Happy new year 2015! Silvester in Hanoi

Ich habe mit warmem Bier angestossen und es war lecker!
Die Technomusik der Vietnamesen war die Hölle aber es war egal.

Ich habe keine guten Vorsätze, denn ich brauche keine.
Den besten Vorsatz hatte ich letztes Jahr (diese Reise).

Ich habe getanzt, auf High Heels.
Ich war um halb drei im Bett.

Ich hatte keine Kopfschmerzen am nächsten Morgen.

Fazit: es war ein toller Jahreswechsel und ich habe ein so tolles Jahr vor mir! LOVE!

Spass mit Glittergirlande!
Spass mit Glittergirlande!
Der Boulevard! Nach zwölf schnell leer, die Vietnamesen haben mit unserem Silvester ja nicht viel am Hut.
Der Boulevard! Nach zwölf schnell leer, die Vietnamesen haben mit unserem Silvester ja nicht viel am Hut.

Sapa – meine Welt sind nicht die Berge

In Nordvietnam gibt es tolle Berge! Der Fan Si Pan ist mit 3.143 Metern der Höchste im Land und die Umgebung mit zahlreichen Reisfeldern, kleinen Dörfern und ihren traditionell gekleideten Einwohnern lädt zum Trekking ein. Beliebt ist auch das Übernachten bei den Dorfbewohnern, den so genannten “Minoritys”.

Wir buchten eine Tour:
– Anreise Sapa
– Besteigung Fan Si Pan mit 1 Übernachtung am Berg in 2.700m Höhe
– 12km Trekking und Übernachtung im Homestay/Minoritys
– Trekking zurück nach Sapa und Abreise

Panda geht wandern.
Panda geht wandern.

Wir nahmen den Sleeping Bus von Hanoi direkt nach Sapa. 13 Stunden Fahrt im grössten Schlafsaal, in dem ich jemals war. 25 Liegesitze mit Touristen aus aller Welt, Stinkefüssen, Schnarch- und Furzgeräuschen in der Nacht und einem kleinen Reiseklo. Netto zwei Stunden habe ich geschlafen, da kamen wir auch schon an, flugs ein Frühstück reingehauen und schon ging es in den Berg. Zunächst gemütlich, dann wurde es steil. Ich war so unendlich müde und hatte kaum Power. Dann der schwere Rucksack mit Proviant, da uns gesagt wurde, dass es keinen Lunch gibt. Gab es dann aber doch und noch vier Flaschen Wasser für jeden obendrauf. Wo ist mein Schleppesel?

Zweistöckiger Bus.
Zweistöckiger Bus.
Mit Discobeleuchtung.
Mit Discobeleuchtung.

Der Weg wurde immer schwieriger, mit Wurzeln, Schlamm und grossen Steinen. Dann Kletterleitern. Ich dachte ich seh’ nicht richtig! Mir wurde ausdrücklich im Tourbüro gesagt, dass der Weg total easy sei. Von wegen! Ich war total sauer und schrieb in Gedanken schon einen vernichtenden Tripadvisor Eintrag. Und unsere Wandergruppe war auch total bescheuert. Drei Leute aus Irland und den Niederlanden, total schnelle Sohle, der Guide war auch nur vorne bei denen, mein Freund zum Glück bei mir. Ich wurde immer langsamer, die Pausen in immer kürzeren Abständen fällig. Es war kalt, ich schwitzte und die Zeit stand uns im Nacken, denn wir wollten auf jeden Fall vor Einbruch der Dunkelheit oben im Camp sein.

Zu sehen gab es nichts. Keine View, ich hatte ein Sri Lanka Déja-vue (Adam’s Peak) und war nur noch am motzen und zeigte durch eine deutlich erkennbare Hackfresse, wie furchtbar ich das alles fand. Den Aufstieg zum Gipfel stornierte ich bereits in Gedanken.

Lohnt sich!
Lohnt sich!

Dann endlich, das Camp!

Geschlafen wurde auf Holzlatten mit schmaler Isomatte. Keine Heizung, kein Feuer zum Aufwärmen, kein Tee, kein heisses Wasser zum Waschen. Also rein in den fiesen Schlafsack, mit all den eingeschwitzten Klamotten. Es war so kalt: Eisnase, Eisfüsse, Eishände.

Die drei von der Laufgruppe hatten total gute Laune und zockten Karten. Ich verabschiedete mich nach dem Essen (bei dem ich die grosse Reisschale in den Händen hielt, um mich etwas aufzuwärmen) und rollte mich nach links. Durch die Anwesenheit einer vietnamesischen Studentenreisegruppe aus Ho Chi Minh (ca. 60 Leute) wurde es dann insgesamt etwas wärmer im Camp.

