Aso: Du bist so heiß wie ein a) Onsen b) Vulkan

Von Kumamoto aus ging es mit der Maus und Tobi Richtung Osten. Das Dorf Aso ist berühmt für seine zahlreichen, teilweise noch aktiven Vulkane und zieht viele Wandersfreunde an sowie Hobby-Geologen, die mal in einen Lavaschlund schauen wollen. Vor der Bergtour aber ging es erst einmal traditionell zu. In einem “Ryokan” mit “Onsen” verweilten wir eine Nacht (war teuer, deshalb). Ryokan = Hotel im japanischen Stil, Onsen = Thermalbad. Mit Halbpension!

Endlich mal abchillen und nix tun. Der Empfang war sehr höflich, man bekam einen feinen Matchatee statt Welcome-Cocktail gereicht und wurde in Schlappen herumgeführt. Meine verlor ich wie Aschenputtel ganz unvornehm auf der Treppe. Das Zimmer war für japanische Verhältnisse unendlich groß, bestimmt 30qm, geschlafen wurde auf einem Futon, den das Personal während des Abendessens herrichtete. Die Hauskleidung bestand aus einem feinen Bademantel. Um alles auszukosten machten wir uns direkt einen grünen Tee, dann den ersten Gang ins Thermalbad. Schön warm, 40 Grad hat so ein Onsen-Wasser. Mehr als 10 Minuten hielt ich das aber nicht aus. In der Umkleide bestaunten kleine japanische Mädchen die weiße nackte Frau. Huhu!!

Luxus pur, so viel Platz!
Luxus pur, so viel Platz!
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Pünktlich um 18 Uhr rief die Rezeption zum Dinner. Ich habe keine Fotos gemacht, das war mir leider zu doof. Das Essen war gigantisch! Eine Geschmacksexplosion sondergleichen! Nach einer kleinen Verdauungspause wurde mein Speck nochmal im Onsen zart durchgekocht und dann zur Nacht gebettet!

Das Frühstück am nächsten Morgen: auch wieder echt Japanisch mit Miso, Fisch, Bacon n Egg am Tisch gebrutzelt, Soja-Joghurt, grünem Tee, etc.

Danach mussten wir leider auschecken und ins nicht weit entfernte Backpacker Hostel ziehen. Arme Europäer halt! Nein, dies bedeutete, außer dem Essen und der Zimmergröße, keinen Abstrich! Das Hostel war das aller aller beste, das ich jemals gebucht habe. Das Etagenbett war super gemütlich (und ich fühlte mich in die Zeit meiner Reise zurück versetzt, wo das mein kleines, privates Reich war). Alles war mit Liebe dekoriert und blitze-blank! Top top top! Ein nettes Gespräch ergab es mit einer japanischen Mutter, die allein mit ihrer Tochter Urlaub machte — der Vater arbeitete leider zu viel und konnte nicht dabei sein. Das Klischee der japanischen Familie. Bisschen traurig …

Es regnete den ganzen Tag, zum Glück gab es Wifi und der nächste Supermarkt mit Snackbereich war nicht weit. Die Wettervorhersage versprach zumindest am nächsten Tag keinen Regen, sodass wir zum Vulkan hoch konnten (mit dem Bus natürlich, meine Backpacker Fitness lässt schwer zu wünschen übrig). Vulkan Aso ist jedoch seit zwei Jahren Sperrgebiet, dafür gab es mystische Vulkanlandschaft im Nebel.

Mit dem Wetter war das eh so eine Sache und erforderte eine klare Entscheidung bezüglich der Routenplanung. Wir änderten diese und beschlossen, wieder zurück nach Osaka zu fahren, um von dort aus Ausflüge zu unternehmen. Dies war also eine sehr kurze Vorstellung auf Kyushu. Schade. Bei schönstem Sonnenschein hingen wir dann mal wieder im Shinkansen, zurück auf Honshu Richtung Osaka.

Du bist nicht allein in Kumamoto!

In Japan steht man ja gerne in der Schlange, wogegen prinzipiell nichts einzuwenden ist. Vorteilhaft erweist sich diese Disziplin am Bahngleis, an Informationsschaltern, vor Sehenswürdigkeiten zum Fotoshoot und so weiter. Nicht aber im Museum in Kanazawa, wenn man nur noch drei Stunden bis zur Abreise hat.

Schlange stehen?
Schlange stehen?

Nach der “closed” Pleite am Vortag passte das zur Schicksalslage, daher … bummeln gehen. OHA! In einem kleinen, superschönen Shop (“Tori”) mit Vintage Möbeln aus Berlin (!) schnackten wir mit Akita, dem Besitzer. Er gab uns seinen Freepass für das Museum. So konnten wir OHNE zu warten und OHNE zu bezahlen doch noch die Ausstellung besuchen. Total gut!

