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Santa Lucia -> La Fortaleza

Also ab jetzt wird’s für den Leser wohl eher n bisschen viel langweilich….immer nur Grün, Braun, Felsen, Nora in Funktionsmode und mit Stöcken – wann kommt denn mal Bikini, Strand und Meer?

So wartet! Ich mach ja schliesslich Aktiv-Urlaub und die Tour hier hatte respektable 11 Kilometer auf dem Tacho mit einem fiesen steilen Anstieg ganz am Ende der Strecke. Das kenne ich vom Rennradeln: wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine Rampe her.

Wir liefen also zu den Höhlen, in denen sich die Kanarios damals vor den Spaniern versteckten. Der Wind blies, es war kühl, der Weg steinig und nicht gerade knöchelfreundlich. Wir meisterten alles mit Bravour, verliefen uns dank eines freundlichen Bauerns nicht und kippten zur Belohnung einen schönen dicken Humpen frisch gezapftes Bier. Am Ende hat doch jeder Sport etwas gemeinsam.

Am Sonntag sollst du ruh’n

… oder tausend Schritte tun. Wir erledigten das auf der Flaniermeile am Playa de las Canteras in der Hauptstadt Las Palmas. “Fein” herausgeputzt hatten sich die Einwohner, um sich auf der weitläufigen Promenade die Beine zu vertreten oder ein wenig Sport zu treiben.

Dresscode: elegant chic!
Dresscode: elegant chic!

Weiter hinten entdeckten wir ein Fischrestaurant, aus dem es mächtig nach Knoblauch roch. Eine lange Warteschlange versprach lecker Essen aber wir hatten keine Lust anzustehen (holen den Besuch aber nach).

Übrigens verbringe ich die Abende (und auch die Morgende) stets in Skisocken und eingehüllt in “Petzi”, der bärenbraunen Flauschi-Decke. Etwas grummelig verfolge ich den Wetterbericht für die Kanaren. Während in D die Sonne knallt, hat es hier oben bei unserer Hobbithöhle stets mucho frio 12 Grad und auch Regen. Naja, mal nich meckern. Wenigstens muss ich keine Daunenjacke anziehen.

Dresscode: warm in braun
Dresscode: warm in braun

Jetzt noch Kräfte sammeln für morgen, denn es geht auf eine 11km lange Tour!

Wolkenfels

Zum Pflichtprogramm einer ambitionierten Wandersfrau gehört der Aufstieg zum imposanten Roque Nublo. Das ist quasi ein dicker, 80 Meter hoher Monolit, der auf einem Bergplateau steht (1800 Meter). Weniger ambitionierte Touristen nehmen den Weg vom nahegelegenen Parkplatz, wo sie der Bus aus Playa del Inglés hinkarrt. Diese Herrschaften erkennt man an der Schuhwahl: barfuss auf Flip Flops, in Stiefeletten mit Absatz oder mit zarten Riemensandälchen ausgestattet.

Wir wählten die Tour mit einem recht steilen Anstieg (420 Höhenmeter). Mein Erkennungszeichen: Wanderschuhe, Trekkingstöcke, Rucksack, Kopftuch, Lycra-Shirt, Fleecejacke. Sieht dämlich aus, macht sich aber im Gelände besser. Modisch gesehen ist Outdoorsport ja immer eine totale Katastrophe. Beim Rennradfahren sehe ich aus wie eine Leberwurst und beim Wandern wie ein geschmacksverkalktes Huhn, da ich eben auf vorhandenes Material, sprich Rennradshirt, Gymnastikhose, Joggingweste und Bikerrucksack, zurückgreife. Die Wanderschuhe in Wüstensandoptik runden das Outfit ab.

Der Weg führte durch duftende Kiefernwälder, über kleine Bäche und vorbei an schroffen Felsen, immer mit grandiosem Blick auf die Landschaft, die an den Yosemite Nationalpark erinnert (sagt Tobi, ich war noch nie dort). Und weil diese Strecke schon recht anstrengend ist, waren wir auch fast alleine unterwegs.

Schöner Weg.
Schöner Weg.

Diese Luft!
Diese Luft!

