Category Archives: Malaysia

Mit dem Foodtiger durch Malaysia

Mittlerweile habe ich Freunde in aller Welt. Und die kann man ganz einfach besuchen fliegen. In Kuala Lumpur traf ich Shai, den Sandra und ich im Juni auf Gili Air kennenlernten. Von Manila aus ging es also nicht direkt nach Hongkong wie geplant, sondern in die Hauptstadt Malaysias. Zum zweiten Mal. Ende 2014 war ich schon einmal hier. Hello again!

Shai ist in KL aufgewachsen und kennt die Stadt auswendig. Das war natürlich grossartig für mich. Mit dem Auto des Schwagers ging es zu sämtlichen Futterstellen der Stadt. Indische und Chinesische Speisen standen auf dem täglichen “ich esse drei warme Mahlzeiten am Tag” Speiseplan. Für etwa 2 bis 4 Euro kann man sich schon derbe den Bauch vollschlagen. So geschah es. Neun leckere Tage lang.

Mama Shai machte zudem ein herrliches Mittagessen und stopfte mich mit Nachschlag voll sowie Tee und Gebäck. Die Mütter dieser Welt sind doch irgendwie alle gleich. Danach hielt die ganze Familie Mittagsschlaf und ich meinen Bauch.

Neben dem kulinarischen Hotspot KL besuchten wir Shais Freunde in der Stadt Ipoh, ebenfalls berühmt für das tolle Essen. Hier gab es am Abend ein unvergleichliches Chicken/Rice. Was sich langweilig anhört war eine Wonne. Leider musste ich irgendwann aufhören zu essen. Satt! Im Ort konnte ich kleinstädtischen Charme ausmachen, der durch hübsche Cafés und Designshops à la Berlin aufgepeppt wurde.

Ziel war die Stadt Georgetown auf der Insel Penang, die für das BESTE Essen in Malaysia bekannt ist. Hunger? Nee, aber immer Appetit! Gleich zweimal führte mich der Foodtiger in ein indisches Restaurant, wo ich das beste Chicken Tandoori meines Lebens gegessen habe. Und zwar ganz authentisch mit den Fingern. Am nächsten Tag ein anderes indisches Restaurant, das als Einziges auch Ente auftischt. Am Abend chinesisch. Der Essenstand auf dem Foodmarket war leider eine Enttäuschung, aber ein paar Nieten in der kulinarischen Lostrommel sind ja normal.

Georgetown ist hauptsächlich chinesisch geprägt und besticht durch wunderschöne alte Häuser, die durch die noch nicht renovierten Fassaden ein ganz besonderes Flair abgeben. Zahlreiche Cafés, Shops, Galerien und Boutiquen vermitteln ein Malaysia, das ich so noch nicht gesehen habe.

Die Insel hat auch Strände, wo man prima den dicken Bauch in die Sonne halten kann. Wenn man nicht gerade eine Burka tragen muss mit Handschuhen und Strümpfen….Wir nahmen einen Drink im vornehmen Shangri La Hotel ein, damit wir unseren breiten Hintern auf die Stühle walzen konnten. Und schliefen ein. Fett macht träge. Der Strand und das Wasser waren leider nicht so schön. Aber nach den Philippinen, Fiji und Co. bin ich auch etwas verwöhnt…. Nach so viel Action knurrte auch schon wieder der Magen (jedenfalls vom Foodtiger, der nach dem Mittagessen schon wieder an einen Snack bzw. Dinner dachte). Ihm vertraute ich blind, was die Wahl des Essens betraf, doch als er Frosch anpries, musste ich zunächst lange überlegen. But: never try, never know. Ausserdem kochte meine Mama damals auch ab und zu Froschschenkel in Rotweinsosse. Den Frosch schmeckte man nicht raus, die kleinen Knöchelchen waren etwas fies.

Nicht weit von dem grossen Tempel entfernt kannte der Foodtiger einen Stand mit der besten Laksa Suppe! Ich haute rein wie ein verhungerndes Etwas. Magendehnung?

Ich kriege meine Gerichte nicht mehr zusammen, aber es war einfach eine grandiose kulinarische Reise in die indisch/chinesische Küche Malaysias. Selamat makan!

Ach so, Fotos gibt es leider kaum, da ich meine neue Kamera beim Aussteigen aus dem Jeep verloren habe. Kein Kommentar!

Hippie Feeling auf Pulau Pangkor

Fest stand, dass ich nach der Großstadt eine Oase der Ruhe brauchte. Lösung: eine Insel im Meer!
Die Ostküste von Malaysia ist derzeit aufgrund der Regenzeit nicht zu empfehlen, daher hatte ich meine Pläne geändert und besuchte die nächstgelegene Insel Pulau Pangkor, 4 Stunden Busfahrt und 45 Minuten Fähre von KL entfernt.
Bereits im Bus lernte ich “Judy” kennen. Sie kommt aus Australien, ist 67 Jahre alt und hatte eine Menge zu erzählen. Das Tollste: ihre Outfits. Immer auf den Anlass abgestimmt, immer mit dem gewissen Hippie-Flair und immer red Lipstick. Mir ihr verbrachte ich grandiose Tage auf der Insel, mit tief gehenden Gesprächen, spirituellen “feel-the-earth” Momenten und Gelächter.
Auf der Insel gab es nicht viel zu tun und das war gut so. Mit dem Motorbike cruiste ich einen Tag lang über die Hauptstraße (Inselumrundung dauerte ca. 30 Minuten), ich hielt hier und da und überlegte, zum malayischen Frisör zu gehen. Meine Entscheidung fiel negativ aus.