Neeeee!
Neeeee!

Voll mit neuen Eindrücken verliessen wir Kanazawa bei Sonnenschein. Next Step: die südlichste der japanischen Inseln, Kyushu. Hier legten wir nach 6 Stunden Zugfahrt einen Stop in “Kumamoto” ein, wo man ein altes Schloß besichtigen konnte. Das Motto: Du bist nicht allein. Vor der koreanischen Reisegruppe — huschi huschi — schnell auf den Turm und wieder ins Business Hotel “Toyoko Inn”. Dort gab es am Morgen übrigens ein typisch japanisches Frühstück: Miso, Süßkartoffel mit Ei und Rosinen, Reis, scharfen Rettich, Algensalat und noch vieles mehr.

Kumamoto by night.
Kumamoto by night.

Ach so: das Foto mit der Maus wäre fast nicht entstanden!!!! Im letzten Moment entdeckte ich sie unter der Decke im Business Hotel und bekam beim Gedanken daran, dass ich sie doch beinahe vergessen hätte, fast eine Herzattacke.

Kanazawa: closed till open

Abreise Richtung Kanazawa. Leider mussten wir in der Rush-hour los (8:30 Uhr) und den lokalen Zug nehmen. Das ist eine Art S-Bahn, die überall hält. So waren es also acht statt drei Stationen bis zum Transitbahnhof. Und da war schon wieder dieses Gefühl von “ich falle gleich in Ohnmacht”. Platzangst! Die Typen mit den weißen Handschuhen, die die Menschen in die Züge drücken, standen auch schon parat. Zum Glück erhielt ich durch den Koffer ein wenig Abstand zu den anderen Menschen, was aber auch nichts nützte, als der Zug im Tunnel stehenblieb. Umfallen konnte ich ja wenigstens nicht. Also ehrlich, erstmal nicht wieder! Tokyo ist anstrengend. Überall unbekannte Zeichen, so viele Menschen, so viel zu sehen, zuviel für vier Tage. Und das alles nach der langen Anreise. Man muss hier lernen, das große Ganze zu sehen und nicht die Details, für die ich mich aber interessierte. Da drehen die Augen schon mal Karussel. Ich überlebte, aber wir verpassten den Zug.

Kanazawa liegt nördlich von Tokyo und 2,5 Stunden mit dem Superzug entfernt. Hauptattraktion ist der Kenrokuen Garten, einer der drei perfekten Gärten in Japan sowie die Burg, die aufwändig restauriert wurde. Wir hatten außerdem das Museum für Moderne Kunst eingeplant.

Durch die stressige Anreise war die mittlerweile zart besaitete Frau Niemeier mal wieder total fertig und konnte sich schwer zum Spaziergang durch den Garten aufraffen. Aber zum pennen bin ich ja nicht hergekommen! Also los, ohne Mittagessen durch die Burg, den Garten und das Geisha Viertel. Der Magen knurrte, die Zunge klebte am Gaumen und der Himmel zog sich zu, kalter Wind blies. Langsam aber sicher wurde ich motzig, zumal alles zu hatte. Auch das Museum!!!!

Auch in Japan haben diese Montags geschlossen. Kann jawohl nicht wahr sein! Also Planänderung, die Reservierung für den Zug ändern und am Bahnhof eine Reisschüssel mit Schweinefleisch und Zwiebeln spachteln. Gehen wir halt morgen früh ins Museum.

Mpf!
Mpf!

Tokyo IV: Nikko is Nippon

Lang wurde es im “Little Soul Café”. Es war aber auch zu nett dort. Der japanische neue Freund an der Theke war auch ein absoluter Disko-Musik Fan und so gab es Gesprächsstoff ohne Ende. Und für mich noch mehr Popcorn und Gin Tonic.

Naja, und dementsprechend ging der Tag dann spät los. Wir wollten einen Ausflug nach Nikko machen. “Nikko is Nippon” sagen die Plakate. Hier stehen die ältesten Schreine und es gibt es Mausoleum des Shogun schlag-mich-tot zu bestaunen. Alles Unesco Kulturerbe!

Um 14 Uhr saßen wir immer noch in der Stadtbahn, irgendwie hatten wir uns wieder verfahren. Aber dann: Shinkansen! Der Schnellzug wird in den Werbefilmen gefeiert wie der erste Mensch auf dem Mond, mit Pauken und Trompeten. Die Ausstattung der Waggons ist 1a. Wie Business Class im Flieger (wofür ich gerne ein Upgrade, ihr wisst schon…). Und die Toiletten sind der Hit: Total sauber, das typische Verwöhnklo mit Bidetstrahl (vorne), Popostrahl (bekanntlich hinten), beheizter Klobrille sowie Musik zum Übertönen von Tönchen.

