Category Archives: Sri Lanka

Du bist immer willkommen!

… heißt das Cover-Image, großzügig übersetzt, sowie auch irgendwie “good-bye”.

Der Abschied von Sri Lanka fiel mir trotz anfänglicher Anfreundungsschwierigkeiten doch recht schwer. Das lag vor allem daran, dass ich so viele schöne Momente erleben durfte, insbesondere mit den “Locals”. Abseits der organisierten Touristentouren, klimatisierten Bus-Rundfahrten und komfortablen Luxustempeln lernte ich liebenswerte Menschen und deren nicht immer einfaches Leben in ihrem geliebten Sri Lanka kennen. Und bei ihnen war ich nicht die Madame aus Germany, mit der sie Business machen wollten oder in mir den ATM auf zwei Beinen sahen.

Am letzten Tag in Matara/Brown Hill gab es dann auch noch einen echten sonntäglichen, singalesischen Stammtisch zusammen mit meinem Host/Freund Chaminanda und seinen Kumpels. Es ging zu wie überall auf der Welt: es wird gegessen, diskutiert, gelacht, zuviel getrunken, gesungen und getanzt. Zuletzt wurde mir von einem der Stammtischbrüder auch noch sein T-Shirt vermacht, er bestand darauf, als ich schon im Tuk Tuk saß zog er es einfach aus und gab es mir. Trikottausch. Und nun: ab geht’s auf ein neues Spielfeld. Singapur-Malaysia-Indonesien

T-Shirt links gehört jetzt mir................
T-Shirt links gehört jetzt mir…………….

Und hier noch ein kleiner Mitschnitt:

Wedding in Brown Hill oder: Nora in Localtown

Ein ganz besonderer Tag – ich lasse mal die Bilder sprechen…

Abschied in Negombo/ Unawatuwa

Strategische günstig gelegene Stadt in Flughafennähe ist Negombo. Viel zu sehen gibt es dort nicht. Der Strand ist ziemlich hässlich, es stinkt nach Fisch. Was soll ich sagen. Die Anreise war mal wieder der reinste Horror. In Kurunegela verpassten wir den Bus nach Negombo, es regnete in Strömen und so mussten wir dann 80km (!!!) mit dem Tuk Tuk fahren. Dunkel. Regen. Verkehr. Und eine Zig-Tausend Watt Box hinten im quäkenden Tuk Tuk, die singalesischen Rap und Techno wummerte. Echt der Hit. Endlich angekommen wollte der 23-jährige Fahrer dann plötzlich auch noch das Doppelte vom vereinbarten Preis – den wir natürlich nicht zahlten.

Obwohl das Trauma noch anhielt, fuhren wir am nächsten Tag mit einem Tuk Tuk durch die Stadt, besuchten Fischmarkt, Kirche, Tempel, Markt und Kaufhaus und nahmen ein letztes Dinner am Strand ein.

Ab dem nächsten Tag sollte ich also dann auf mich selbst gestellt sein. Schon ein komisches Gefühl, nachdem ich in Südafrika mit so vielen Leuten reiste und in Sri Lanka mit Tobi. Ich beschloss nochmal in den Süden zu fahren, um nach der Rundreise eine Woche am Beach zu relaxen. Der Strand in Unuwatuwa sollte zu einem der schönsten gehören. Ich suchte mir ein Hostel raus und war frohen Mutes. Vor Ort dann entpuppte sich dieses als mittelschwere Absteige. Aber für 8 EUR die Nacht konnte ich nicht meckern (hab auch noch toll gehandelt) und arrangierte mich damit. Erste Maßnahme war ein neues Bett zu bauen. Die Matratze vom anderen Bett schmiss ich über meine, um wenigstens halbwegs schlafen zu können, außerdem nahm ich ein paar Bretter vom anderen Bett und vervollständigte den “Lattenrost”.

In der Nacht dann Techno-Beats vom Strand und Hämmerei von gegenüber bis zwei Uhr nachts. Die High-Season fängt in Kürze an und so wird hier schonungslos gemauert, gekreissägt, gehämmert, gepinselt und gebastelt. Die Ohrstöpsel schob ich mir dann fast bis zum Gehirn rein. Dann ging’s.

Der Strand hat leider einiges einbüßen müssen. Das Meer hat die Hälfte abgetragen und so bleibt nur ein kleines Stück übrig, das ich über Felsenkraxelei erreichte. Dann aber: türkis farbenes Wasser in Badewannentemperatur. Aaaaaaah!

Der Löwe brüllt!

