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Nora im Ashram: zurück auf der Erde

Die fünf Tage gingen schnell um. Der Abschied von den Menschen war liebevoll. Einige habe ich sehr gemocht, ihre Schicksale berührten mich und ich glaube ihnen. Ihre Reaktionen auf Ratus und das Shaken erschienen mir nicht gespielt. Glaube kann Berge versetzen, so heisst es. Gerade in schwierigen Lebenssituationen sucht man Hilfe von Aussen, ob vom Universum, vom Guru, dem lieben Gott oder den Heinzelmännchen. Und es ist gut so.

Manchmal fragte ich mich aber, ob der Ashram die Menschen süchtig macht. Süchtig nach dem Gefühl der Happiness, des Explodierens. Einige, die im Taman crazy abgingen, sahen beim Abendessen schon nicht mehr so happy aus. Frau A. aus Holland fragte ich, ob sie denn auch im Alltag lacht und glücklich ist. Man könne das ja nicht so vergleichen, in der Shaking Gruppe wäre das immer so einzigartig. Hm.
Und was ist mit denen, die seit Monaten im Ashram leben. Das wirkliche Leben findet da jedenfalls nicht statt.

Sie fragten mich, ob ich wiederkommen werde in den Ashram. Vorerst nicht, aber wer weiss. Try things for the second time, vielleicht.

Meinen heiligen Tabak habe ich Herrn T. geschenkt und die Spritze weggeschmissen.

Nora im Ashram: die weiteren Tage

Die Routine im Ashram hat etwas beruhigendes. Das frühe Aufstehen fällt mir nicht schwer, kann ich doch von meinem Zimmer aus direkt zum Springbrunnen schlurfen und bei der Meditation noch ein bisschen die Augen schliessen. Die aufgehende Sonne ist schön, die Vögel zwitschern, der Springbrunnen plätschert.

Das Mantra habe ich jetzt drauf, habe mir einen Spickzettel gemacht. Die Menschen, sie rülpsen und rotzen wieder. Ich finde es ekelig, aber hier soll man ja alles rauslassen.

Etwas über 3000 Mal habe ich es gesungen.
Etwas über 3000 Mal habe ich es gesungen.

Ratu trägt an diesem Morgen Blazer und ein funny T-Shirt auf mit dem Ausdruck “I love myself so much”. Ich finde ihn ja irgendwie knuffig. Er erklärt, dass nicht er zu uns spricht, sondern durch ihn das Universum. Frau L. furzt, alle lachen, Ratu sagt “Let it flow!” Cool, der Ratu.

Der Taman!
Der Taman!

Beim Shaken versuche ich alles zu geben. Die Füsse schlafen ein, die Knie schmerzen, der Rücken, die Brüste auch. Aber gerade dann soll man weiter shaken, “go through it”. Ich reduziere die Intensität, am dritten Tag schwänze ich eine Stunde Shaken nach der Morgenmediation und verlasse den Taman am Abend eine Stunde früher. Das soll man auf garkeinen Fall machen, erklärt mir Frau A. Einige Damen legen sich kleine Glocken um die Taille. Es herrscht ein Lärm im Taman, der mir ab und an gehörig auf den Senkel geht. Ich gehe auf die Toilette und muss pausieren. Meine Güte! Ein paar Mal hoffe ich, dass die zwei Stunden Shaken bitte schnell vorbei sein mögen.

An einem Morgen der ersten Tage spricht Ratu mich nach dem Shaken an und fragt, ob everything OK sei. Ich gehe auf ihn zu, hocke mich hin und brabbel irgendwas ungefragtes. Ich bin immer noch verunsichert. Dabei kann man ganz normal auf ihn zugehen, so Frau D. und auch mit ihm über das Shaken reden oder ihn Dinge fragen. Ich denke immer noch, er kann meine Gedanken lesen. Abends sitzt er vor der Glotze in seinem Kingsize Stuhl und schaut indische Soap Opera. Ich muss schmunzeln. Auch ein Guru ist nur ein Mensch. Vielleicht gehe ich doch mal hin und frage ihn wegen meiner Schulter. Früher war er ein Balian, ein Heiler. Probieren kann man es ja mal.

