Back!

Tränen und Abschiedsschmerz hatte ich hinter mir. Jetzt war ich wieder im Transport-Modus und der Flieger ging dieses Mal nach Germany!

Die Flüge Hongkong-Dubai-Düsseldorf, Essen, Durchhaltevermögen, Befindlichkeit und Bord-Entertainment auf der Rückreise waren zufriedenstellend. Ich landete um 19:45 Uhr.

Am Airport Düsseldorf erwarteten mich Familie und Freunde mit Girlande und Gesang! Ich war so gerührt, schmiss den Rucksack hin und die Wiedersehensfreudentränen brachen aus mir heraus. Was für ein toller Empfang! Daheim im Garten gab es dann super Schnitten, belegt mit dem, was der deutsche Gaumen ein Jahr entbehren musste: Mett-Brötchen und Blutwurst mit ordentlich Zwiebeln, Leberwurst mit Gürkchen, geräucherten Schinken und natürlich deutsches Bier.

Noch am Abend fuhr ich mit meinem Freund nach Köln. Der Dom! Lange nicht gesehen! Ich frohlockte ob der tollen Dusche, das tolle Bett – alle Annehmlichkeiten unserer heimischen Wohnungen nahm ich auf wie ein Geschenk.

Am nächsten Tag ging ich durch die Strassen. Ist schon schön hier. Auch das Wetter ein Geschenk: Sonnenschein und klare Luft, ein frischer Wind und bei einer Luftfeuchtigkeit von deutlich unter 95 Prozent war alles sehr gut auszuhalten.

Am Abend wurde ich mit einer Grillparty so unfassbar toll überrascht! Und ich war w i r k l i c h ahnungslos, habe wieder geheult und fand es unendlich schön, meine Freunde wieder zu sehen und ein bisschen von der Reise zu erzählen. Ich wollte garnicht schlafen gehen. So fiel das Zurückkommen (zunächst) garnicht schwer.

Das grüne Hongkong

Man staunt ganz schön, wenn man sich aus dem Hitzkessel der City in das Umland bewegt. Hongkong ist so grün und wunderschön! Eigentlich wollte ich noch viel mehr sehen, wandern gehen und auf Inseln übernachten. Doch dazu reichte die Zeit dann doch wieder nicht.

So fuhr ich auf die Insel Lantau, wo sich auch der Flughafen befindet. Auf dieser besuchte ich den Big Buddha. Eindrucksvoll! Und was sehe ich? Ein Distanzenschild, Cape Town, Afrika, über 11.000 Kilometer entfernt. Dahinter der Buddha. In diesem Moment kamen mir die Tränen. Es fügte sich alles, machte alles Sinn. Anfang und Ende, Kreislauf, gesegnet.

Oh ja!
Oh ja!

Abends musste ich das Hostel wechseln, was mich tierisch nervte. Zum Glück war es nicht weit entfernt und ich musste mich nicht nochmal komplett neu orientieren.

Am letzten Tag meiner Reise wollte ich ans Meer, Beach! Eigentlich wollte ich Mitu, den philippinischen Typen von der Streetparty, besuchen. Aber die Fahrt hätte drei Stunden gedauert. So schipperte ich nach Lamma Island. Der Strand war nicht so schön, das Wasser noch weniger, die Schlote im Hintergrund erinnerten mich an ein russisches Atomkraftwerk. Dafür traf ich meine chinesische Freundin wieder und wir hatten einen schönen Nachmittag.

Abends gingen wir zusammen aus und zelebrierten unsere letzte Nacht in Hongkong. Im Skygarden sogen wir die Aussicht in uns auf. Eine chinesische Familie mit amerikanischen Akzent stand neben uns an der Scheibe. Sie ganz gelangweilt: “Well, this view we have in our room as well.” Ich dachte nur ” Well, and I have no window in my hostel!”

Morgen geht es nach Hause. Well, that’s it!

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Megacity Hongkong – macht mega müde!

Zum krönenden Abschluss gab ich mir noch eine Portion China süss-sauer.