Und der Berg ruft – dagegen kann man nix machen. Ein weiteres Muss-See in Sri Lanka ist der Lion Head in Sigiriya. Der Berg ragt wie ein Monolith aus der Landschaft und ist vielmehr ein Fels, den man über zahlreiche Treppen besteigen kann. Die Kulisse ist wunderschön, drumherum dichtes Grün. Selbst in Low-Season wird dieser Berg von zahlreichen Touristen besucht. Einige Busse drängten sich bereits um neun Uhr morgens auf dem Parkplatz. 30 Dollar Eintritt. Damit wird die abenteuerliche Wendeltreppe zu den “Wolkenmädchen” (Malereien der Mönche, Sex sells sag dich da) hoffentlich in Stand gehalten.

Am Abend zuvor gab es wieder eine nette Begegnung mit Locals. Der Koch des Cafés gab uns dann noch eine spritzige Kopfmassage. Danach hatte ich auch einen Lion Head.

Eastside: Nilaveli

Nach dem strammen Auf- und Abstiegsprogramm sollte nun erstmal Erholung auf dem Plan stehen. Mit dem Tuk Tuk ging es zum Bahnhof nach Hatton, von wo aus wir Richtung Kandy aufbrachen. Die Zugstrecke führte mitten durch das sattgrüne Sri Lanka und präsentierte nochmals die Schönheit der Natur. Die dann wieder in Kandy vorbei war. Die zweitgrößte Stadt von Sri Lanka besticht vor allem aus Abgasen. Jetzt bin ich schon wieder so negativ, aber der Kontrast zu Stadt-Land-Fluss ist doch immer sehr heavy. In Kandy schmetterten wir entnervt die aufdringlichen Tuk Tuk Fahrer ab und wollten das Guesthouse auf eigene Faust finden, das aber auch nicht einfach war und Nora s.c.h.w.i.t.z.t.e.
Irgendwann nach Irrungen und Wirrungen checkten wir ein und mussten erstmal ein Lion zu uns nehmen (das örtliche Bier). Am nächsten Morgen ging es auch schon weiter. In Kandy haben wir uns nichts angesehen, da waren wir aber auch einer Meinung. Zahntempel – 30 Dollar Eintritt? Neeee. Wir wollen Strand!

Den fanden wir dann auch nach sechs Stunden Busfahrt. Nilaveli liegt nördlich von Trincomalee und bietet einen sehr sehr sehr langen Strand und Ruhe. Leider hielt die Idylle nicht lange an, da ich am Strand, während ich glückselig im Wasser plantschte, beraubt wurde. Nach wütenden Tränen sprach ich das Personal an, ob jemanden gesehen wurde und schon waren die Spurensucher am Start und suchten alle Büsche ab. Der Dieb war aber schon über alle Berge. Irgendwann passiert das sicher jedem Backpacker. Leider auch mir. Die traurige Bilanz bis heute:

Verloren/Vergessen/Geklaut:
– Armand
– Regenschirm
– T-Shirt
– Mütze
– Taschenmesser
– ebook

Fischer holen das Netz ein.
Fischer holen das Netz ein.
Doooosch!
Doooosch!
Hab jetzt auch ne richtige Backpacker Frisur!
Hab jetzt auch ne richtige Backpacker Frisur!

Sri Pada – 5.000 steps

Hat man diesen Berg nicht bestiegen war man nicht auf Sri Lanka. Unbedingt, unbedingt muss man da den Sonnenaufgang sehen. Also hin! Von Ella aus ging es mit dem Taxi, weil schon zu spät für Zug oder Blinki-Bus, in einen der Orte am Fuße des heiligen Berges, auf dessen Gipfel der Fußabdruck Buddhas zu bestaunen ist (derzeit leider nicht).

Die Anfahrt war die Hölle. Der Fahrer wusste irgendwie nicht so recht, wo es denn nun genau hingehen sollte, es wurde dunkel auf den Rumpelstraßen, dann hatte man sich verfahren, keiner wusste mehr irgendwas und ich war einfach nur noch total müde vom Kraxeln in Ella. Gegen 23:45 Uhr stiegen wir dann in einem Guesthouse ab, die Dame des Hauses hatte sich schnell noch den Sari übergeworfen. um uns dann mit noch schlafbelegter Stimme das kleine stickige Zimmerchen zu präsentieren, in dem ich in kompletter Montur und im Seidenschlafsack doch ganze 2 Stunden bis zum Aufbruch auf den großen heiligen Berg schlief.
Eine Mücke stich mir ins Augenlid, da war ich auch noch leicht sehbehindert … Mit Taschenlampe, Wasser, Fleecepulli, Regenjacke, Mütze, Leggins, Wanderhose, Kamera und Essen ging es um 2:30 Uhr raus in die Nacht. Die Wetteraussichten waren mau, leichter Nieselregen kam uns entgegen. Und es war unheimlich. Außer dem Lichtkegel der Lampe sah man wirklich nichts.

