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Das grüne Hongkong

Man staunt ganz schön, wenn man sich aus dem Hitzkessel der City in das Umland bewegt. Hongkong ist so grün und wunderschön! Eigentlich wollte ich noch viel mehr sehen, wandern gehen und auf Inseln übernachten. Doch dazu reichte die Zeit dann doch wieder nicht.

So fuhr ich auf die Insel Lantau, wo sich auch der Flughafen befindet. Auf dieser besuchte ich den Big Buddha. Eindrucksvoll! Und was sehe ich? Ein Distanzenschild, Cape Town, Afrika, über 11.000 Kilometer entfernt. Dahinter der Buddha. In diesem Moment kamen mir die Tränen. Es fügte sich alles, machte alles Sinn. Anfang und Ende, Kreislauf, gesegnet.

Oh ja!
Oh ja!

Abends musste ich das Hostel wechseln, was mich tierisch nervte. Zum Glück war es nicht weit entfernt und ich musste mich nicht nochmal komplett neu orientieren.

Am letzten Tag meiner Reise wollte ich ans Meer, Beach! Eigentlich wollte ich Mitu, den philippinischen Typen von der Streetparty, besuchen. Aber die Fahrt hätte drei Stunden gedauert. So schipperte ich nach Lamma Island. Der Strand war nicht so schön, das Wasser noch weniger, die Schlote im Hintergrund erinnerten mich an ein russisches Atomkraftwerk. Dafür traf ich meine chinesische Freundin wieder und wir hatten einen schönen Nachmittag.

Abends gingen wir zusammen aus und zelebrierten unsere letzte Nacht in Hongkong. Im Skygarden sogen wir die Aussicht in uns auf. Eine chinesische Familie mit amerikanischen Akzent stand neben uns an der Scheibe. Sie ganz gelangweilt: “Well, this view we have in our room as well.” Ich dachte nur ” Well, and I have no window in my hostel!”

Morgen geht es nach Hause. Well, that’s it!

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Megacity Hongkong – macht mega müde!

Zum krönenden Abschluss gab ich mir noch eine Portion China süss-sauer.

Ich erreichte Hongkong am späten Abend und war gleich geflasht von den Hochhäusern und ihren glitzernden Lichterfassaden. DAS ist mal eine Megacity. Mit einem mega mini Hostel. Mein Raum – 6 qm, sechs Personen im Stockbett. Kein Fenster. Aber man weiss ja, dass in Hongkong der Wohnraum knapp und teuer ist. Im Stadtteil Kowloon (Tsim Sha Tsui) befand ich mich jedoch in bester Lage.

Flur des Hostels. Dicke Menschen sollten hier nicht einchecken.
Flur des Hostels. Dicke Menschen sollten hier nicht einchecken.

Ich ratzte direkt ein und schlief lang, da ja ohne Fenster kein Tageslicht reinkommt und man somit keinen Anreiz hat aufzustehen. Der Host Sam gab mir gute Sightseeingtipps für einen ersten Tag, die “easy” Runde.

Nach einem Frühstück bei Mc Café (erschwinglich und gut) machte ich mich sogleich auf die qualmenden Gummischlappen. Hongkong ist heiss, Hongkong ist schwül. Die Metro ist eiskalt und die Shoppingcenter auch. Das war eine Achterbahnfahrt für meinen Kreislauf, obwohl ich ja jetzt schon einiges gewohnt bin.
Ohne meinen Sarong bin ich nicht mehr aus dem Haus. Wärmender Umhang oder Schweisstuch, immer am Start.

Ich besuchte zunächst die Waterfront mit Blick auf die Skyline von Hongkong Island, dann ging es mit der Ubahn zur Sneaker Street, wo es angeblich total abgefahrene Turnschuhe geben sollte. Gab es nicht, dafür aber günstige neue Laufschuhe für mich. Meine alten Nike’s musste ich ja in Neuseeland wegen Verdreckung und Gestank zurücklassen. Hongkong nur auf Flip Flops wäre zudem der Tod für meinen Rücken gewesen…

Staun!
Staun!

Einen späten Lunch gab es auf dem Food Market, wo ich trotz ausschliesslich chinesischer Schriftzeichen etwas Gescheites ohne Hoden oder Flossen zu essen bekam. Weiter zum Ladies Market mit Fakes soweit das Auge reicht und zum Night Market für ein chinesisches Local Dinner.

Einfach aber gut.
Einfach aber gut.

Zwischendurch dachte ich, ich fall um.

Zu viele Menschen, zu viele Shops, zuviel Lichtreklame, zuviel Durcheinander, zuviel Hitze, zu wenig Rückzugsmöglichkeiten – ausser Gefrierfach temperierte Shoppingcenter, wo man aber auch nirgends “nur mal so” sitzen kann.

Menschen mit schwarzen Haaren in der U-Bahn.
Menschen mit schwarzen Haaren in der U-Bahn.

Der Hongkong Chinese an sich ist ja auch nicht “nur mal so” unterwegs. Zielstrebig wird nach Markenbekleidung gejagt. Gucci, Chanel, Balenciaga, Furla, Issey Miyake, Prada, YSL, Michael Kors, Isabel Marant, Versace, Jimmy Choo, Belly, Tod’s, Burberry, Y3 – hier gibt es sie alle. Die Shops. Und sie sind i m m e r voll. Und die Mädchen haben i m m e r eine dieser Megamarken Handtaschen am Arm baumeln. Wie kann man mal eben so bei Prada shoppen gehen?? Er, der Hongkong-Chinese, oder einer seiner Nachbarn aus Korea oder China, tragen hauptsächlich Shoppingtüten an der Hand sowie das Handy in der anderen. Auch sieht man sie mit Rollkoffern durch die Gegend ziehen. Ich fragte mich, ob sie darin wohl gleich die Einkäufe verstauen oder sich darin Gepäck (=Tourist) befindet? Beides! Es schienen Shoppingtouristen zu sein.

Die “easy” Runde schaffte ich am ersten Tag natürlich nicht. Am zweiten nahm ich mir Hongkong Island vor und den Besuch bei der Kosmetik. Ich liess mich zwei Stunden restaurieren und anschliessend durch das Viertel treiben, in dem es einen schönen Tempel gab. Soho ist, wie in so vielen Cities wie in zum Beispiel London, New York immer eines der In-Viertel. Galerien, coole Shops und Bars waren hier rund um Lan Kwai Fong zu finden. Mit den Hostel Mädels Kimmy (Deutschland), Henna (Korea) und Leyen (China) gingen wir abends auf eine Streetparty in Soho und hatten jede menge Spass. Es wurde draussen auf der Strasse getanzt und getrunken. Fühlte sich wie Karneval an. Hicks!

Nach drei Tagen Innenstadt und Shoppingterror war ich fertig. Ganz ehrlich war es für mich nach dem Besuch ärmerer Länder schwer zu etragen. Überall riesige Malls, Shops, überall Geld, überall Konsum, Beton, Glas .. und keine freundlichen Menschen. Die Chinesen sind einfach so, so ohne Lächeln, etwas ruppiger eben.

Morgen muss ich mal ins “Grüne”.