Total selig erreichten wir den Gipfel, wo eine starke Brise wehte und mir plötzlich anders wurde. Hier ging es steil bergab und in mir kroch eine leichte Angst hoch, weshalb ich den Fels auch nicht umrundete. Auf der windstillen Seite machten wir Rast und ich achtete darauf, immer schön mit dem Rücken am Fels zu sitzen. Der Blick war zwar grandios, am Horizont der Teide, aber ich konnte erstmal nur auf den Boden schauen. Der waghalsige Abflug der Tauben in die tiefe Schlucht bereitete mir Unbehagen. Die Flip Flop Träger hatten indes kein Problem, an der Kante rumzuspringen. Nach einigen Minuten liess das Muffensausen aber nach und ich konnte meinen Blick in die Ferne richten. Lag sicher an der Höhenluft, ganz bestimmt. Oder am Käsebrot. Oder am Outfit.

Wanderlust

Zugegeben: damals hätte ich, pubertierend, keine Lust gehabt, Krater zu umrunden oder doofe Berge zu besteigen. Meine Eltern zwar auch nicht, damals mein Glück, aber dieses Mal wollte ich die andere Seite von Gran Canaria kennenlernen. Auf diversen Blogs liest man von der grünen Oase im Norden, tiefen Schluchten und bizarren Felsen. Ausserdem titelte die “Grazia”, die ich kürzlich beim Friseurbesuch las: Gran Canaria erfindet sich neu. Ha! Jetzt liege ich auch noch im Trend! Der Wahnsinn!

Wir buchten eine Ferienwohnung mit Selbstversorgung. Die Bilder sagen mehr als tausend Worte. Eine Hobbithöhle inmitten der Natur auf 1.800 Meter Höhe. Pure Glückseligkeit machte sich am Anreisetag bei prallem Sonnenschein breit. T-Shirt Wetter, Socken aus: das Gefühl der befreiten Zehen, in denen sich der noch kühle Wind fing, war einfach toll.

Am ersten Urlaubstag ging es total motiviert zur Krater-Umrundung in der Nähe und auf die anspruchsvolle Wandertour “Rund um La Atalaya”. Der Himmel zeigte sich zwar wolkenverhangen, aber für die bleiche NRW-Haut war das vielleicht ganz gut. Insgesamt bewältigten wir 10km Strecke und insgesamt rund 1.000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Mein voller Respekt galt, neben mir selbst, den Rennradfahrern, die mit einem Affenzahn die steilen, engen Strassen hinunter peitschten, um dann wieder in die Pedale zu treten. Next time.

Obwohl die Beine etwas schwer waren, ging es am zweiten Tag wieder auf Tour in der Nähe des heiligen Felsen “Roque Nublo”. Zum Startpunkt mussten wir mit dem Auto fahren – definitiv ist das hier nichts für ängstliche Fahranfänger. An so manchen Ecken muss man mit dem Gegenverkehr rangieren, um vorbei zu kommen. Es empfiehlt sich zudem vor uneinsichtigen Kurven zu hupen. Bei blauem Himmel und Sonnenschein machte diese Wanderung besonders viel Spass und die Mandelbäume zeigten sich in voller Blüte. Nach 8,5km und 850 Höhenmetern war dann der Akku leer und ich um 22:00 im Bett.

Ab auf die Rentnerinsel (oder?)

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Nach soviel Asien und Mittelamerika heisst es nun: Europa. Naja, so ganz freiwillig habe ich mich nicht für die Kanaren entschieden, denn eigentlich wollte ich meine liebe Freundin und ihre Familie aus Australien in Thailand treffen. Doch daraus wurde leider nichts, da sie gerade einen Hauskauf tätigten und somit kein Geld mehr für eine Reise bereit stand. Ausserdem wollte mein Freund nicht mehr so lange fliegen und mir war es Einerlei. Hauptsache dem deutschen Winter entfliehen und Licht, Sonne, saubere Luft und Ruhe tanken. Was liegt also näher als die Kanaren?

