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Bangkok: Abschied von Asien

Zu Bangkok muss ich wohl nicht mehr viel sagen. Die riesige Stadt ist, neben Singapur, das Drehkreuz Asiens, das Gate zu Thailand, eine Stadt voller Gegensätze.

Wir haben in den letzten Tagen viel gesehen, unterschiedliche Stadtteile besucht, gut und schlecht gegessen, die Khao San Road gemieden, “The Beach” auf dem Laptop angeschaut und im T-Shirt Paradies schwer Beute gemacht.

Heute verlasse in Asien. Um 18 Uhr geht der Flieger nach Australien, auf meinen dritten Kontinent. Ein bisschen wehmütig bin ich, war ich doch ganze 5 Monate im Land des Lächelns unterwegs.

Australien und Ozeanien wird wieder ganz anders sein und auf die neue Erfahrung freue ich mich. Auf meine liebe Freundin und ihre kleine Familie und darauf, dass mein Freund noch einen ganzen Monat mit mir reisen wird.

Ob ich den Reis vermissen werde? Ohne Scheiss, ich denke schon!

Dr. Krabi, bitte in den Emergency Room!

Die Karstfelsen von Krabi sind ein ganz besonderes Naturschauspiel, das wir uns anschauen wollten. Außerdem gibt es einen Flughafen, von wo aus es nach sechs Tagen Aufenthalt zurück nach Bangkok gehen sollte. Wie praktisch!

Meiner Schulter ging es immer noch nicht besser und ich beschloss, einen Arzt aufzusuchen. Am Strand war ich bereits bei einem Masseur, der mir nach Drehen und Biegen des Arms (das ich mit kräftigem Schreien und Tränen begleitete) diagnostizierte, dass mein Schulterknochen ausgekugelt sei, was aber nicht sein konnte, sonst hätte ich mich ja garnicht mehr bewegen können.

Beim tuntigen Doc und seinen Ladyboy-Nurses (ungelogen!) gab es Blutdruckmessung, Gewichtskontrolle (hab garnicht zugenommen!) und erneutes Drehen und Biegen des Arms (diesmal ohne Memmengezeter, bekomme ich jetzt ein Eis?).

Ich bekam Schmerzmittel und ein Muskelentspannungspräparat gespritzt, Tabletten verschrieben und eine dramatische Armschlinge, mit der ich auf der Straße viele mitleidige Blicke erntete.

Heul doch!
Heul doch!

Ich liebe Painkiller. Ab da konnte ich wieder gut schlafen, zwar nicht schwimmen oder YOGA machen (…), aber Sport stand erstmal nicht mehr auf dem Programm. Damit sei die Krankenakte vorerst geschlossen.

Der rechte Arm geht noch!
Der rechte Arm geht noch!

Mit dem lieb gewonnenen Motorbike cruisten wir durch die Gegend, unternahmen einen Dschungel-Trek und besuchten den Tiger-Cave/Wat Tham Sua mit View über die ganze Ebene. Mit einem kleinen Tränchen im Auge ging es dann zurück nach Bangkok, was so langsam den Abschied von Thailand und Asien einläutete.

Tiger-Cave und Wat Tham Sua:

Dschungel Trek:

Cat & Woman:

Ich glaub’ ich hör’ ein OMM

Auf meiner Weltreise-Aktivitäten-Wishlist stand noch der Besuch eines “Yoga Camp”.

Praktischerweise fanden wir ein schönes Retreat auf Koh Samui im Nachbarort Lamai, sodass wir nur 15 Minuten vom Sven zum Guru fahren mussten.

Die Website versprach einiges, zudem eine wunderschöne Lage direkt am Cliff mit Blick auf das Meer. Ich freute mich auf’s Atmen, Dehnen, Meditation, gesundes Essen und eine entspannte, spirituell angehauchte Atmosphäre. Auf dem Programm stand: 8 Uhr Meditation, 9 Uhr Yoga, danach Frühstück. 16 Uhr Yoga/Meditation, 18 Uhr Yoga, danach Dinner. Allein vom Durchlesen fühlte ich the “positive energy” und war hoch motiviert.

Meine Vorstellungen wurden sofort enttäuscht, als ich eine Gruppe aufgestylter Yoga Miezen aus den USA in hypersexy Stretchoutfits im Hotel eigenen Café erblickte.