Und schon kam die erste Tempelstation mit der Bitte um “Donation”. Weiter durch die Nacht. Die zweite Tempelstation mit der Bitte um Donation. Ach…. Alle, die den Weg schon einmal gegangen sind, wissen: es kommt janz janz dicke. Der Anfang ist relativ leicht, ach, geht ja schon irgendwie easy, dann kommen die Stufen. Über 5.000 sind es insgesamt, am Ende könnte man kotzen, die Stufen sind so steil, dass ich mich frage, wie da eine alte Pilgeromi raufkommen will. Meine Beine waren wie Gummi, die Pausen wurden in immer kürzeren Abständen fällig, ich war klitschnass geschwitzt. Und als mich eine Gruppe mid-twenties im Laufschritt überholte wusste ich definitiv, dass es mit meiner Kondition zurzeit wohl eher nicht so gut aussieht. Auf den letzten Metern packte mich aber nochmal der Ehrgeiz und pünktlich zum Sonnenaufgang waren wir oben! Es war toll, wenn auch, mal wieder, ohne View.

Kraxeln in Ella

Ella, das ist der Startpunkt für aufregende Wandertouren und so ziemlich ein Muss für Reisende, die hiken möchten. Nach wiederum stundenlanger Anreise mit dem Blinki-Bus (ich konnte auf den Serpentinen wirklich wirklich nicht mehr hinschauen, wie der Busfahrer die Kurven schnitt und überholte) ging es zum Guesthouse “Viewpoint”, das den Namen zurecht trägt und einfach total schön war. Voller Activity-Adrenalin ging es zunächst auf den “Little Adam’s Peak”. Da hab ich mir nur gedacht, wie soll das bloß auf dem großen Bruder werden. In 1.000 Meter Höhe, bei der Luftfeuchtigkeit und Hitze – wollen wir mal sehen. Die Aussicht auf die Teefelder war grandios. Am nächsten Tag war der Ella Rock dran. Am besten morgens, dann sind noch keine Wolken da. Alles klärchen. Leider zog es total zu und wir fühlten uns wie die “Gorillas im Nebel” – aber es hatte was. Wenn auch ohne View.

Ach so, eine Tempelbesichtigung gab es auch noch.

On the road und ab ins Grüne

Tissamaharama/Yala Nationalpark

Die ganze Zeit am Strand … das geht natürlich nicht, wenn man auf Reisen ist. Land und Leute, Kultur und Natur wollen erkundet werden. Die Route führte also weiter Richtung Südosten, nach (kurz genannt) Tissa, um von dort aus den Yala Nationalpark zu besuchen, eine Safari zu unternehmen und tolle Tiere zu sehen, insbesondere Leoparden, die zu sehen auch ganz ganz groß angepriesen werden.

Mit dem Blinki Bus ging es also mehrere Stunden von “Matara” nach “Tissa”.

Natürlich im Bus angequatscht worden, woher wir kommen (“Ah, Germany, niiiiice, I like Germany.”, wohin wir gehen (“Oh, Safari, I can show you, my friend has got a Jeep.”), wie lange wir schon da sind (“First time Sri Lanka?”) – eben die Touristenleier. Ganz zufällig stand auch schon ein baufälliger Jeep am Busbahnhof, der uns schnurstraks zum Guesthouse brachte, das Verkaufsgespräch für die Tour fand sogleich im Anschluss an die Zimmerbesichtigung statt, der Preis wurde so gut wie garnicht verhandelt: EGAL. Es war nicht teuer, das Zimmer sauber, was soll’s. In der Hitze, bei grausamsten Huplärm und Abgasverpesteter Luft wurde mir so vieles wurscht, auch wenn der Lattenrost einfach nur aus selbst abgeschnittenen Baumlatten bestand.