Mittlerweile habe ich auch vom gesegneten Tabak erfahren, die so genannte Ratu Medizin. Den stopft man sich entweder in die Unterlippe oder man produziert ein Liquid, das man sich mittels einer Spritze die Nase zieht. Ich erhalte eine Kostprobe von Herrn T. Mir schiessen die Tränen in die Augen und ich muss mich hinsetzen. Der Kopf kribbelt. Nein, nicht hinsetzen, weiter shaken! Ich kann nicht, habe das Gefühl, dass ich sonst umfalle. Krass! So ganz ohne Hilfsmittel klappt die Connection zum Universe also doch nicht. Alle spritzen, ich kaufe mir die Utensilien. Wenn schon, denn schon.

Das Shake Besteck...
Das Shake Besteck…

Man sollte beim Rütteln das Foto von Ratu fixieren, dann fällt es wohl leichter an nichts zu denken. Ich mag nicht, ich mag keinen Guru anbeten. Ich versuche es aber, sein Gesicht verformt sich zu einem breiten Grinsen, zusammen mit dem Hintergrund kriegt er irgendwie Affenohren. Zuviel heilige Tabakmedizin? Meine Beine zittern ab und zu wie elektrisch aufgeladen. Tut sich da etwa was? Ich führe es auf eine Art Muskelkrampf zurück. STOP! “Less thinking, more doing!”

Ratus berührt mich mehrmals an der Wirbersäule, dort sitzt das Sakral Chakra. Ick merk nüscht! “Electric, electric, electric” wiederholt er…. Hmmmmm….
Ich grinse ihn stets freundlich an, wenn er mich anguckt. Ich habe Ehrfurcht vor ihm und frage mich immer noch, ob er mich durchschaut und weiss, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin.

Beim Essen wird viel über den letzen Shake gesprochen. Unter den Teilnehmern sind Neulinge, die auch nix merken. Da bin ich ja beruhigt. Das sei normal, am Anfang dauert es einfach seine Zeit, bei manchen hat es zwei Jahre oder länger gebraucht. Viele haben Probleme. Krebs, Depressionen, Familienschicksale. Sie alle erhoffen Hilfe aus dem Universum und von Ratus. Bei manchen hat es geholfen. Frau L. hat so den Grossteil ihres Krebs besiegt. Nur im Gehirn sitzt noch etwas. Manche sind seit vier Monaten im Ashram.

Neuling Frau D. merkt etwas, als Ratus sie an die Hand nimmt. Ein blaues Licht erscheint ihr. Auch Herr J. aus Ungarn fällt um. Ich bin etwas neidisch. Mich nimmt er nicht an die Hand. Ich shake an einem Morgen so sehr, dass ich total schwitze und völlig am Ende bin. Dennoch nix gemerkt. Auf dem Bett penne ich ein, erscheine zu spät zum Spüldienst und werde ermahnt. Geht’s noch?

Fünf Tage lang rauche ich nicht und trinke auch keinen Alkohol. Fällt auch nicht schwer, aber den heiligen Tabak zu rauchen muss ich dennoch mal probieren. Es knallt mir die Lunge weg. Ich bezweifle ein wenig, ob das mit dem Liquid in die Nase schiessen so gesund sein kann…. Angeblich soll es detoxing sein.

Ratu ist auf einmal verschwunden. Dein Tage lang. Er ist nach Jakarta geflogen und sitzt nun dort fest, da ein Vulkan Rauch und Asche spuckt und der Flughafen von Denpasar gesperrt ist. Na toll, so viel Geld bezahlt und der Meister ist nicht da. Und wegen der Schulter kann ich nun auch nicht fragen. Kann man aber nix machen. Alle sind traurig und vermissen ihn. Ich hätte mir noch mehr Talks von ihm gewünscht. Zum Saturday night Fever ist er endlich wieder da. Alle sind total glücklich und rasten derbe aus. Ein Frau verdreht die Augen, kommt garnicht mehr klar und schreit “I love you Ratu!” Hm, Autogrammkarten gibt es wohl im Shop zu kaufen.