Die Nacht war besser als erwartet, wahrscheinlich weil ich so erschöpft war, schlief ich sogar besser als im Sleeping-Bus. Reinhold Messner mag mich schlagen, aber auf den Gipfel bin ich nicht. Übelst wenig Lust um 4:30 Uhr aufzustehen und gegen eine Nebelwand zu glotzen. Dann lieber nochmal auf den Holzlatten umdrehen.

Beim Abstieg war ich plötzlich total motiviert! Und eine Urkunde, dass ich auf dem Gipfel war, hab ich trotzdem bekommen! Geht doch!

Zurück im Hotel dann der nächste Klopper: ein eiskaltes Zimmer, kaltes Wasser unter der Dusche. “You booked a room without heater. No heater? You can rent! Hot water? No quik quik. Wait! Half n hour!” O-Ton Nora unter Tränen : “Ich find’s hier so scheisse, ich will hier weg!”

Wir cancelten die Homestay Nummer, denn darauf hatte ich keinen Bock mehr. Da am nächsten Tag aber die Sonne (!!!) schien, machten wir noch das 12km Trekking mit. Man, hatte ich Muskelkater.

Sapa ist eine einzige Touristenschleuse, diese ganze Minority-Story ist total Banane, obwohl die Leute wirklich nett sind, aber auch nur, weil sie ihre Sachen verkaufen wollen und einem hinterherlaufen, wenn nicht.

Am Abend reisten wir ab. Mit drei Stunden Verspätung, weil uns der Hotelsohn zum falschen Bus geführt hatte. Warum auch ein Happy End?

Im Nachhinein kann ich mich nur noch kaputtlachen über diesen gelungenen Ausflug. Heute habe ich eine dicke Erkältung.

Weihnachten 2014 in der Halong Bay

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Ho Chi Minh City ging es mit grossen Schritten auf Weihnachten zu. Dank des glitzernden Lichtermeers der Stadt war ich auch schon so richtig gut in Stimmung und freute mich auf einen feierlichen Abend, den ich zum ersten Mal in der Ferne zelebrieren würde! Und das standesgemäss! Also kaufte ich in Can Tho am Mekong flugs noch ein Paar High-Heels (Fake von Zara, ca. 9 EUR) sowie ein Cocktailkleid (kein Fake, ca. 15 EUR).

Zum Geburtstag/Weihnachten bekam ich diese zwei Nächte auf einem Boot in der Halong Bay geschenkt und freute mich nun sehr, dieses Wunder der Natur zu erleben. Der Wetterbericht unterstrich das weihnachtliche Flair: Nieselregen und diesige Sicht bei 17 Grad.

Am 23.12. gingen wir an Bord der “Garden Bay” und schipperten durch eine wunderschöne Landschaft. Nach dem Mittagessen: Village auf Wasser gucken. Mit sehr vielen anderen Touristen, Erkennungszeichen Life-Jacket in Orange. Die Gelegenheit ins Wasser zu springen schlug ich freundlich aus. Es folgte eine Cooking-Class (einmal ne Frühlingsrolle rollen) sowie lustige Partyspielchen, vor denen ich mich jedoch drückte (“Spalter!”).

Die Reisegruppe bestand aus Rentnern und Paaren aus Australien, zwei Familien mit Kindern aus L.A., Mutter und Tochter aus Kanada sowie us German guys. Das hatte etwas von Grossfamilie und machte das Weihnachtsessen sehr gemütlich und familiär. Die Flasche Wein war zu teuer, aber gut, nur zu schnell leer. Das Essen sehr lecker.

Die Kabinen waren äusserst gemütlich und ich schlief nach der Bescherung wie ein Matrosenbaby. Gerne wäre ich noch länger im Bette geblieben aber die Reisegruppe rief zum Frühstück und dem Besuch einer riesigen Höhle. Die Spalter der Gruppe verweigerten den Besuch der Pearlfarm (Tobi, ich und weitere) sowie dem Angebot, erneut ins Wasser zu springen (ich und weitere). Bei 17 Grad Wasser- und Aussentemperatur fiel mir das Nein Sagen nicht schwer, auch wenn ich damit den engagierten vietnamesischen Reiseleiter vor den Kopf stiess. Berufsrisiko.

Kajakfahren machte dagegen Laune und als es zurück an Land ging war ich doch etwas traurig, dass diese Bootsfahrt nicht noch länger dauerte. Zumal Ende Dezember auch wieder die Sonne scheinen sollte (und man dann sicher ganz toll schwimmen gehen kann!).