Ich erreichte Hongkong am späten Abend und war gleich geflasht von den Hochhäusern und ihren glitzernden Lichterfassaden. DAS ist mal eine Megacity. Mit einem mega mini Hostel. Mein Raum – 6 qm, sechs Personen im Stockbett. Kein Fenster. Aber man weiss ja, dass in Hongkong der Wohnraum knapp und teuer ist. Im Stadtteil Kowloon (Tsim Sha Tsui) befand ich mich jedoch in bester Lage.

Flur des Hostels. Dicke Menschen sollten hier nicht einchecken.
Flur des Hostels. Dicke Menschen sollten hier nicht einchecken.

Ich ratzte direkt ein und schlief lang, da ja ohne Fenster kein Tageslicht reinkommt und man somit keinen Anreiz hat aufzustehen. Der Host Sam gab mir gute Sightseeingtipps für einen ersten Tag, die “easy” Runde.

Nach einem Frühstück bei Mc Café (erschwinglich und gut) machte ich mich sogleich auf die qualmenden Gummischlappen. Hongkong ist heiss, Hongkong ist schwül. Die Metro ist eiskalt und die Shoppingcenter auch. Das war eine Achterbahnfahrt für meinen Kreislauf, obwohl ich ja jetzt schon einiges gewohnt bin.
Ohne meinen Sarong bin ich nicht mehr aus dem Haus. Wärmender Umhang oder Schweisstuch, immer am Start.

Ich besuchte zunächst die Waterfront mit Blick auf die Skyline von Hongkong Island, dann ging es mit der Ubahn zur Sneaker Street, wo es angeblich total abgefahrene Turnschuhe geben sollte. Gab es nicht, dafür aber günstige neue Laufschuhe für mich. Meine alten Nike’s musste ich ja in Neuseeland wegen Verdreckung und Gestank zurücklassen. Hongkong nur auf Flip Flops wäre zudem der Tod für meinen Rücken gewesen…

Staun!
Staun!

Einen späten Lunch gab es auf dem Food Market, wo ich trotz ausschliesslich chinesischer Schriftzeichen etwas Gescheites ohne Hoden oder Flossen zu essen bekam. Weiter zum Ladies Market mit Fakes soweit das Auge reicht und zum Night Market für ein chinesisches Local Dinner.

Einfach aber gut.
Einfach aber gut.

Zwischendurch dachte ich, ich fall um.

Zu viele Menschen, zu viele Shops, zuviel Lichtreklame, zuviel Durcheinander, zuviel Hitze, zu wenig Rückzugsmöglichkeiten – ausser Gefrierfach temperierte Shoppingcenter, wo man aber auch nirgends “nur mal so” sitzen kann.

Menschen mit schwarzen Haaren in der U-Bahn.
Menschen mit schwarzen Haaren in der U-Bahn.

Der Hongkong Chinese an sich ist ja auch nicht “nur mal so” unterwegs. Zielstrebig wird nach Markenbekleidung gejagt. Gucci, Chanel, Balenciaga, Furla, Issey Miyake, Prada, YSL, Michael Kors, Isabel Marant, Versace, Jimmy Choo, Belly, Tod’s, Burberry, Y3 – hier gibt es sie alle. Die Shops. Und sie sind i m m e r voll. Und die Mädchen haben i m m e r eine dieser Megamarken Handtaschen am Arm baumeln. Wie kann man mal eben so bei Prada shoppen gehen?? Er, der Hongkong-Chinese, oder einer seiner Nachbarn aus Korea oder China, tragen hauptsächlich Shoppingtüten an der Hand sowie das Handy in der anderen. Auch sieht man sie mit Rollkoffern durch die Gegend ziehen. Ich fragte mich, ob sie darin wohl gleich die Einkäufe verstauen oder sich darin Gepäck (=Tourist) befindet? Beides! Es schienen Shoppingtouristen zu sein.