Die Bude ist voll, es sind auch viele Locals da, ein Getöse! Sie waschen ihm die Füsse. Ich habe beschlossen, es nun mit Musik zu versuchen und mir eine technoide Playlist zusammen gestellt. Geht doch! Ich habe Gänsehaut und kann shaken wie noch nie und es tut mir auch nix weh! Music is my religion!

Ich gönne mir eine Massage bei der balinesischen Frau P. Sie hatte Asthma und wurde durch das Shaken geheilt. Ich glaube ihr und freue mich für sie.

Am Sonntag Morgen ist mein letzter Shake. Ich zelebriere ihn.

Nora im Ashram: Shake it with Ratu

Zu den “do more things for the first time” gehörte für mich auf jeden Fall noch der Besuch eines Ashrams. Die missratende Yoga Woche auf Ko Samui konnte ich ja nicht wirklich dazu zählen.

Über eine Empfehlung kam ich also zu Ratu Bagus im Dorf Selat und buchte für den Preis eines Luxushotels fünf Tage Ashram (Mindestaufenthalt für Anfänger). Im Ashram wird das “Shaken” praktiziert, das schon alte Kulturen anwendeten. Auch Osho/Baghwan hat seine Follower rütteln lassen.

Durch das stetige Shaken des Körpers sollen Blockaden gelöst und Energy freigelassen werden. Ziel ist es, Connection mit dem Universum über/und Ratus herzustellen und so happy zu werden. Dazu wird das Gayatri Mantra, das Muttermantra, gesungen. Ich war enttäuscht, denn ich dachte, es wird zu Musik geshaked. Hatten sie aber abgeschafft, weil es dauernd Streit um die Playlist gab.

Tag 1: Ich erreiche den Ashram. Ratus sitzt vor seinem Haus, Guru mässig in Weiss gekleidet mit lustiger Dutt Frisur. Er begrüsst mich mit einem Lächeln und drückt mich. Ich bin verlegen. Kann er meine Gedanken lesen? Warum drückt er mich?
Zum Glück gibt es direkt Mittach und ich lerne alle Leute kennen, kann mir die Namen nicht merken. Wir sind ca. 35 Teilnehmer. Mit Marianne, seiner Assistentin, unterhalte ich mich beim Lunch und erhalte eine kurze Einführung. Danach Rundgang. Ich werde zum Küchendienst nach dem Mittagessen eingeteilt, Spülen und Abtrocknen. What???? Ach ja, Karma auftanken …

Ich steige ein mit der Meditation am Abend. Ratus sitzt am Springbrunnen. Wie meditiert man denn so genau? Ich schliesse die Augen und versuche an nichts zu denken, was natürlich nicht klappt. Dazu passiert viel zu viel um mich herum. Die Menschen, sie rülpsen immerzu. Eine fängt irgendwie seltsam an zu glucksen. Nach einer halben Stunde stehen sie auf, singen das Mantra und shaken. Ich kann noch nicht mitsingen aber shake mal los. Gut, dass ich den Sport BH habe, aber angenehm ist es nicht.

Shiva Brunnen. Innen ruht ein Stein, der aus dem Vulkan Agung herausgeschleudert wurde.
Shiva Brunnen. Innen ruht ein Stein, der aus dem Vulkan Agung herausgeschleudert wurde.

Einige Menschen fangen plötzlich an zu lachen. Nachdem sie vom heiligen Wasser getrunken haben, rasten sie völlig aus und schleudern umher, lachen sich kaputt, tänzeln, fallen zu Boden. Das ist, habe ich nachgelesen, die Energy, die sich entfaltet.

Ratus steht vor dem Springbrunnen und sagt immerzu “I love you”. Wenn er die Menschen anschaut verhalten sie sich wie bei einem elektrischen Schlag und stossen nach hinten oder vorne, lachen. Ich bin leicht verstört und kann mich nicht mehr auf das Mantra konzentrieren, weil ich die ganze Zeit blinzle, was denn nun schon wieder passiert.