Next step: zurück nach Hanoi und direkt in den Nachtbus Richtung Sapa, in die Berge Vietnams.

Auf dem Mekong: Can Tho

Eine Fahrt auf dem Mekong und der Besuch der schwimmenden Märkte stand natürlich auf dem Touristenprogramm. Mit dem (3x raten, fängt mit B an…) ging es nach chaotischer Durchfragerei, welche Linie wo hinfährt, von Ho Chi Minh in die recht grosse City Can Tho. Beschaulich liegt sie direkt am Fluss und lädt am Ufer zum Flanieren ein, was auch die Locals sehr gerne tun. Warum sollte es hier auch anders sein als in Kölle am Rhing?

Im B… trafen wir einen sehr netten jungen Vietnamesen, der uns ein gutes und günstiges Hotel zeigte und uns eingehend auf die Kriminalität der Stadt hinwies, wovon wir aber nix merkten. Zudem empfahl er den Besuch eines Restaurants auf einem Schiff, das abends ablegt und die Gäste mit Musik bespasst. Ach was, die vietnamesische KD! Das machten wir doch und fanden uns unter ausschliesslich Local-Gästen wieder und amüsierten uns prächtig.

Der nächste Morgen begann früh, denn es ging zu den schwimmenden Märkten, da muss man zeitig da sein, bevor die ganzen Touristenboote angeschippert kommen. Ich sag mal so: kann man mal machen. Am lustigsten war unsere Bootsfrau. Die Fahrt zur Reisnudelfabrik war sehr schön, da sie durch einen der Seitenarme des Flusses in die Dörfer führte und man spürte, wie wichtig der Mekong wirklich ist.

Highlight: wir waren in der DISCO. Jawohl! Zu total terrorisierender Technomusik gaben wir uns quälend hin, wollten eigentlich schon nach zwei Bier wieder gehen, da füllte sich der Raum und wir fetzten einfach mal auf die Tanzfläche, was die ausschliesslich vietnamesischen Besucher total gut fanden, uns in ihren Kreis nahmen und mit uns abdäncten.

Da das Hotel günstiger als in Ho Chi Minh war, verlängerten wir noch, bis dass es dann mit dem F…z..g nach Hanoi ging – in die Halong Bay und auf Weihnachten zu!

Hoch soll ich leben!

Yeeeeeaaaah!

Der erste Geburtstag in der Ferne sollte etwas ganz Besonderes werden und ich wollte ihn unbedingt auf einer Insel, zumindest am Meer verbringen. Mein Freund überraschte mich mit einem tollen Bungalow im Norden der Insel Phu Quoc. Vier Tage im Pärchen-Paradise an einem kleinen Strand, mit glasklarem Wasser, sich wiegenden Palmen, gutem Essen und etwas Luxus. Genial!

PS: Motorbiken will gelernt sein. Wir verpassten den Rückflug nach Ho Chi Minh, weil wir die Dauer der Fahrt zum Flughafen unterschätzt hatten und dazu uns noch verfahren. Auf den letzten Metern im Sprint zum Check-in hab’ ich mich mit dem Backpack auch fast wie eine Schildkröte auf den Panzer gelegt.

Sei gegrüsst, Vietnam!

Ein neues Land, ein neues Kapitel beginnt. Spannend! Vor allem, wenn sich die Religion ändert: ab sofort hiess es Kreuz statt Koran, wobei, genau genommen sind die meisten Vietnamesen Atheisten, Buddhisten und Christen. Wie auch immer …

Am 13.12. wurde ich von einer grossartigen Blinki-Blinki Dekoration empfangen, die überall auf den Strassen Ho Chi Minhs nach Christmas schrie! Weihnachtsmänner, Tannenbäume aus Plastik, Schneeattrappen, Lichterketten, Eisblumen, Geschenke an jeder Strassenecke. Stimmung!
“Last Christmas” von Wham hörte ich dieses Jahr zum ersten Mal NICHT im Büro, sondern in einem vietnamesischen Restaurant, bei Nudelsuppe mit Stäbchen und einem kühlen 333.

Den ersten Tag verbrachte ich mit Sightseeing und lief durch die Strassen. Und JA, ich hab mich auch wieder verlaufen. An der “Notre Dame”, einer Kirche mitten im lärmenden Strassenverkehr, traf ich John (72 Jahre alt) aus Californien, mit dem ich den Nachmittag verbrachte, Spazieren ging, ein neues Samsung Telefon kaufte (ich hasse es) und bei Eiskaffee und Tiramisu seinen aufregenden Geschichten lauschte. John hat nämlich schon viel erlebt als Backpacker in den 60ern und ist mittlerweile gut situiert, verkehrt mit dem Vater von Norah Jones, ist mit der Mutter von Stephanie Seymour (Supermodel) befreundet und kennt die obersten 10.000, darunter Künstler, Komponisten und Schauspieler. Seine E-Mail Adresse habe ich leider verloren, hab mich sehr darüber geärgert!