In Tissa, wir waren irgendwie auch noch in so einem Vordorf von der eigentlichen Safari-City, war so ziemlich nix los, da geht man dann mal umher und sucht Futter, das appetitlich aussieht und verirrt sich dabei in Seitenstraßen, wo die Familien des Ortes leben. Da standen auf einmal alle am Zaun und winkten, grüßten, lachten einem zu. Englisch sprechende Einheimische konnten ebenfalls die Touristenleier (ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass ich das durchaus nicht blöd finde, nur auf Dauer … man kennt das …). Und schon wurde man zum Tee eingeladen. Die Familie bot an, die Wäsche günstig zu waschen, man plauderte und lauschte dem Familienschicksal. Und wirklich, es brach mir das Herz. Die Menschen sind ziemlich arm und wenn der Familienvater ein Bein verliert, den Safari-Jeep verkaufen muss und jetzt nicht mehr weiß, wie er seine Familie ernähren soll …. Die Wäsche ließen wir also dort waschen, sollten auch bloß niemandem im Dorf sagen, dass wir das gemacht haben, das gäb sonst Ärger… Beim Abholen der Wäsche zeigte uns die Ehefrau ihre Küche (“This is my poor little kitchen.”) und ich schämte mich so bei dem Gedanken daran, was ich alles beim Umzug weggeschmissen habe. Über die mitgebrachte Body Lotion aus dem Eden Resort, die Seife sowie den Kugelschreiber freute sie sich sehr.
Ab da habe ich gerne auf dem abgesägten Lattenrost geschlafen…

Die Küche, für einen Gasherd fehlt das Geld.
Die Küche, für einen Gasherd fehlt das Geld.

Ein Highlight war zudem ein schweißtreibender Aufstieg mit singalesischen Jugendlichen auf einen kleinen Tempelberg mit grandioser Aussicht und das gemeinsame Abendessen (ohne Besteck, mit den Fingern) sowie musikalisches Abhängen bei denen Zuhause.

Kein Highlight war die Safari. Keinen Leoparden gesehen. Tote Hose im Park.

Welcome to Sri Lanka

Meine Reise geht weiter!

Es ist einfach ein tolles Gefühl zu wissen, dass man noch nicht nach Hause fliegen muss. Die Träne Indiens erwartete mich … und Tobi! Neue Menschen, Landschaften, Gerüche und Geräusche, der Indische Ozean, in dem man schwimmen kann, Rice and Curry, schwüle Hitze. Nach 14 Stunden Flug und 2-stündiger Taxifahrt nach “Beruwala” war erstmal Relaxen im 5-Sterne-Resort angesagt! Nach Backpacker-Style wirklich ein sehr angenehmes Gefühl, wobei die Hostels in Südafrika wirklich fast durchgehend prima waren.

Ungewohnt war natürlich, dass einem der Popo nachgetragen wurde und man erstmal nicht verstand, dass einem der Gepäckboy den schweren Rucksack abnehmen und nicht klauen wollte … Im Zimmer schön Blumendeko auf dem Bettchen (man kennt das), beim Abendessen berauschendes Entertainment der hoteleigenen Band (“Marina Marina” – auf Deutsch!) und always grinsendes Personal. Am Strand die geschäftstüchtigen Verkäufer von Bootstouren, Inselrundfahrten, Batiktüchern und Schnitzereien (man kennt das). Baden konnte man dort leider nicht, weil der angrenzende Fluss allerlei Plastikflaschen, Flip Flops, braune Sosse und mehr Unrat in das Meer beförderte. Dafür gab es am Abend eine Beachparty mit “all you can drink”, auf die wir uns als Partycrasher reinschlichen (getrunken haben wir nichts, aber zu trashigen Discobeats im Sand abgedänct).

Der Abschied aus dem Eden Resort & Spa geschah mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Tschüss Comfortzone, rein in das wirkliche Leben von Sri Lanka. Und dies holte uns sofort ein. Zugstreik. Dauer unbekannt. Wie jetzt weiter? Mit dem TukTuk 65km nach “Galle” geheizt. Dort besichtigten wir die alten Festungsmauern und kamen bei einem einheimischen Ehepaar unter (das profimäßig über Air BNB inseriert). Das Zimmer war schwül, das Frühstück authentisch (Rice & Curry – am Morgen krieg ich das nicht runter, dazu Kokosfladen, ziemlich trocken, Honig gab es auf Nachfrage nicht und war wohl ein totales NoGo…).
Mit dem Bus weiter nach nach “Browns Beach” in der Nähe von “Matara”. Entnervtes Ausfindigmachen des Guesthouse mit jedoch positiv überraschendem Ausgang, da der wunderschöne Strand uns gehörte, die Aussicht vom Balkon grandios und der “Hausmeister” Chamii einfach total nett war und sich als Freund entpuppte mit wertvollen Tipps und Infos.