Gran Canaria! Vor genau 28 (!) Jahren war ich, pubertierend, bereits mit meinen Eltern hier. Ich erinnere mich genau: Playa del Inglés, Bettenburgen, Schinkenstrasse, graue Köppe in créme-beige (Rentner) und schillernde Travestieshows im Einkaufszentrum. Doch diesmal wollte ich in den Norden. Wandern! Im Februar ist es für einen Badeurlaub eh noch zu “kalt”. Es ging zunächst nach Santa Brigída, ein Ort nördlich der zentralen Gebirgskette. Hier regnet es öfters als im trockenen Süden, daher herrscht ein subtropisches Klima, in dem Orangen, Zitronen, Avocados und das ganze andere leckere Gemüse wächst. Nach einem langen Winter und jeder menge Arbeit freute ich mich einfach unendlich auf diese Auszeit. Im Flieger: graue Köppe. Daran hat sich also bis heute nichts geändert.

Lost & Found Spezial

DIESER BEITRAG IST FÜR JUGENDLICHE UNTER 18 JAHREN NICHT GEEIGNET

Am letzten Tag auf der Isla Solarte unternahmen wir einen Ausflug zum Red Frogg Beach. Wunderschön dort, ich blühte so richtig auf, tobte in den Wellen und ließ die Frisbee fliegen. Hier war ein Strandspaziergang möglich und unterwegs fand ich auch mal wieder etwas. Diesem Fundstück wollte ich doch unbedingt ein Spezial widmen.

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Das Fundstück habe ich dann allerdings entsorgt!

Lost & Found

So ganz habe ich den Dreh doch noch nicht raus, was das professionelle Reisen angeht. In Boquete vergaß ich Schnorchel, Tuch, Schlafsack und Sonnencrème in der Schublade unter dem Kleiderschrank. Man sollte halt nicht ZU ordentlich werden und besser alles auf einem Haufen lassen….

Zum Glück lernte ich in Boquete zwei Österreicherinnen kennen, die ebenfalls nach Bocas del Toro wollten und mir die Sachen mitbrachten. Das B&B hätte mir das Zeug natürlich auch hinterhergeschickt – für 25$. Katsch$$$ng!

Im Laufe der Reise wurde ich jedoch auch mit tollen Fundsachen bedacht:

Garantiert keine Gucci.
Garantiert keine Gucci.
Garantiert keine echte Perle.
Garantiert keine echte Perle.
1 Balboa=1 Dollar ... Und noch n paar kleinere Münzen.
1 Balboa=1 Dollar … Und noch n paar kleinere Münzen.

Nachtrag 01: Tobi’s Mückenstiche sind auf insgesamt 237 angewachsen, habe sie gezählt.

Nachtrag 02: Gestern bin ich 7X auf der Rutsche gerutscht. mit dem Bodyboard geht es ziemlich schnell runter und es ist “aaaawesome”.

Heute: gebackene Nora auf Bocas del Toro, dazu Hirnpüree in einem Sandfliegenjus

Aktivitäten sind nicht möglich, das karibische Meer dampft und schenkt dem Himmel Feuchtigkeit für das nächste Gewitter. Apathisch hing ich im Schatten einer Palme, bis dass ich mich komplett auf die schattige Terrasse unseres Hostels “Bambuda Lodge” verzog. Es war nicht auszuhalten. Der Pool pisswarm. Die Erfrischung unter der Dusche hielt für maximal 10 Minuten. Im Schatten unter dem Ventilator kamen hungrige Sandfliegen angeflogen, um sich am europäischen Frischfleisch zu laben. Tobi wurde schon in der ersten Nacht von heimtückigen, stechenden Insekten malträtiert. Über 30 juckende Flatschen, darf’s ein bisschen mehr sein? Wir besorgten Antihistamin gegen Juckreiz.

Fünf Nächte hatten wir uns hier eingebucht, um den gemeinsamen Urlaub gechillt in der Karibik ausklingen zu lassen. Entspannung für mich jedoch zunächst unmöglich nach der grauenhaften Sandfliegen-Erfahrung auf den Philippinen, wo mein Körper von Bissen übersät wurde. Ich entwickelte einen geschulten Blick für die Biester mit 100-prozentiger Zermatschquote. Tipp: zwei Mal draufschlagen, sonst fliegen sie weiter (die Minuspunkte auf meinem Karmakonto arbeite ich irgendwie wieder auf).

