Bohol: Donnergroll und Urwaldfeeling am Luboc River

Auf der Kawasaki von Joseph legte ich mir Musik auf die Ohren und genoss den Fahrtwind, die Geschwindigkeit und fand es total toll. Mit dem habal-habal, einem Motorradtaxi, ging es von Panglau ins Landesinnere der Insel Bohol.

Da Joseph dann doch mehr Geld haben wollte als vereinbart (wer hätte DAS gedacht, haha, ich nehme das ab sofort nur noch mit Humor), stieg ich in Tagliabaran in den Bus. Voll besetzt bis oben hin schuckelte der ungefedert eine Stunde lang bis zu meiner Unterkunft “Nuts Huts”. Im Bus war ich die einzige Langnase und wurde von kleinen Mädchen beäugt, die sich kichernd wieder umdrehten, als ich Hallo sagte.

Auf der Rückbank mit nur einer Arschbacke.
Auf der Rückbank mit nur einer Arschbacke.

Mit meinem Hab und Gut wanderte ich, schweisstriefend, in Richtung Unterkunft. Traumhaft am Fluss erbaut, gründeten Walter aus Belgien, seine Frau und noch ein Paar diese schöne Oase am grünen River.

Pfad.
Pfad.
Dein Schweissss.
Dein Schweissss.

Ich unternahm nach einer Erholungspause, Snack und Fruchtshake, eine kleine Tour mit dem Kajak zum Wasserfall. Der Muskelkater war sogar inklusive.

Zusammen mit einem Herrn sass ich am Ufer. Ich bot ihm eine indonesische Nelkenzigarette an und wir rauchten. Er war dafür zuständig, die Bootrestaurants zu registrieren/zählen, die alle drei Minuten vorbeifuhren. Zur Unterhaltung der Gäste war jeweils eine Band an Bord mit Sänger/Sängerin, die sich quer durch die romantischen Songs der Jahrzehnte trällern. Kirmesfeeling!

In der ersten Nacht präsentierte sich mir die Gewalt der Natur in Form eines ungeheueren Gewitters. Morgens um vier Uhr knallte der Donner wie die Wut eines riesigen Monsters durch den Dschungel, die Blitze zuckten taghell. Wow! Und ich musste auf’s Klo, das lag draussen. Ohne Taschenlampe tapperte ich hin, ohne musste ich auch wieder zurück und konnte mich nur während der Blitze fortbewegen, da es rabenschwarz war. Diese Dunkelheit hatte ich zuletzt in Neuseeland auf dem Campingplatz erfahren. Da sass ich aber im Wagen. Hier, draussen, war das ein total beklemmendes Gefühl. Nichts sehen, ausgeliefert sein. Urwaldfeeling!

Auf Hiking hatte ich bei der mega Hitze keine Lust und mietete mir ein Motorbike, um einige Sehenswürdigkeiten zu besuchen und im Loop wieder nach Luboc. zurück zu fahren. Die Chocolat Hills, Gugelhupfartige Hügel mit braun-grünem Grass bewachsen, waren eine davon. Highlight war der Besuch des Tarsier Reservates. Diese ulkigen Äffchen sind der Hit! Die können ihre Köpfe um jeweils 180 Grad drehen und sehen aus wie eine Mischung aus Affe, Frosch, Ratte, Maus auf Droge.

Position A.
Position A.
Position B.
Position B.
Position C.
Position C.

Die Strasse, die mich im Loop wieder nach Luboc führen sollte, verpasste ich leider. So fuhr ich bis in den Norden der Insel bis nach Ubay. Auf dem Weg passierte ich mehrere Dörfer, deren Einwohner wohl noch nie eine Touristin gesehen hatten. Alle schauten/starrten, einige winkten, ich rief Helloooo! Und es war so heiss, die Sonne brannte auf mich nieder. Unterwegs gab es leider keine Möglichkeit irgendwo einzukehren. Ich fragte irgendwann nach dem Weg (sein Kumpel wollte Geld haben für diese Information), fuhr die Strasse, die ich verpasst hatte, zurück. Insgesamt ritt ich 200 Kilometer auf der Maschine. Ohne Essen von 8 Uhr Frühstück bis 17 Uhr. Hells Angels Feeling!

Zusammen mit Collin nahm ich am Morgen des dritten Tages die Fähre nach Dunamaguete. Wir erreichten das Boot in allerletzter Minute. Siegerfeeling!

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