Weitere Highlights auf der Insel: Frisbee spielen am Strand, Dinner mit Judy – die Füße im Sand -, Hornbill Fütterung, Schwimmen, Schnorcheln inkl. Anlockung der Fische mit Keksen, authentisches Dinner (“Nasi Kampung”) mit Charles und Nicole auf Plastikstühlen im Regen.

Im Hostel lernte ich auch Willy aus Kuala Lumpur kennen. Er ist Malaye und Willy sein Künstlername, da die Europäer seinen richtigen Namen nicht aussprechen können und daher immer vergessen. In KL führt er ein Hostel und bot an, mich auf dem Rückweg von Pangkor im Auto mitzunehmen. Ich nahm das Angebot dankbar an, wir erreichten den Parkplatz an der Fährstation und siehe da: der Herr fuhr einen BMW Z4 Cabriolet in schwarz mit roten Sportsitzen. KNALLER! Auf dem Rückweg regnete es dann so so stark, dass wir auf dem Seitenstreifen anhielten und Willy einen 20-minütigen Nap einlegte, da es sehr anstrengend war, im Regen zu fahren. Am Hauptbahnhof (der so aussieht wie ein Flughafen Terminal) nahm ich dann die Express-Zug zum Airport. Sumatra (Indonesien) – here I come!

Kuala Lumpur: wo bin ich bloss?

Die Busfahrt von Singapur nach, wie alle sagen “KL”, dauerte nur vier Stunden. Unter irgendeiner Brücke wurden wir rausgelassen und da stand ich nun, auf dem Bürgersteig an einer Hauptstraße. Totaler Lärm, schweres Gepäck, feuchte Luft und keinen Plan. Die finanzielle Verhandlung mit dem Taxifahrer gestaltete sich als nervig, sodass ich, stolz auf mein echtes Backpackerverhalten, die Bahn nahm. Nach einer Station stieg ich aus, mit meiner “Maps with Me” App konnte ja auch nix mehr schiefgehen. Good idea but wrong! Fast eine Stunde lief ich umher und fand mein Hostel einfach nicht. Der Rucksack schnitt mir in die Schultern, ich war nassgeschwitzt und nearly den Tränen nahe, weil ich keinen Bock mehr hatte und die Lust auf diese Stadt sekündlich sank. Schlussendlich fand ich es, das “Backhome” und es war ein wirklich tolles Hostel, puristisch eingerichtet, mit vielen Pflanzen und modernen Duschen. Leider regierte der Baulärm über Tag, sodass man definitiv etwas unternehmen musste. Was tun also!? Das tolle an Hostels ist, dass man immer Leute trifft und so habe ich mich Lucy und James (Australien) angeschlossen und wir besuchten die Batu Caves, einen Food Market und gingen, zusammen mit weiteren Leuten aus dem Hostel (vertreten: England, Kalifornien, Deutschland, Australien) zum Dinner auf dem Nightmarket in Chinatown. Den Absacker nahmen wir in einer Rooftop Bar ein, von wo aus man eine schicke Sicht auf den KL Tower hatte.
Tag 2 wollte ich mit Kultur füllen. Sightseeing, endlich mal den Hop-On-Hop-Off Bus nehmen. Ticket gekauft, ab zu Hop-On Station. Die zu finden war für Non-Navigation-Nora leider sehr schwierig. Wieder einmal habe ich mich total verlaufen und bin im Kreis gelaufen wie eine arme Irre, sodass ich mir in einem Café erstmal nen richtigen Cappuchino und nen Cheese Cake gönnte. An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass ich keinen Reiseführer in Form eines Buches habe sondern nur ein PDF. Das ist sehr unpraktisch.
What do to? Aufgeben? Never, hab doch das Ticket bezahlt! Also Leute fragen, noch mal nen bisschen umherirren und Station gefunden. Happy in den überfüllten Bus eingestiegen und am Bird-Park runtergehopst. Da war es schöööön ruhig, ich hatte einen vietnamesischen Begleiter, der kaum Englisch sprach (das kann noch lustig werden in Vietnam), und keine Motobikes around! Highlight der Tour (ich hoppte nur noch 2x off, weil es mal wieder regnete), war das Shoppingscenter unter den Petronas Tower (ich kaufte einen gedruckten Travelguide für Sumatra und Java), den KÖNIG von Malaysia zu sehen und der Sonnenuntergang auf dem KL Tower mit Blick auf die Petronas Tower. Mein Fazit von KL: gefällt mir irgendwie nicht so gut, mal ganz abgesehen von meinem verpeilten Stadtstruktur-Verständnis. Ich werde asiatische Großstädte wohl zukünftig eher meiden.