 

Toilette bei MC Donald's. Mit Kindersitz!
Toilette bei MC Donald’s. Mit Kindersitz!
Komfortzone
Komfortzone

Als wir um 16:30 Uhr dann endlich mit dem dritten Zug – man muss nämlich dauernd umsteigen – ankamen, war das Gelände leider schon geschloooossen! So ein Mist! Der ganze weite Weg umsonst. Von Außen konnten wir ein bisschen was sehen, was soll’s, Geld gespart für Ramen und Sonstiges. Die Stadt Nikko schien wie ausgestorben, viele Häuser und Shops sahen verlassen und heruntergekommen aus. Ob es hier schon strahlte? Fukushima war ja nicht ganz so weit weg und mir wurde schon ganz Grün. Vielleicht auch deshalb, weil mir der Magen in den Kniekehlen hing. Im Imbiss gab es Misosuppe, Reis, roten Rettich und – Pommes Rot/Weiss, höhö!
Fast hätten wir auch noch den Zug zurück verpasst. Also irgendwie ….

Das Manga- und Eletronikviertel Akihabara mussten wir dann leider auslassen, auch weil die Bahn – ACHTUNG – Verspätung hatte bzw immer stehenblieb aufgrund eines Unfalls. Die Japaner ertragen sowas mit stoischer Gelassenheit und pennen oder glotzen auf ihr Mobile. Aber das tun sie eigentlich immer. Männer, die Porno-Mangas lesen, konnte ich noch nicht entdecken und Typen, die Spiegel unter die Röcke der Schulmädchen halten, auch nicht.

Tokyo III: Kreuz und quer, das ist nicht schwer

Natürlich kam der Koffer nicht. Der ganze Vormittag ging dafür drauf, sich um die Kofferfrage zu kümmern. Da wäre doch mal ein Upgrade fällig! Aber heute Nachmittag, wirklich, dann käme der Koffer: “I am so sorriiiiii”.

Um das kurze Zeitfenster zu nutzen fuhren wir ins benachbarte Viertel Shimo-Kitazawa. Hier gefiel es mir: Kleine Gassen, hübsche, liebevoll gestaltete Shops und Vintage von Luxusbrands! Den Burberry Trench für 100 EUR kaufte ich aber trotzdem nicht. Vielleicht heute Abend. Mein Freund kaufte noch mehr Platten.

Zum ersten Mal wollte ich mich dann auch mal an unbekanntes Essen wagen. Leider sah die wunderbar riechende Muschel dann doch so unappetitlich aus, dass ich sie heimlich entsorgte. Die westliche Touristin am Nachbartisch mit dem gleichen Ding verzog auch schon das Gesicht, sodas ich mir das ersparte.

Würg! Links unten war meine Portion ...
Würg! Links unten war meine Portion …

Dann wieder zurück zum Apartment in Setagaya. Der Koffer! Heute solle er zwischen 14 und 16 Uhr kommen! Er traf um 15:25 Uhr ein. Ich applaudierte dem Kurier (obwohl es ja nicht mein Koffer war, aber meine kostbare Tourizeit in Tokyo, auch wenn ich irgendwie dankbar für die Zwangspause war).

Da isser!
Da isser!

Am Abend stürzten wir uns in das Shoppingviertel Shibuya. Im Louis Vuitton Store sollte eine Ausstellungsetage für Kunst sein. Leider war diese aktuell nicht zugänglich. Immerhin war ich jetzt zum ersten Mal in meinem Leben in einem LV Store (na und?). Ganz in der Nähe suchten wir noch den tollen Suppenladen auf und badeten in der köstlichen Ramen. Die richtige Grundlage für den Abend im “Little Soul Café” in Shimo-Kitazawa , wo wir endlich mal nette Japaner kennenlernten, tolle Musik vom Vinyl hörten und ich das beste Popcorn meines Lebens aß.

Tokyo II: Sightseeing und echt panische Gefühle

Es ist kalt in Japan. Zu kalt. Ich will endlich sowas wie Frühling! Das Apartment verfügte jedoch über eine Klimaanlage, die auch als Heizung funktionierte. Die Fernbedienung war auf Japanisch, natürlich, eine Übersetzung hatten uns die “Vermieter” westlicher Abstammung aber nicht zur Verfügung gestellt. Auch nicht von der Waschmaschine. Also erstmal alles durchdrücken, was geht. Was dann aus dem Gerät kam, war heisse, stickige Luft. Im Schlaf-/Wohn-/Essraum. Im Bad war es immer noch kalt.

