freund war leider derart erkältet, sodass für ihn kein Yoga mehr möglich war und er sich im Bett ausruhen musste. Meinereiner nahm am dritten Tag noch das komplette Programm mit, bis dass ich in der Nacht vor Schmerzen aufwachte und meine linke Schulter nicht mehr bewegen konnte. Und das war kein Muskelkater. Mir wurde schwarz vor Augen und ich heulte. Was war das nur?

Okay, durchatmen und den Yoga Lehrer fragen. Der riet mir zu “move slowly and breaaaathe”. Leider, ach was, wurde es nicht besser, ich besorgte mir Salbe in der Apotheke und nahm noch einmal an einer Gong Meditation teil, bevor ich mich vom Programm verabschiedete. Die nächsten Tage verbrachten wir also ohne Yoga, dafür aber mit etwas Strand und gesundem Essen und weiterhin ohne Giftstoffe. Richtig geärgert habe ich mich wegen des Geldes, aber man steckt halt nicht drin und es kann immer etwas passieren. Alles besser als Malaria….

Die Aussicht vom Café. Genug Zeit war ja vorhanden, während die anderen dehnen.
Die Aussicht vom Café. Genug Zeit zum Schauen war ja vorhanden, während die anderen dehnen.
Wo geht' s zum Krankensala?
Wo geht’ s zum Krankensala?
Am Pool kann man wenigstens auch leiden.
Am Pool kann man wenigstens auch leiden.

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