Ich nehme drei Schlucke vom heiligen Wasser. Marianne fragt mich hinterher, ob ich die Energy gespürt habe. Nö. Aber erfrischend war das Wasser. Im Taman geht es mit dem Shaken weiter, jetzt wird auch noch gekreischt, geschrien. Mann o Meter! Nach dem Abendessen bin ich reif für das Bett und schlafe tief und fest.

Der Tagesablauf:
6:30 Meditation am Springbrunnen mit hl. Wasserquelle
7:00 – 9:00 Shaken im Taman
9:00 Frühstück

13:00 Shaken
15:00 Mittagessen
16:00 Küchendienst

18:30 Meditation
19:00 – 21:00 Shaken
21:00 Abendessen

Breathing: Gili Air

Oder: stucked on the island!

Die Gilis sind drei niedliche Inseln in Peanut Form vor Lombok und ca. eine Stunde mit dem Schnellboot von Bali entfernt. Wir waren nach dem lauten Ubud reif für eine kleine Insel und buchten Gili Air.

Air ist etwas kleiner als Gili Trawangan und ruhiger. Zudem war Ramadan, daher waren eh keine Partys zu erwarten. Eigentlich schade, denn ich hätte gerne mal wieder am Beach getanzt. Ecstatic Dance am Strand, quasi.

Auf den Gilis gibt es keine Autos und keine Motorbikes. Man fährt Rad, geht per Pedes oder nimmt sich eine Pferdekutsche (!).

Die Zeit verging wie im Flug. Der Tag war rum wie nix, frühstücken, radfahren, schnorcheln, lesen, Banana Bread essen und um 17 Uhr waren wir stets mit dem Sunset in Mowies Bar verabredet. Ein toller Ort mit gutem Essen, leckeren Smoothies und kühlem Bintang Bierchen. Wir lernten sehr nette Leute kennen und freundeten uns mit Shai an, mit dem wir viel unternahmen und über Shiva/Gott und die Welt redeten.

Wir hatten vier Nächte vorgesehen, verlängerten aber drei Mal und kamen nun auf zehn Tage. Und ich blieb noch etwas länger. Stucked on the island – das war schon mehreren Leuten widerfahren, die wir dort trafen. Auch wir fühlten die besondere Atmosphäre dort und der Abschied viel echt schwer.

Neben dem Insel-Life unternahmen wir drei einen Ausflug nach Lombok, mieteten uns zwei Motorbikes und cruisten den kompletten Süden ab bis nach Kuta und weiter zu einem ganz besonderen Strand, wo wir eine ganze besondere Nacht verbrachten. Wir schliefen am Meer in einem offenen Wartehäuschen aus Holz (balinesischen Namen weiss ich nicjt mehr). Ziemlich zugig in der Nacht, kalt, keine Toilette, kein Waschbecken, die Dusche fiel aus…aber man konnte sich auch im Meer waschen und die Haare mussten das halt mal aushalten.

Nora Dussel Schussel verlor dann noch den Motorbikeschlüssel am Strand. Intensivste Suche und Rückerinnerungshypnose brachten leider nix und so fertigten die Locals beim Motorbike Service innerhalb von einer halben Stunde einen Zweitschlüssel an!
Die Entfernung zurück zum Hafen hatten wir irgendwie unterschätzt und so verpassten wir das Boot und mussten ein eigenes chartern. Crazy Day! Doch waren wir happy, wieder auf Gili Air zu sein, at home, und Sandra’s Abschied zu feiern.

Ein ganz besonderer Moment war, als ich beim Schnorcheln zwei Schildkröten sah und eine Weile mit ihnen schwamm. Und: ich habe zwei ziemlich grosse Black Tip Reefsharks gesehen. Wahnsinn, wahnsinn, wahnsinn!

I love Gili Air und komme sicher nochmal wieder. Stucked on the island, why not?!

Und sonst so in Ubud?

Ich hinke etwas hinterher mit meinem Blog. Was ging denn noch so im Yoga NY von Bali?

Sehr viel kulinarisches, das steht fest. Denn gesunde Ernährung stand ganz oben auf dem Meditations Menü und so futterten wir uns kreuz und quer durch die Cafés. Es gab Buddha Bowl Salat und Shiva Schnittchen. Das Angebot war so gross, so lecker und so guenstig. Yummy!

