Category Archives: Sumatra

Authentic Sumatra: Pinang

Nach Regen kommt Sonnenschein! Die acht Tage in Pinang verbrachte ich größtenteils mit faulenzen (mit dem Hang zum Bore-Out), schwamm ein paar sportliche Bahnen im Meer, unternahm einen Tagesausflug auf eine einsame Insel, schnorchelte und wanderte durch den Urwald zum Wasserfall. Mir war danach mich auszuruhen und ein paar Tage nur an einem Ort zu sein.

Die Stimmung: in Ricky`s Beachhouse waren echt liebe Leute, sowohl Gäste als auch “Stuff”. Die Crew, alles Jungs im Alter von ca. 20-25 Jahren, sangen jeden Abend ihre Lieder und spielten Gitarre und Drums, trällerten was das Zeug hält. Leider war das musikalische Repertoire doch recht beschränkt, sodass jeden Abend die gleiche Musi erschallte. Am 5. Abend konnte ich es nicht mehr hören, aber gut waren sie dennoch. Die Gäste spielten Karten, es gab Zaubertricks und knifflige Spiele, Bier und Geschichten, genüssliches Abhängen in der Hängematte. Zwei Typen aus Griechenland, die für freie Liebe plädierten, fingen jeden Tag frischen Fisch und versorgten alle Gäste mit den köstlichsten Exemplaren aus dem Meer.

Die Umgebung: Die Beach Bungalows sind die einzigen Unterkünfte im Ort, das Dorf ist von Urwald umringt, und so ist man wirklich mitten im Geschehen. Morgens laufen die Kühe am Strand entlang, die Kinder gehen zur Schule, die Fischer holen am Nachmittag ihre Netze ein und am Bintang Kiosk hält man ein Schwätzchen, mehr oder minder mit Hand und Fuß. Das Konzept “Authentic Sumatra” (www.authenticsumatra.com) geht hier auf. Wer das Leben der “Ureinwohner” Sumatras kennenlernen möchte, unternimmt eine Tour auf die Mentawai Islands.

Die Aktivitäten: Der Besuch auf einer der vorgelagerten Inseln war zauberhaft. Nach 45 Minuten Fahrt mit einem kleinen Fischerboot erreichte man einen weißen Sandstrand: Motiv Postkarte. Die Insel ist unbewohnt und man konnte dort für ein oder zwei Nächte im Zelt übernachten, wenn man mochte. Mit Jared und Nienke verbrachte ich einen schönen Nachmittag inkl. Sonnenbrand.
Der Weg zum Wasserfall war hingegen ein wirkliches Abenteuer (für mich) und nicht mit dem Trek in Bukit Lawang zu vergleichen. Es ging zunächst etwa eine Stunde nur durch Reisfelder, das heißt also auf den schmalen, matschigen Pfaden balancieren und nicht das Gleichgewicht verlieren, otherwise landet man knietief im Schlamm. Der Weg führte dann nochmals 1,5 Stunden weiter durch kleine Flüsse, dann über Stock und Stein, mit und ohne Liane. Für die Kinder des Dschungels ist dies alles ja kein Problem, da wird auch zwischendurch mal eine geraucht, ich war jedoch nach 45 Minuten fertig, keine Pause gemacht, das Herz schlug mir bis zum Hals. Als wir jedoch oben am Wasserfall ankamen, entschädigte dies mal wieder für alles. Die Kids of the Jungle brauchten auch keine Verschnaufpause, los ging’s mit Saltos und Jumps von den Felsen in die kleinen Wasserbecken. Da muss man schon genauer zielen, um sich nicht den Kopf aufzuschlagen.
Auf dem Rückweg musste ich leider die Bekanntschaft mit drei ekelhaften Blutegeln machen, die ich mit hysterischem Gekreische von meinem Bein, meinem Oberschenkel und meiner Hüfte riss/schnippte. Das war das erste Mal, dass ich wirklich wirklich hysterisch war und kam mir dabei total Banane vor. Die Tussi im Wald, alles klar. Aber die Viecher sind mir einfach unheimlich. Hat natürlich auch keiner vorher gesagt, dass man ggf. ne lange Hose anziehen sollte. Die Kids gehen schließlich mit Flip Flops oder Barfuss durch den Wald. Der Kommentar, als wir wieder im Beachhouse waren “Nora, you look tired.” Ach.