Es wechselte auch sonst zwischen kalt, gefühlt noch kälter bei Wind, warm, zugschwül, heiss. Prompt erkältete ich mich und durfte immer schön die Nase hochziehen; wie die Japaner halt.

Am zweiten Tag in Tokyo gaben wir uns das Sightseeing Programm auf eigene Faust. Im Park Shinjuku Goyen konnte man mal durchatmen. Die wenigen, blühenden Kirschbäume wurden von der Touristen-Paparazzi fotografiert wie wild. Insgesamt sah alles noch sehr braun und karg aus. Der Frühling lässt sich Zeit. Protest! Ich zahle hier voll viel Geld und die Kirschblüten wollen noch nicht aufpoppen! Wenigstens brannte die Sonne vom Himmel und ich holte mir einen leichten Sonnenbrand, den ersten des Jahres, hurra!

Wo sind die Kirschblüten!?!?
Wo sind die Kirschbüten!?!?
Aaaaah, da!
Aaaaah, da!

Im Stadtviertel Asakusa bestaunte ich den ältesten Tempel und machte ein paar Rituale mit, die natürlich nur mit Geld durchzuführen sind: Dose mit Stäbchen schütteln, bis ein Stick mit einem japanischen Schriftzeichen herauskommt, entsprechende Schublade mit der gleichen Beschriftung suchen (ich hatte Hilfe), Glücksvorhersage entnehmen = 100 Yen. Geld in Behälter werfen, was dann toll pling-plong macht, währenddessen Wunsch formulieren, geht vielleicht in Erfüllung = freiwilliger Kleinstbetrag. Um den Tempel herum gab es natürlich massenhaft Souvenirshops, um die Kaufgier zu befriedigen.

Auf der nahe gelegenen Küchenbedarfsmeile konnte man tollen Tourinepp kaufen und kunstvolle Nachbildungen diverser japanischer Gerichte aus Plastik bestaunen. Und kaufen. Wenn man das nötige Kleingeld, und nicht schon alles für Glücksvorhersagen ausgegeben hat.

Mein Freund erstand im Plattenladen tolle Disko-Platten für wenig Geld. Allein zum Platten kaufen lohnt es sich, nach Tokyo zu fliegen! Bei 30 Kilo Höchstgewicht beim Rückflug geht da auf jeden Fall noch was!

Und endlich kam ich den Genuss der gefürchteten Rush-hour! Vielleicht war es nicht ganz so schlimm, weil es noch nicht Sommer ist, aber es war schon so gepflegt eng und stickig, dass ich wirklich Platzangst bekam. Kurzatmigkeit, Herzrasen. Es kam einfach so über mich. Und ich habe sonst NIE Platzangst. Aber das hier war eine andere Hausnummer! Ich konnte mich nur noch auf einen Punkt auf der Werbeanzeige konzentrieren und ruhig weiter atmen, den Kopf gen Klimaanlage strecken. Schweiss rann mir am Rücken entlang und ich hoffte, dass die Fahrt bald vorüber sei. Nach dem langen Sightseeing Tag gab mir das den Rest. Obwohl das japanische öffentliche Verkehrssystem zu den besten der Welt gehört (neben DB und KVB, hahaha), darf man die Komplexität nicht unterschätzen. Wir verfuhren uns diverse Male.

Zwischen acht und neun Uhr sollte der Koffer kommen. Er kam nicht. Aber morgen früh, ganz bestimmt!

In New York, Rio, Tokyo

Traumlos war die Nacht, weil ich wohl geschlafen habe wie ein Stein. Zum Frühstück (bzw. Mittagessen) stieg ich ganz local ein: Ramen mit Schweinefleisch und Ei. Lecker! Die erste Nudelsuppe, die ich je als Einstiegsnahrung für den Tag je wirklich runter bekam…

Und dann: Ich kann nichts lesen. Ich verstehe nur Bahnhof. Und stehe am Bahnhof. Am Ticketautomaten half zum Glück ein freundlicher Japaner, der mal in Amsterdam gelebt hatte. Tipp Tipp, OK, verstanden, wie man Tickets löst.

An Ramen ich mich laben.
An Ramen ich mich laben.