Mit dem Roller fuhren wir durch die Umgebung und besuchten ein renommiertes five star Hotel von 1928 “The Mansion”, assen dort kind of Käsekuchen und stellten fest, dass der Bali Style (immer etwas knüsselig und halbgar) auch vor den Luxus Hotels nicht halt macht. Auf dem Gelände trafen wir einen Typen, der von dem Zahnarzt nebenan schwärmte. Ich machte sofort einen Termin zur Zahnreinigung. Amazing! 25 Minuten, 30 EUR, alles blitzesauber wie noch nie!

Zum bekannten Tempel in Kintamani ging es über eine Stunde mit dem Roller stetig bergauf, sodass wir mit der Zeit ziemlich froren auf dem Mofa. Oben im Norden nahe des Vulkans Batur angekommen wurden wir mit Shoppingangeboten überhäuft, Sandra kaufte, one more, one more, and one from meeeeee. Ich hatte somit halbwegs meine Ruhe.

Guten-Morgen-Yoga habe ich auch einmal mitgemacht um festzustellen, dass das mit meiner Schulter immer noch nicht geht und wie schrecklich steif ich geworden bin. Frust! Die tibetanische Klangschalenmeditation hingegen habe ich sehr genossen. Das war ein Gefühl, als ob dein ganzer Körper wabbert, wenn der Tonmeister die Schale neben Deinen Kopf hält. Natüüürlich waren wir zum Abschluss auch nochmal beim Ecstatic Dance. Sie spielten New Order, sehr cool. Diesmal waren wir auch so spät dran, dass wir den Part mit der liebevollen Umarmung verpassten. But: Love is everywhere.

Ecstatic Dance – der Spirirave auf Bali

Sonntag, 11 Uhr: ab zum Körperausdruckstanz nach Ubud, trendy “Ecstatic Dance” genannt. Es handelte sich dabei nicht um eine After Hour. Denn Ubud ist, unter anderem, das balinesische Mekka für “Glückstouristen”. Hier gibt es keine After Hour. Und erst recht keinen Rave.

Das Amphittheater des Yoga Barn.
Das Amphittheater des Yoga Barn.

Nach Ubud kommen Yogafans, solche, die es werden wollen, spirituell Interessierte, Heilsuchende, Neugierige, Gefestigte und Verlorene. Denn Ubud ist ein magischer Ort, sein Name heisst übersetzt “Medizin”/”Heilung”.

Und hier wird nicht EINFACH SO getanzt. Es wird sich zu Musik beweeeegt. Stress abgebaut, Blockaden gelöst, Energy freigesetzt.
Vorurteilsfrei. Ohne Alkohol, Drogen, Anmache, gespielte Coolness oder Dresscode. Schon mal gut!

Wir erreichten den angesagtesten Yogaplace in town – das Yoga Barn. Eine schöne Anlage abseits der lauten, stinkenden Hauptstrasse. Viel Holz und Grün. Fragten uns durch, luden unsere Backpacks ab, meldeten uns fix an, denn der Dance ist sehr beliebt. Dann schauten wir.

Alle haben sich lieb.

Die Menschen drückten sich zur Begrüssung mindestens 5 bis 10 Sekunden lang, *streichel-über-den-Rücken* Wahlweise wurde Hand an Hand gehalten, um Verbindung herzustellen und Energy fliessen zu lassen. Yeah!

LOVE!
LOVE!
More LOVE!
More LOVE!

Irgendwie gab es doch einen Dresscode. Ich machte einige Must-haves aus, darunter Halsketten im Mala Style, viel Feder, Fransel und Gehänge, Kategorie Ibiza Hippie Style mit undone hair oder Dreadlocks. Dann die Yuppie-Yogine mit Space Leggings und Bustier. Zöpfchen bei den Typen, Schlabberhose, Halskette, Armspangen, Körper Malereien, Buddha/Shiva/Ganesha Shirt oder Tattoo. Ich: addidas Short, T-Shirt, meine gefälschten Birkenstocks.