Der Plan: Ich war sowas von faul, dass ich mein Vorhaben, auf die Mentawai Islands zu fahren, kippte, um noch mehr abzuschimmeln und nichts zu tun. Nach einer Woche merkte ich aber, dass ich nun irgendwie weiter will, mich das Beachhouse langweilte und beschloss, wenn ich schon mal in der Nähe bin, nach Java zu fliegen, um mir Tempel und Vulkane anzuschauen.

Es pisst in Pinang!

Hatte ich erwähnt, dass ich in der Regenzeit unterwegs bin? Es ist manchmal ätzend, aber so ätzend wie im Moment empfand ich es noch nie. Und hatte ich erwähnt, dass die Transportwege und Anreisen Horror sind? Ich leg noch einen drauf!
Von Hallau Valley brach ich am späten Vormittag auf, was sich später rächen sollte. Auf dem Weg zur Bushaltestelle verlor ich irgendwo meinen heiss geliebten Sarong, den ich damals in Thailand gekauft habe und der mir als universelles Supertuch diente: Schal, Rock, Schnuffeltuch, Strandlaken, leichte Decke. Futsch! Ich musste Tränen unterdrücken, auch wenn man sowas überall nachkaufen kann. Hunderttausendmal: Scheisse.
Ich redete es mir schön.
Vier Stunden später kam ich Padang an und konnte dem Minibus-Fahrer leider nicht verständlich machen, wo ich hin musste. No English. No Indonesian. An einem Charterbüro liess er mich raus und dort sagte man mir, dass die Weiterfahrt nach Pingang ziemlich teuer werden und mit dem Minibus zu lange dauern würde, sodass ich das Angebot eines älteren Herrn mit Motorbike annahm. Rucksack zwischen de Beene und ab geht’s. Padang ist eine “Großstadt” und der Verkehr entsprechend. Nach einer Dreiviertelstunde setzte Regen ein. Schutzhülle über die Backpacks und Regenjacke an. Weiterfahrt! Das Dorf liegt nicht gerade an einer Hauptstraße und so bogen wir in einen Weg ein, der immer schlechter wurde und durch den Regen nicht besser. Schlammpfützen, dicke Steine, Löcher. “Are you sure?”, fragte mich der Herr. Ja was weiss ich denn? Der Regen wurde immer heftiger und es wurde dunkel. Wäre ich doch früher gefahren! Wir hielten an einem Holzhüttchen an, wo mehrere Typen saßen und sich einen hinter die Binde kippten. Da stand ich nun. Der ältere Herr meinte, dass er nicht mehr so unbedingt gerne weiterfahren wollen würde, because of the road. Ein Ortskundiger aus der Runde bot mir an, mich zum Guesthouse zu fahren. Nach einem genüsslichen Schluck vom selbstgebrannten Kokosnussschnaps schmiss er den Motor an. “Don’t worry, Nora. Everything under control!” Den Regen aber nicht, es schüttete weiter, mittlerweile war ich aber eh schon pitschnass. Im Dunkeln ging es dann noch eine ganze Stunde weiter. Zwischendurch glitschte das Motorbike weg, der Motor schaffte es mit der kompletten Ladung nicht mehr den Berg hinauf, ich musste also absteigen (was wenn der Typ jetzt einfach abhaut, was wenn das Motorbike schlapp macht, was wenn, was denn?). “Everything alright, Nora!” Ich quasselte die ganze Zeit, um das “was wäre wenn” zu vernichten und endlich dann kamen wir an, Claire umarmte mich und bestellte zwei Bintang. Fix und Foxy has arrived!

Am nächsten Tag: Regen. Unendliche Stunden lang. Bei mir setzte Frust ein. Wäre ich doch nach Nias geflogen oder auf die Mentauwai Islands (war aber zu teuer). Jetzt saß ich da fest, weil ich im Regen auf garkeinen Fall wieder diese beschissene Straße hochfahren wollte. Mein Rucksack und die Schutzhüllen waren bereits an einer Seite gerissen, weil das Teil auf der Hinfahrt runtergefallen ist. Die Möglichkeit, mit dem Boot nach Padang zurückzufahren, hatte ich bereits in Erwähnung gezogen. In Gedanken buchte ich einen Flug nach irgendwo ohne Regenzeit. Sumatra nervte mich: Die Hock-Dich-nieder-Toiletten. Das Bob Marley Gesinge den ganzen Tag. Localtown und Kühe vor der Tür. Nicht im Bikini baden dürfen. Dreckige Füße. Kaputte Moskitonetze. Kalte Duschen. Hatte ich etwa ‘nen Kulturschock? Mal den nächsten Tag abwarten. Und es wurde besser … viel besser!