Mit dem Zug ging es ausserhalb der Rush-hour nach Shinjuku. Erster Eindruck: unangestrengter, als ich dachte. Es gibt nicht viel Verkehr (fahren ja alle Zug), die Menschen rempeln sich nicht an, es ist angenehm leise. Für den ersten Kaffee ging es zum Starbucks, der köstliche Soja-Latte im Programm hatte. Man traf Mütter mit niiiiedlichen Kindern bei Kaffee und Kuchen und Geschäftsleute in der Mittagspause. Auf der Suche nach einer SIM Karte für die unerlässliche Google-Map, man ist sonst wirklich verloren, gingen zwei Stunden drauf. Danach folgte der erste kostenlose (!) Sightseeing Programmpunkt: auf den Metropolitan Goverment Tower und die Aussicht auf Tokyo bestaunen! Welch riesige Stadt! Und wie wenig Verkehr! Das gefällt! Warum, fragte ich mich, tragen dann trotzdem alle Mundschutz? Die Japaner haben beinahe panische Angst vor Erkältungen, und den Damen kommt es ganz recht, falls sie Herpes haben oder morgens keine Zeit hatten, sich zu schminken…ob ich das mal in Köln probiere? Denke Nein.

Ein Abstecher zu Five G in Shibuya (Synthesizer der ersten Stunde), Shopping bei Monki (Jeans, die in D ausverkauft sind) und die köstlichste Miso Ramen mit Knoblauch, die ich je gegessen habe. Der Besuch bei der Hatchiko-Statue machte mich ganz glücklich und rundete den Tag ab.

Nora hat die Wanderlust

Ich weiss garnicht, wo ich anfangen soll. Die Gefühle fahren Achterbahn… seit meiner Rückkehr im August 2015 hat sich das Leben wieder “eingespielt”, also “normalisiert”. Kann man das so sagen? Eigentlich kam mir das Reisen auch normal vor, also zu der Zeit. Aber das ist ein Thema für ein anders Kapitel (mit dem Titel “inbetween” vielleicht?)

Nora the Explorer ist wieder on the flyway! Es geht nach Japan, einen ganzen Monat lang! Diesmal nicht alleine, sondern mit meinem Freund. Und mit Koffer statt Backpack. Shame on me, aber es musste zuviel Zeug mit wegen Temperaturen unter 20 Grad.

Koffer gepackt, ein Traum auf vier Rollen.
Koffer gepackt, ein Traum auf vier Rollen.

Nie hätte ich vor drei Jahren gedacht, dass ich, in einem Arbeitsverhältnis stehend, so lange reisen kann. Dafür bin ich so dankbar (dem Universum und meiner Entscheidung).

Am 22.3. ging es los, mit dem Flieger über Dubai nach Tokyo. Heftig! Also von Tür zu Tür waren es etwa 20 Stunden. Der Flieger hatte Verspätung, sodass der Transit in Dubai eine Punktlandung am Gate für den Anschlussflug war. Der Check-in war schon in vollem Gange…Die Vorstellung, nochmal 9 Stunden in der Economy zu sitzen, erfreute mich weniger. Wieso bekomme ich NIE ein Upgrade? Aber Kompressionsstrümpfe und Bordentertainment (Everest/Drama, The Intern/Hollywood-Gute-Laune, Freedom/Reportage) liessen es aushalten. Essen war OK bis lecker, die kleine Japanerin war auch angenehm (klein, schmal, schnarchte nicht und wollte auch keinen Smalltalk halten).

Ist ansteckend, die Wanderlust. Mode dafür gibt es wohl auch...(Schwachsinn).
Ist ansteckend, die Wanderlust. Mode dafür gibt es wohl auch…(Schwachsinn).

Völlig “drübber” angekommen empfing mich eine Emirates Dame mit nem Zettel, dass mein Koffer leider nicht mitgekommen sei. Wie war das? More things for the first time. Ist mir in 40 Jahren noch NIE passiert. Da wäre doch mal ein Upgrade fällig. Nun, Papierkram erledigen und mich in der Boxershort meines Freundes vorstellen…Na was war denn das? MEIN Koffer stand auf einmal da. Tobis Koffer war weg. OK, Tobi im Slip? Haha!

Und weil es nun so spät war und wir keinen Bock mehr auf Zug und Umsteigen hatten, nahmen wir das Taxi zum Apartment in Sedagaya (Air BNB). 96 Ocken. Heftig! Dann: der Schlüssel lag nicht in der Box am Eingang. Ich sah mich schon weitere 300 Euro für Taxi und Hotel latzen, aber zum Glück betätigte Tobi die Türklinke. Es war offen und der Schlüssel lag drinnen. Kommt man auch nicht so einfach drauf… In Tokyo ist ja bekanntlich Wohnraum knapp und so empfing uns ein 18qm Apartment mit Waschklo, was den Charme eines Campers hatte. Egal, Zähneputzen, Bett! Frieden!

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