Egal, durchatmen und erstmal einfinden und um 18 Uhr ab zum Yoga. Als Anfängerin dachte ich, dass man dort auch ein bisschen was lernt. Warum muss ich mich so bewegen, was hat das für einen Sinn, mache ich etwas falsch und korrigiert mich jemand?

Nix. Das Programm wurde durchgezogen, die USA Schnecken streckten ihren booty gen Himmel und ich war frustriert. Irgendwie hatte ich mir mehr Community vorgestellt, hier ging jeder seinen Weg.

Egal, erstmal Dinner. Welches ganz und gar fantastisch war. Gesund, abwechslungsreich und sehr lecker. Wir haben auch direkt aufgehört Alkohol und Zigaretten zu konsumieren. Dies machte sich auch sofort in der Fitnesskurve bemerkbar, da man vom Bungalow zu den Yoga Salas ca. 400 Treppenstufen zu bewältigen hatte. Das lief dann am zweiten Tag mit links. Meine Motivation stieg ins unermessliche.

Doch schon bald sank die Fitnesskurve. Mein Freund war leider derart erkältet, sodass für ihn kein Yoga mehr möglich war und er sich im Bett ausruhen musste. Meinereiner nahm am dritten Tag noch das komplette Programm mit, bis dass ich in der Nacht vor Schmerzen aufwachte und meine linke Schulter nicht mehr bewegen konnte. Und das war kein Muskelkater. Mir wurde schwarz vor Augen und ich heulte. Was war das nur?

Okay, durchatmen und den Yoga Lehrer fragen. Der riet mir zu “move slowly and breaaaathe”. Leider, ach was, wurde es nicht besser, ich besorgte mir Salbe in der Apotheke und nahm noch einmal an einer Gong Meditation teil, bevor ich mich vom Programm verabschiedete. Die nächsten Tage verbrachten wir also ohne Yoga, dafür aber mit etwas Strand und gesundem Essen und weiterhin ohne Giftstoffe. Richtig geärgert habe ich mich wegen des Geldes, aber man steckt halt nicht drin und es kann immer etwas passieren. Alles besser als Malaria….

Die Aussicht vom Café. Genug Zeit war ja vorhanden, während die anderen dehnen.
Die Aussicht vom Café. Genug Zeit zum Schauen war ja vorhanden, während die anderen dehnen.
Wo geht' s zum Krankensala?
Wo geht’ s zum Krankensala?
Am Pool kann man wenigstens auch leiden.
Am Pool kann man wenigstens auch leiden.

Gudde Laune auf Koh Samui

Sven Väth machte die weitere Reiseplanung ganz einfach. Im Zuge seiner Welt-Tournee legte der Papa nämlich auf der Nachbarinsel Koh Samui auf, im “Cha Cha Moon” Beachclub. Wir quartierten uns in ein Hostel direkt auf der Kirmesmeile im Viertel “Chaweng” ein, um fussläufig zur Party zu gelangen und so Transportkosten zu sparen. Und ja, der Papa hat es immer noch voll drauf! Ein super Abend, barfuss tanzend am Strand!

 

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Im Ort war jeden Abend Halli Galli. Musik ballerte aus jeder Ecke, es gab wunderschöne Ladieboys und Massagen mit Happy End, Shop an Shop, der ganze Strand wurde zugebaut mit Resorts und Bars. Das Publikum bestand grösstenteils aus aufgepumpten, partyorientierten Typen und hochgeschraubten Glittergirlz aus aller Welt im modischen Einheitsbrei.

Die Holiday Uniform: Tanktop aus einem der lokalen Geschäfte, gerne in Neon, Short, Schlappen, umgedrehte (!!!!) Cap. Die Mädels: Jeans Hot-Pans, wahlweise bis knapp über die Arschbacke oder diese halb raushängend, bauchfreies Top, gerne mit Franseln, durchsichtiger Strandfummel (wie ich in ebenso bereits in Kambodscha kaufte, aufgrund der zahlreichen Modelle im Ort daher nicht mehr anzog), dickes Make-up, verspiegelte Pilotenbrille.