Sumatra wie im Bilderbuch: Harrau Valley

Unendlich viele Reisfelder in einem so satten Grün, das man garnicht beschreiben kann. Gesäumt von Bergen und Felsen, aus denen nie enden wollende Wasserfälle sprudeln – genau so habe ich mir Sumatra vorgestellt. Das Guesthouse lag wunderschön direkt am Wasserfall und bot eine grandiose Aussicht auf die Landschaft. Wieder war ich mit Claire unterwegs und wir teilten mittlerweile auch das Bett. Sharing rulez, da kann man ne Menge Geld sparen.
Erstmal eine kalte Dusche und auf der Terrasse ein kühles Bintang zischen (wie war das mit dem Wasser?). Am nächsten Morgen ging es mit dem Motorbike auf Tour und wir liessen uns die Gegend zeigen, Häuser in der traditionellen Batak-Architektur und den alten Palast des Königs. Dort heirateten Claire und ich und posierten abermals mit einheimischen Girls aus Indonesien, die ein paar Selfies schossen. Würde echt gerne einmal wissen, auf welchen Facebook Profilen ich mittlerweile auftauche.
Zum Lunch gab es einen wahnsinnig köstlichen Gado Gado Salat mit spicy Erdnuss-Soße. Ich liebe das indonesische Essen. Und zu meiner Verwunderung kann ich auch immer noch Reis essen. Dieser ist hier besonders lecker und ich vermisse wirklich (noch) nicht das heimische Graubrot. Aber Käse!
Am Nachmittag ging es noch zu einem “You can see waterfall!” Ach, habe ich mir gedacht, schon wieder nen Wasserfall, alles klar. Aber dieser war wirklich total schön, denn er lag versteckt im Regenwald und wir mussten durch den Fluss waten, um dorthin zu gelangen.
Wie der Abend ausklang, muss ich wohl nicht erwähnen (Bi … ng), am nächsten Morgen hatte ich jedenfalls Kopfschmerzen.
Claire musste zum Flughafen, um ihren Flug nach Java zu verschieben, da sie ihr Herz ein bisschen an Sumatra verloren hatte. Wir verabredeten uns in Pinang, in Ricky’s Guesthouse.

Lake II – Maninjau – Der Aufenthalt

Arlen Nova’s Paradise Guesthouse liegt direkt am Seeufer zwischen saftig grünen Reisfeldern. Um dorthin zu gelangen muss man durch diese. Mit mehr als 18 Kilo Gepäck und Eigengewicht ist das Balancieren auf den schmalen Pfaden zwischen den Feldern garnicht so einfach und ich erlaubte mir einen schlammigen Fehltritt. Lecker.
Claire war bereits vor Ort und mit Harris im Städtchen, um sich ein Tattoo stechen zu lassen. Ich ruhte mich aus, bestellte erstmal etwas zu essen (hatte ja kein Mittagsessen, kein Abendessen und kein Frühstück – just Cookies).
Schlafen konnte ich aber irgendwie nicht und so klang der Abend mit ein paar Bintang Bierchen gemütlich aus. By the way: Ich sollte mehr Wasser trinken. Es verführt jedoch dazu, jeden Abend Bier zu trinken, weil es einfach erfrischender ist als jedes andere Getränk auf dieser Erde. Leider ist dies, das weiss ein jeder, nicht so gut für Haut, Haar und Figur. Ich denke, ich erhalte einige Zustimmungen an dieser Stelle.
Gesehen habe ich von der Umgebung nicht viel, denn es r.e.g.n.e.t.e und Claire und ich suchten das nächstgelegene Café mit WiFi Zone auf. Dort trafen wir auf ca. 50 Studenten und Studentinnen aus Padang, die am See Exkursion und Experimente im Bereich Medizin durchführten. Wir waren eines dieser Experimente. Wir wurden seziert, ausgequetscht und fotografiert, von allen Seiten. Ich finde es aber immer noch erstaunlich, dass wir Europäer hier wie eine Trophäe gehandelt werden und so viele Menschen ein Selfie mit dir schiessen wollen. Crazy!
Im Guesthouse herrschte relaxtes Nichtstun (das kommt gerade ziemlich oft vor) und als die Crew bei unserer Abreise sagte “Don’t go because you are happy!” war ich ganz gerührt.
Doch im Travel Book stand geschrieben: reise ins Hallau Valley!