Die “easy” Runde schaffte ich am ersten Tag natürlich nicht. Am zweiten nahm ich mir Hongkong Island vor und den Besuch bei der Kosmetik. Ich liess mich zwei Stunden restaurieren und anschliessend durch das Viertel treiben, in dem es einen schönen Tempel gab. Soho ist, wie in so vielen Cities wie in zum Beispiel London, New York immer eines der In-Viertel. Galerien, coole Shops und Bars waren hier rund um Lan Kwai Fong zu finden. Mit den Hostel Mädels Kimmy (Deutschland), Henna (Korea) und Leyen (China) gingen wir abends auf eine Streetparty in Soho und hatten jede menge Spass. Es wurde draussen auf der Strasse getanzt und getrunken. Fühlte sich wie Karneval an. Hicks!

Nach drei Tagen Innenstadt und Shoppingterror war ich fertig. Ganz ehrlich war es für mich nach dem Besuch ärmerer Länder schwer zu etragen. Überall riesige Malls, Shops, überall Geld, überall Konsum, Beton, Glas .. und keine freundlichen Menschen. Die Chinesen sind einfach so, so ohne Lächeln, etwas ruppiger eben.

Morgen muss ich mal ins “Grüne”.

Mit dem Foodtiger durch Malaysia

Mittlerweile habe ich Freunde in aller Welt. Und die kann man ganz einfach besuchen fliegen. In Kuala Lumpur traf ich Shai, den Sandra und ich im Juni auf Gili Air kennenlernten. Von Manila aus ging es also nicht direkt nach Hongkong wie geplant, sondern in die Hauptstadt Malaysias. Zum zweiten Mal. Ende 2014 war ich schon einmal hier. Hello again!

Shai ist in KL aufgewachsen und kennt die Stadt auswendig. Das war natürlich grossartig für mich. Mit dem Auto des Schwagers ging es zu sämtlichen Futterstellen der Stadt. Indische und Chinesische Speisen standen auf dem täglichen “ich esse drei warme Mahlzeiten am Tag” Speiseplan. Für etwa 2 bis 4 Euro kann man sich schon derbe den Bauch vollschlagen. So geschah es. Neun leckere Tage lang.

Mama Shai machte zudem ein herrliches Mittagessen und stopfte mich mit Nachschlag voll sowie Tee und Gebäck. Die Mütter dieser Welt sind doch irgendwie alle gleich. Danach hielt die ganze Familie Mittagsschlaf und ich meinen Bauch.

Neben dem kulinarischen Hotspot KL besuchten wir Shais Freunde in der Stadt Ipoh, ebenfalls berühmt für das tolle Essen. Hier gab es am Abend ein unvergleichliches Chicken/Rice. Was sich langweilig anhört war eine Wonne. Leider musste ich irgendwann aufhören zu essen. Satt! Im Ort konnte ich kleinstädtischen Charme ausmachen, der durch hübsche Cafés und Designshops à la Berlin aufgepeppt wurde.

Ziel war die Stadt Georgetown auf der Insel Penang, die für das BESTE Essen in Malaysia bekannt ist. Hunger? Nee, aber immer Appetit! Gleich zweimal führte mich der Foodtiger in ein indisches Restaurant, wo ich das beste Chicken Tandoori meines Lebens gegessen habe. Und zwar ganz authentisch mit den Fingern. Am nächsten Tag ein anderes indisches Restaurant, das als Einziges auch Ente auftischt. Am Abend chinesisch. Der Essenstand auf dem Foodmarket war leider eine Enttäuschung, aber ein paar Nieten in der kulinarischen Lostrommel sind ja normal.

Georgetown ist hauptsächlich chinesisch geprägt und besticht durch wunderschöne alte Häuser, die durch die noch nicht renovierten Fassaden ein ganz besonderes Flair abgeben. Zahlreiche Cafés, Shops, Galerien und Boutiquen vermitteln ein Malaysia, das ich so noch nicht gesehen habe.