Thailand ist ein T-Shirt Paradies. Die Qualität dieser ist sehr gut, einzig die Drucke variieren in ihrer Ausführung. Hier die beliebtesten Motive/Sprüche:

– Fullmoon Party (wenn es irgendwie geht auf Neon)
– Same Same but different
– Every thing will be OK
(ich musste dabei immer an den Song von Bob Marley denken, aber ging der nicht “Every little thing gonna be alright” ?)
– aufgedruckte Sonnenbrille, die aussieht, als hinge sie am Ausschnitt
– Chang oder Singha

 

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Den T-Shirt-Vogel definitiv abgeschossen hat ein deutscher Zeitgenosse, der mit seinen weissblonden Haaren, blauen Augen, seiner hochgewachsenen Statur, dem kantigen Gesicht und einer Short in Camouflageoptik sofort an einen Neonazi erinnerte. Ich schämte mich sogleich dieser Repräsentanz unseres Landes, wie er durch die Strassen schlawenzelte und mit seiner T-Shirt Parole schockierte:

“Tanzt ihr Nutten, der König hat Laune!”

 

Den Wald vor lauter Schildern nicht.
Den Wald vor lauter Schildern nicht.
Strand nach links.
Strand nach links.
Strand nach rechts.
Strand nach rechts.

Sawasde Kaaah, Koh Phangaaan!

Am 24.1. Ankunft in Bangkok, zwei Tage in sengender Hitze durch die Stadt gelatscht, Königspalast angeschaut, mit dem Taxiboot gefahren, die Metro kennen gelernt, am Strassenrand gegessen, leichte Magenprobleme eingefangen, viel gepennt.

Angekommen!
Angekommen!
Im Königspalast.
Im Königspalast.
Der König.
Der König.
Und die Königin.
Und die Königin.

Jetzt aber: Ferien! Mit dem Nachtzug ging es 2. Klasse von Bangkok nach Surathani. Ich liebe Nachtzug fahren, auch wenn ich nicht gut geschlafen habe; es hat so etwas von Klassenausflug. Erstes Ziel: Koh Phangan. Auftrag: Beachlife!

Begonnen haben wir mit dem Strand “Haad Sadet” im Nordosten der Insel. Die Bungalowanlage “Mai Pen Rai” existiert schon seit 1987 und wurde nach und nach auf nunmehr 40 Hütten erweitertet. Unsere lag auf den Felsen mit einer “stunning-view” auf das Meer. Träumchen!

Nachts rauschten die Wellen, der Wind wehte schmeichelnd und es gab so viel Zeit zu lesen, in den Wellen plantschen, Essen, plaudern … Nach drei Nächten zogen wir weiter in den Nordwesten, an den Strand “Haad Mae”, berühmt für die kleine vorgelagerte Halbinsel “Koh Mad” und das tolle Schnorchelgebiet. Und weil wir natürlich auch schnorcheln wollten, investierte ich in entsprechendes Equipment. Leider in die Billigversion aus China, daher kam zunächst Wasser in den Schnorchel, den ich dann umtauschte, einen Tag später kam Wasser in die Maske, und die umzutauschen ging dann irgendwie nicht mehr. Ich glaube, ich war etwas unentspannt, denn ich hätte 1. der Dame fast das Set auf die Theke geknallt (es aber nicht getan) und 2. vor Wut fast geheult und vier Stunden lang mega abgeschmollt. Merke: wer billig kauft, kauft zweimal!

Um noch die anderen Strände erkunden zu können (wie gemalt: “Haad Son”) mieteten wir -natürlich- ein Moto. Bedingt durch die zahlreichen Horrorgeschichten über Unfälle, Sand auf den Strassen, Schlaglöcher und die verarzteten Typen im Alltagsbild fuhr auch immer Dr. Schisser mit.

Da wir uns bereits gegen die peinliche Fullmoonparty entschieden hatten, nahmen wir für das Kapitel “Party” den Sramanora-Waterfallevent auf die Agenda. Und der war auch ziemlich gut, mit “Alle Farben”, ein DJ aus Berlin mit Bubi-Face, mit dem sich zahlreiche Gäste aus Deutschland fotografieren Popstar-mässig lassen wollten. Dazu gab es Feuershow und Luftballons mit Lachgas gefüllt. Um halb eins war ich müde (WHAT?) und wir fuhren mit dem Moto zurück nach “Hause”. Nach so viel Körpereinsatz (tanzen) tat die Massage am nächsten Tag sehr sehr gut. Das Schnorchel-Equipment strafte ich mit Missachtung.