Und sonst so in Ubud?

Ich hinke etwas hinterher mit meinem Blog. Was ging denn noch so im Yoga NY von Bali?

Sehr viel kulinarisches, das steht fest. Denn gesunde Ernährung stand ganz oben auf dem Meditations Menü und so futterten wir uns kreuz und quer durch die Cafés. Es gab Buddha Bowl Salat und Shiva Schnittchen. Das Angebot war so gross, so lecker und so guenstig. Yummy!

Mit dem Roller fuhren wir durch die Umgebung und besuchten ein renommiertes five star Hotel von 1928 “The Mansion”, assen dort kind of Käsekuchen und stellten fest, dass der Bali Style (immer etwas knüsselig und halbgar) auch vor den Luxus Hotels nicht halt macht. Auf dem Gelände trafen wir einen Typen, der von dem Zahnarzt nebenan schwärmte. Ich machte sofort einen Termin zur Zahnreinigung. Amazing! 25 Minuten, 30 EUR, alles blitzesauber wie noch nie!

Zum bekannten Tempel in Kintamani ging es über eine Stunde mit dem Roller stetig bergauf, sodass wir mit der Zeit ziemlich froren auf dem Mofa. Oben im Norden nahe des Vulkans Batur angekommen wurden wir mit Shoppingangeboten überhäuft, Sandra kaufte, one more, one more, and one from meeeeee. Ich hatte somit halbwegs meine Ruhe.

Guten-Morgen-Yoga habe ich auch einmal mitgemacht um festzustellen, dass das mit meiner Schulter immer noch nicht geht und wie schrecklich steif ich geworden bin. Frust! Die tibetanische Klangschalenmeditation hingegen habe ich sehr genossen. Das war ein Gefühl, als ob dein ganzer Körper wabbert, wenn der Tonmeister die Schale neben Deinen Kopf hält. Natüüürlich waren wir zum Abschluss auch nochmal beim Ecstatic Dance. Sie spielten New Order, sehr cool. Diesmal waren wir auch so spät dran, dass wir den Part mit der liebevollen Umarmung verpassten. But: Love is everywhere.

Ecstatic Dance – der Spirirave auf Bali

Sonntag, 11 Uhr: ab zum Körperausdruckstanz nach Ubud, trendy “Ecstatic Dance” genannt. Es handelte sich dabei nicht um eine After Hour. Denn Ubud ist, unter anderem, das balinesische Mekka für “Glückstouristen”. Hier gibt es keine After Hour. Und erst recht keinen Rave.

Das Amphittheater des Yoga Barn.
Das Amphittheater des Yoga Barn.

Nach Ubud kommen Yogafans, solche, die es werden wollen, spirituell Interessierte, Heilsuchende, Neugierige, Gefestigte und Verlorene. Denn Ubud ist ein magischer Ort, sein Name heisst übersetzt “Medizin”/”Heilung”.

Und hier wird nicht EINFACH SO getanzt. Es wird sich zu Musik beweeeegt. Stress abgebaut, Blockaden gelöst, Energy freigesetzt.
Vorurteilsfrei. Ohne Alkohol, Drogen, Anmache, gespielte Coolness oder Dresscode. Schon mal gut!

Wir erreichten den angesagtesten Yogaplace in town – das Yoga Barn. Eine schöne Anlage abseits der lauten, stinkenden Hauptstrasse. Viel Holz und Grün. Fragten uns durch, luden unsere Backpacks ab, meldeten uns fix an, denn der Dance ist sehr beliebt. Dann schauten wir.

Alle haben sich lieb.

Die Menschen drückten sich zur Begrüssung mindestens 5 bis 10 Sekunden lang, *streichel-über-den-Rücken* Wahlweise wurde Hand an Hand gehalten, um Verbindung herzustellen und Energy fliessen zu lassen. Yeah!

LOVE!
LOVE!
More LOVE!
More LOVE!

Irgendwie gab es doch einen Dresscode. Ich machte einige Must-haves aus, darunter Halsketten im Mala Style, viel Feder, Fransel und Gehänge, Kategorie Ibiza Hippie Style mit undone hair oder Dreadlocks. Dann die Yuppie-Yogine mit Space Leggings und Bustier. Zöpfchen bei den Typen, Schlabberhose, Halskette, Armspangen, Körper Malereien, Buddha/Shiva/Ganesha Shirt oder Tattoo. Ich: addidas Short, T-Shirt, meine gefälschten Birkenstocks.

Nach so viel spannendem Geglotze hatte ich ganz viel energy rauszulassen und meine “underdressed” Blockade zu lösen. Seit der letzten Beachparty vor einer Woche hatte ich ausserdem auch nicht mehr getanzt!

Die Musik fing langsam an, man wog sich so rum, drehte sich. Der Teacher raunte an, jetzt durch den Raum zu gehen und Blickkontakt aufzunehmen. Alle lächelten. Und Stop! Den Nachbarn umarmen. Aaaah! Ich hatte keinen und stand alleine da.
Weiter ging es, dann noch ein Stop. Jetzt hatte ich einen Umarmungsnachbarn, wir mussten uns über den Rücken streicheln. Lächeln! Ich Dich auch! Daher kommt das also!

Dänce, dänce, dääääänce!
Dänce, dänce, dääääänce!

Die Playlist bestand aus sphärischen Tonwellen, Shanti-Rhythmen, afrikanischen Bongo-Vibes, Bauchtanz Klängen, Mantren im Popstyle und dem Song “hooked on a feeling”. Und einem Cello, wunderschön! Sandra und ich hotteten ab. Ich gab einmal den Körperklaus und bewegte mich anti-rhythmisch. Grosser Spass! Am Ende wurde es wieder ruhiger, runterkommen, hinlegen. Einige nahmen den Lotussitz ein oder machten einen laisser-faire Kopfstand, andere standen weiter, eine Frau sang spontan mit.

Putz-Yoga nach Tanzekstase.
Putz-Yoga nach Tanzekstase.

Nach 1,5 Stunden waren wir nass geschwitzt. Am Freitag gehen wir wieder hin!

Ektasi durch Tanzi!
Ektasi durch Tanzi!

Besuch ist da!

Anfang Juni kam Sandra aus Deutschland angeflogen! Ich freute mich total (endlich Freundin!) und sie auch (endlich Urlaub!). Netterweise durften wir (und ich immer noch) bei Markus wohnen. So machte ich Platz im Bett und Zimmer und zeigte ihr die Orte in der Umgebung: Seseh, Canggu, Seminyak, Kuta.

Wir fuhren nach Seminyak und speisten fürstlich im “bambu”, genossen in der “Ku De Ta” Beachbar einen Sundowner, fuhren morgens ganz früh nach Tanna Lot, dem heiligen Wassertempel, glotzen in Canggu auf die Wellen und ihre Reiter, tranken fresh young coconut, hingen am Pool ab, unternahmen einen Strandspaziergang, assen Maiskolben mit Peanutbutter und tanzten nachts auf der Beachparty am Strand. Zwischendurch kümmerte ich mich noch um die Verlängerung meines Visums.

Dann war ich reif für die nächste Station.
Nach 30 Tagen am Meer ging es ins Landesinnere.