Die Insel hat auch Strände, wo man prima den dicken Bauch in die Sonne halten kann. Wenn man nicht gerade eine Burka tragen muss mit Handschuhen und Strümpfen….Wir nahmen einen Drink im vornehmen Shangri La Hotel ein, damit wir unseren breiten Hintern auf die Stühle walzen konnten. Und schliefen ein. Fett macht träge. Der Strand und das Wasser waren leider nicht so schön. Aber nach den Philippinen, Fiji und Co. bin ich auch etwas verwöhnt…. Nach so viel Action knurrte auch schon wieder der Magen (jedenfalls vom Foodtiger, der nach dem Mittagessen schon wieder an einen Snack bzw. Dinner dachte). Ihm vertraute ich blind, was die Wahl des Essens betraf, doch als er Frosch anpries, musste ich zunächst lange überlegen. But: never try, never know. Ausserdem kochte meine Mama damals auch ab und zu Froschschenkel in Rotweinsosse. Den Frosch schmeckte man nicht raus, die kleinen Knöchelchen waren etwas fies.

Nicht weit von dem grossen Tempel entfernt kannte der Foodtiger einen Stand mit der besten Laksa Suppe! Ich haute rein wie ein verhungerndes Etwas. Magendehnung?

Ich kriege meine Gerichte nicht mehr zusammen, aber es war einfach eine grandiose kulinarische Reise in die indisch/chinesische Küche Malaysias. Selamat makan!

Ach so, Fotos gibt es leider kaum, da ich meine neue Kamera beim Aussteigen aus dem Jeep verloren habe. Kein Kommentar!

Palawan mit Postkartenflair

Alle Backpacker sagten mir, dass die Insel Palawan ganz im Westen der Philippinen die Schönste sei. Das kann ich nun bestätigen. Die Natur ist traumhaft, ja, auch die anderen Inseln waren sehr schön, aber durch die vielen vorgelagerten kleinen Miniinseln mit den schroffen Karstfelsen und den unfassbar weissen Stränden wirkte Palawan einfach wie das Paradies. Noch nie habe ich so weichen Sand gefühlt, soft wie Kartoffelbrei. Ich musste die ganze Zeit meine Füsse darin eingraben.

Nach einem Zwischenstopp in Puerto Princesa (ich landete dort am Airport) fuhr ich quälend lange fünf Stunden im Minivan bis in den Norden und stieg in dem Ort El Nido aus. Mein gebuchtes Hostel war leider voll. Bad Wifi, daher konnte die Dame die Buchungen vom heutigen Morgen nicht aktualisieren. Man zeigte mir ein Nebenzimmer. Ein umgebautes Office mit Kloreiniger Duft. Nee, auch nich für geschenkt!

Anderes Hostel gesucht! Gefunden! Ich fühlte mich gleich wohl im OMP, obwohl es ziemlich beengt war. Das Frühstück war inklusive und super! Alle waren so freundlich. Und selbst die Tricycle Fahrer!!!!!! Palawan war irgendwie anders. Auch das Essen.

Ich blieb vier Tage und unternahm zwei Bootstouren zu verschiedenen Buchten wie Secret Beach, Hidden Beach, Blue Lagoon, Small Lagoon, Miniloc usw. Träumchen! Schnorcheln? Träumchen! Mittagessen am Beach? Träumchen! Dazwischen gab es Tanzabende am Strand mit vielen netten Leuten und einen Ausflug mit Philipp (Schweiz) zu einem super schönen Strand.

Vom Traum zum Albtraum!

Denn dort frassen mich die Sandfliegen auf. Ich merkte es zunächst nicht, dann spürte ich die Bisse und forderte Philipp auf, dass wir sofort bitte abhauen. Am nächsten Tag kam das böse Erwachen. Mein komplettes linkes Bein und der Rücken waren übersät mit Pusteln. In der Nacht tat ich kein Auge zu, weil es so juckte und ich immerzu mit Tigerbalm nachschmierte. Juckte eine Stelle nicht mehr, fing die andere an. Ich hütete mich aber davor zu kratzen. Ich hätte heulen können. Bis fünf Uhr morgens lag ich wach, dann schlief ich vor Erschöpfung für ganze vier Stunden ein. Das Schlimme: diese Pusteln heilen nur sehr langsam ab. Welch schönes Andenken.