Lake II – Maninjau- Die Anreise

Da ich ja ohne Reiseführer unterwegs bin, habe ich keine konkreten Pläne meiner Route, lasse mich inspirieren und folge gerne den Tipps anderer Mitreisenden. Claire zog weiter nach Maninjau, einem weiteren See auf Sumatra, der ebenfalls sehr sehr schön sein sollte. Dort führt Harris, der Guide der beiden Franzosen, ein kleines Guesthouse mit fünf Bungalows zwischen den Reisfeldern.
Ich reiste Claire am nächsten Tag nach. Sie flog. Ich nahm den Bus. Vergessen waren alle Strapazen, die ich bisher erlebt habe: dies übertraf einfach alles. Es handelte sich dabei um eine Nachtfahrt von Nord-Sumatra in den Westen der Insel, mit zirka 650 Kilometern eine echte Herausforderung an Mensch & Maschine. Die Fahrt begann um 17 Uhr im voll besetzten Bus, nach einer halben (!) Stunde die erste Rast am Restaurant: Abendessen. Es blieb auch genügend Zeit für den Nachtisch, da irgendwas am Bus defekt war (irgendwas, weil man keine Info bekam was denn nu los ist). Nach gefühlten zwei Stunden ging es dann weiter, eine Stunde Kurvenrausch, dann wieder ein Stop, wieder was am Bus. Ich überlegte, wie wir wohl da wegkommen, wenn es nicht mehr weiter gehen würde. Und DAS bei einem Mercedes Benz Bus. Damit wurde groß geworben.
Unterwegs stiegen in den voll besetzten Bus noch etwa acht Leute zu. Diese machten es sich im Mittelgang auf Getränkekisten mehr oder weniger gemütlich, im hinteren Teil genoss man stehend die betörende Atmosphäre der Bordtoilette und rauchte dazu genüsslich ein paar Zigaretten. Dem Baby, ein paar Sitze davor, sollte dies wohl nichts ausmachen. Indonesian Style. Auch der Fahrer steckte sich eine nach der anderen an, vielleicht um wach zu bleiben.
Ich hatte zum Glück keinen Fettsack neben mir sitzen, aber dennoch war es denkbar unbequem und ich überlegte, eine Schlaftablette zu nehmen. Nachdem aber ja diverse, unbekannte Mängel am Bus bestanden, setzte ich eher auf Kontrolle und schlief daher nur zwei Stündchen, so von 3 Uhr bis 5 Uhr (“Oh, ist ja schon 5 Uhr – nur noch 6 Stunden Fahrt!”). Wir stoppten abermals, damit die muslimischen Mitfahrer ihr Gebet halten konnten. Um 9 Uhr Frühstückspause. Für mich nur einen Kaffee, denn ich hatte mich bereits an Cookies satt gefuttert. Kriege morgens immer noch keinen Reis runter.
Endstation hieß Bukittingi, von wo aus ich nochmal 1 Stunde Fahrt zum See einplanen musste, hinzu kam 1 Stunde Wartezeit, bis dass der Minibus abfuhr. Machte alles in allem eine Anreise von 24 Stunden für 650 Kilometer. Tippi Toppi!

DIe Leute im MIttelgang waren zu dem Zeitpunkt schon wieder ausgestiegen.
Die Leute im MIttelgang waren zu dem Zeitpunkt schon wieder ausgestiegen.
Vorne links neben dem Fahrer saß Elodine. Sie schlief hinter dem Sitz des Drivers.
Vorne links neben dem Fahrer saß Elodine. Sie schlief hinter dem Sitz des Drivers.