Oooh, Karibik! Paradiesische Strände mit türkis-blauem Wasser, seichten Wellen und lachenden Locals.

Nix da! Im Hostel nur australische/amerikanische/englische Natives, die, nachdem sie meinen deutschen Akzent vernahmen, das Weite suchten. Das Personal höflich-reserviert, ein Lächeln kostete extra. Auf Bocas del Toro haben die wenigsten Inseln Strände, auf den meisten führt ein Steg ins Wasser. Mangroven wachsen am Ufer und das Meer sieht aus wie ein See. Das habe ich natürlich alles vorher gewusst.

Also mal nicht so negativ. Ich genoss die wunderbare Aussicht. Das eco-friendly Hostel war ebenfalls super schön. Drumherum Dschungel, die exotischen Geräusche der Tiere, super Essen (katschiiiing, der Dollar rollt), ein gemütliches Zimmer und gechillte Athmosphäre von morgens bis abends. Wenn nur die Viecher nicht wären.

Adrenalinora

Am letzten Tag in Boquete musste ich natüüüürlich das heiss ersehnte Zip-lining ausprobieren. Nach dem Frühstück ging es los und ab in die Regenwald-Wipfel. Nach einer kurzen Lehrstunde, wie man sich verhalten muss, ging es dann endlich los.

Obwohl ich Bungee Jumping in Südafrika und Skydiving in Neuseeland gemacht habe, war ich aufgeregt. Erst dachte ich, aaaach, alles pillepalle hier mit der Seilrutsche…aber als ich die erste Station verkackte, indem ich zu früh bremste, schlug mir das Herz bis zum Hals.

Man trägt einen Handschuh, der innen mit Leder gepolstert ist. Er dient als Führung, sodass man sich auf der Strecke nicht dreht. Ich griff zu fest zu und blieb dann auf der Strecke stehen… Soppa gemacht Frau Niemeier. Danach hatte ich es aber raus und das Abenteuer Seilrutsche hat grossen Spass gemacht.

12 Seilrutschen später mit insgesamt 4,5 Kilometern Strecke genehmigten wir uns ein Balboa. Die Fotos kaufte ich nicht, furchtbar wie ich mit konzentriert-verzerrter Miene am Seil hing. Und wer braucht schon Fotos!? Hier also ein paar Eindrücke aus dem Prospekt.

We have fun.
We have fun.
Hätt ich aber auch sein können...
Hätt ich aber auch sein können…
Abenteuer zur rechten Zeit, danach schüttete es.
Abenteuer zur rechten Zeit, danach schüttete es.

Boquete: Ich sehe was, was du nicht siehst… und das ist Grün!

In Santiago trennten sich unsere Wege. Thommy reiste mit Daniel für eine Nacht weiter nach Santa Catalina und trat wiederum am nächsten Tag seine Heimreise an. Schnief & Schüss!

Daniel wollte surfen und buchte sich für mehrere Nächte im Wellenreiter-Paradies ein, um sich ordentlich vom Weisswasser runterspülen zu lassen. Ciao Kakao!

Somit war der kleine Tiger nur noch mit (s)einem Bär unterwegs. Und der Tiger wollte Action. In Boquete wird der Hunger nach Abenteuer gestillt. Man kann durch den Regenwald hiken, klettern, den Vulkan besteigen, River raften und Zip linen.

Das beschissene OHNE Mietwagen ist, dass man öffentliche Verkehrsmittel nutzen muss. Billig, aber dafür laaaaaang. Sechs Stunden haben wir im vollgestopften Bus bis Boquete gebraucht, um dann glückselig in ein wunderbares B&B einzuchecken.

Oldschool bus.
Oldschool bus.
Ja wer ist denn daaaa?
Ja wer ist denn daaaa?

Da die Wanderung auf den Gipfel des 3.000 irgendwas-Meter-hohen Vulkans etwa zarte 10 Stunden dauert, entschieden wir uns für den Waterfall Trail. Hier schlug mein Herz höher. Pralles Leben, satte Natur, Pantone “Greenery” at its best!

Am Abend gab es Live-Musik zum Dinner und Käfer-Catchen auf dem Zimmer!