Nach so viel spannendem Geglotze hatte ich ganz viel energy rauszulassen und meine “underdressed” Blockade zu lösen. Seit der letzten Beachparty vor einer Woche hatte ich ausserdem auch nicht mehr getanzt!

Die Musik fing langsam an, man wog sich so rum, drehte sich. Der Teacher raunte an, jetzt durch den Raum zu gehen und Blickkontakt aufzunehmen. Alle lächelten. Und Stop! Den Nachbarn umarmen. Aaaah! Ich hatte keinen und stand alleine da.
Weiter ging es, dann noch ein Stop. Jetzt hatte ich einen Umarmungsnachbarn, wir mussten uns über den Rücken streicheln. Lächeln! Ich Dich auch! Daher kommt das also!

Dänce, dänce, dääääänce!
Dänce, dänce, dääääänce!

Die Playlist bestand aus sphärischen Tonwellen, Shanti-Rhythmen, afrikanischen Bongo-Vibes, Bauchtanz Klängen, Mantren im Popstyle und dem Song “hooked on a feeling”. Und einem Cello, wunderschön! Sandra und ich hotteten ab. Ich gab einmal den Körperklaus und bewegte mich anti-rhythmisch. Grosser Spass! Am Ende wurde es wieder ruhiger, runterkommen, hinlegen. Einige nahmen den Lotussitz ein oder machten einen laisser-faire Kopfstand, andere standen weiter, eine Frau sang spontan mit.

Putz-Yoga nach Tanzekstase.
Putz-Yoga nach Tanzekstase.

Nach 1,5 Stunden waren wir nass geschwitzt. Am Freitag gehen wir wieder hin!

Ektasi durch Tanzi!
Ektasi durch Tanzi!

Besuch ist da!

Anfang Juni kam Sandra aus Deutschland angeflogen! Ich freute mich total (endlich Freundin!) und sie auch (endlich Urlaub!). Netterweise durften wir (und ich immer noch) bei Markus wohnen. So machte ich Platz im Bett und Zimmer und zeigte ihr die Orte in der Umgebung: Seseh, Canggu, Seminyak, Kuta.

Wir fuhren nach Seminyak und speisten fürstlich im “bambu”, genossen in der “Ku De Ta” Beachbar einen Sundowner, fuhren morgens ganz früh nach Tanna Lot, dem heiligen Wassertempel, glotzen in Canggu auf die Wellen und ihre Reiter, tranken fresh young coconut, hingen am Pool ab, unternahmen einen Strandspaziergang, assen Maiskolben mit Peanutbutter und tanzten nachts auf der Beachparty am Strand. Zwischendurch kümmerte ich mich noch um die Verlängerung meines Visums.

Dann war ich reif für die nächste Station.
Nach 30 Tagen am Meer ging es ins Landesinnere.


Back to Indonesia – back to Bali

Ich weiss noch genau, wie ich vor zwei Jahren alleine auf Bali Urlaub machte und im nicht gefederten Rumpelbus auf dem Weg von Westen Richtung Ubud sass. Da hatte ich diesen Moment: Happiness!

Hier begann es. Hier wuchs mein Wunsch heran länger zu reisen und verschiedene Länder zu besuchen, Natur & Menschen kennenzulernen.

Nun bin ich zurück an diesem wunderschönen Ort und nehme mir bewusst eine Auszeit. Von der Auszeit.

Ich habe das grosse Glück und bin sehr dankbar, bei einem Freund in einem kleinem Ort nahe Canggu wohnen zu dürfen. Hier ist es wunderschön, ruhig, die Dorfbewohner sind sehr liebenswert und ich habe schon viele schöne, lustige und interessante Geschichten über Bali “Behavior” erfahren. In Canggu selbst gastiert die Surfer Szene und das schicke Seminyak ist auch nicht weit.

Ich lese viel, fahre Motorbike, sitze am Strand und schaue den Wellenreitern zu. Manchmal ist mir auch echt langweilig. Da ich nicht reise, hat man wieder so etwas wie einen Alltag. Ab Juni wird sich das ändern, meine Freundin aus Deutschland kommt, und dann ist endlich Girlstime angesagt!