Samosir – eine Insel im Lake Toba

Die meisten Touristen folgen auf Sumatra einer bestimmten Reiseroute, die in allen Travel Books nachzulesen ist. Ick och! Nach dem Dschungel folgte also der See. Einige Stunden Fahrt im öffentlichen Minibus (Sitzplätze für 12, reingequetscht 18) und einer Stunde gemächlichem Schipperns auf der Fähre – und “schwuppdiwupp” (…) erreicht man Samosir, eine Insel in größten Kratersee der Erde. Schon sehr beeindruckend wenn man sich vorstellt, dass dies einmal ein Vulkan war, der hoffentlich nicht vorhat, während meiner Anwesenheit nochmal hochzugehen.
Im Bus traf ich Claire aus Lyon/Frankreich, die auf der Insel zwei Freunde besuchen wollte und schloss mich an. Die Tage waren sehr relaxt, es war, abgesehen von den Bauarbeiten im Hotel, so super schön still, der See plätscherte sanft vor sich hin und das grüne Wasser lud zum Schwimmen ein.
Mit Yuyu, ihrem Freund Pierre-Marie und ihrem Guide Harris unternahm ich eine schöne Motorbike-Tour zu den heißen Quellen, die furchtbar stanken aber wunderbar warm waren. Claire war leider krank. Und natürlich hat es geregnet.
Abends saßen wir bei reichlich Bintang zusammen und praktizierten die auf der Erde am häufigsten gesprochene Sprache: Bad English. Die Einladung, mit den beiden nach Bangkok zu fliegen und auf eine Techno-Party zu gehen, schlug ich aus (bin ich unspontan).
So verlebte ich drei schöne Tage und schlief in einem äußerst komfortablen King-Size-Bett und einem Bad mit Western-Toilet und warmer Dusche (das alles für wenig Geld), an das ich mir später immer wieder zurücksehnen sollte.

Die Magic Mushrooms habe ich nicht von der Menükarte bestellt.

Jungle Trek in Bukit Lawang

Aufgrund der Witterung kürzte ich meine Reise durch Malaysia stark ab und flog am Abend von KL nach Medan auf Sumatra. Erste Station war das Dorf “Bukit Lawang”, das Gate zum Dschungel und dem Gunung Leuser Nationalpark.
Die Straßenverhältnisse sind miserabel hier. Schlaglöcher, zahlreich und riesig, wie ich sie in Köln, auf Bali und anderswo noch nie gesehen habe. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 40 km/h, der Shuttle vom Flughafen zum Dorf dauerte 3 Stunden für 120 Kilometer. Nachts um halb zwölf checkte ich ein und fiel, nach einem erfrischenden Bintang Bier in der Hängematte, ins Bett.
Das Guesthouse war super, es liegt in einem schönen kleinen Garten direkt am Fluss. Das Essen, auch sehr wichtig, war fantastisch. Das Personal bestand aus indonesischen Halbstarken mit Bore-Out Syndrom. Da Low-Season ist, haben sie kaum etwas zu tun, schliefen tagsüber ein und belagerten mich dauernd, um ein Schwätzchen zu halten und ihr Englisch zu praktizieren. Am ersten Tag erfuhr ich also alles über die Kinder des Dschungels. Am Abend lernte ich einen schwulen, spirituellen Holländer kennen und zwei Girls aus Kanada, die sich am nächsten Tag ein Tattoo von einem Local stechen lassen wollten. Anstatt ins Bett zu gehen, da am nächsten Tag meine Dschungel-Tour startete, hatten wir also eine kleine Party auf der Restaurant-Terrasse, was sich am nächsten Morgen dann schädelmäßig zwar bemerkbar machte, ich aber nicht bereute.
Zwei Tage Jungle inklusive Übernachtung! Ich freute mich total auf die Orang Utans und die Ursprünglichkeit des Regenwaldes. Ich wurde nicht enttäuscht: 7 Orang Utans inklusive Babys habe ich gesehen und war schwerst ergriffen, als sich dieses wunderbare Lebewesen von Baum zu Baum schwang. Der Trek war sehr abenteuerlich, es ging dauernd auf und ab über Wurzeln, Bäume und durch kleine Bäche. Die Nacht verbrachten wir im “Five-Star-Jungle-Resort” und hatten ein tolles Abendessen. Alles war einfach, aber super! Nachdem der Regen endete, saßen wir noch am Feuer und spielten Karten, sangen und bekamen Geschichten erzählt. Am Morgen ging ich im Wasserfall “duschen” und der Rückweg wurde auf dem Fluss in Tubes zurückgelegt.
An meinem letzten Abend saßen alle Moglis (sie nennen sich selbst so), die Girls vom Trek und ich beisammen und sangen gemeinsam Lieder von Guns ‘n Roses, Muse, R.E.M. und niederländische sowie schweizerische Hits.

Der Hit aus Bukit (mit der Melodie von Jingle Bells):

Jungle Trek Jungle Trek
in Bukit Lawang
See the monkeys, see the birds, see Orang Utans