HMC ist sehr modern und bietet alles westliche, gepaart mit der ärmlich wirkenden Kulisse Südost-Asiens. Zwischen hunderten von Kaffeehäusern stehen die Garküchen, es gibt die Flagshipstores von Versace, Gucci und Prada und die Nachtmärkte mit ihren Fakes. Eine Metro wird gerade gebaut, die 19-stöckigen 5-Sterne-Hotels und Skybars und ein Porsche Cayenne war auch unterwegs.

Den nun gewonnenen ersten Eindruck von HMC vertiefte ich nochmals nach meinem Aufenthalt auf Phu Quoc. Auf die Insel ging es zum Geburtstag Feiern mit meinem Freund!

Hier aber nun Impressionen aus Ho Chi Minh City vom 13.-14.12.2014 und 17.-19.12.2014!

The big J

Viel gesehen habe ich nicht von Indonesiens Megacity und versicherte mich auch stets bei den anderen Backpackern im Hostel, dass es auch wirklich nichts interessantes zu sehen gibt! Wichtig! Denn ich möchte ja nicht als Kulturbanause gelten. Es interessierte mich auch viel mehr das Leben und Arbeiten der beiden Twin-Sisters, die das Hostel “Six degrees” betreiben. Wati, verheiratet mit John aus Irland und Nygi (Namen von der Redaktion nicht mehr ganz präsent) verheiratet mit Ian aus England. Eine explosive Mischung! Alle vier waren ihre besten Kunden abends an der Bar, hicks, und es war lustig, ihnen dabei zuzuschauen und mitzuwirken. Die beiden Girls scheren sich nicht um ihre Religion, sind weltoffen und liebenswert. An einem meiner drei Abende im Hostel gesellten wir uns mit einigen anderen Gästen auf der Dachterrasse, quatschten und tranken Dosenbier. Schick: Wati zerknüllte die Dosen nach Leerung, so hab ich das noch nie bei nem deutschen Mädel gesehen, cool! Ich gab die DJane und spielte den Soft House Mix, der auf grosses Interesse stiess und ich Germany als Country mit super Musikgeschmack repräsentierte. Na das ist doch mal was!
Das ganze Spektakel ging bis tief in die Nacht und flaute ab, als der Texaner meine Spotify App benutzte, um heimatverliebte Country Music zu spielen, die keiner hören wollte.
Am nächsten Tag hatte ich – jawohl – Kopfschmerzen. Die mussten erstmal mit einem formidablen Dinner in Jakartas ältestem und wohl schönsten Restaurant weggegessen werden (Lara Djonggrang). Ich war tief beeindruckt von der Dekoration des Restaurants und auch das Essen war einfach fantastisch, selbst der Reis, schön in Shape drappiert, war unglaublich aromatisch.

Ach so, an einem Nachmittag habe ich einen Localmarket besucht und mir die Fashion-Stores angesehen (unglaublich hässlich das ganze Zeug) und sehr köstliches Tofu mit unfassbar köstlicher Sosse genossen. Zu meiner Freude gab es toll gefälschte Birkenstocks, hier gebrandet als “Boken”. Und: viel gemütlicher als die Originale, also rein in die Tüte.

Mit dem Motorbike Taxi ging es zurück, an diversen Kreiverkehren mit Statuen und Monumenten und Palästen vorbei – so hab ich das Sightseeing in einem Rutsch erledigt. German efficiency.

Tanz auf dem Vulkan: Java

Ich beschloss also, auch die indonesische Nachbarinsel von Sumatra zu besuchen und flog, auf den Spuren meiner Angetrauten Claire, von Padang über Jakarta nach Yogyakarta. In einem kleinen Losmen (= Pension) trafen wir uns wieder und erkundeten gemeinsam die Stadt. Sie hatte bereits Bekanntschaft mit Christian (ca. 60 Jahre alt) gemacht, ein Langzeitreisender aus Frankreich, der auf Bali Klamotten fertigen lässt und diese in Frankreich verkauft. Mit ihm und einem Local, der einen kleinen Accessoires-Shop im Viertel betreibt, machten wir uns einen netten Abend, der auf dem Boden vor einem 24-Stunden Supermarkt endete, wo wir zu später Stunde noch Pommes mit Chili-Sosse und Saté-Spiesse verspeisten. Am nächsten Tag hatte ich Kopfschmerzen. Bintang sei Dank.

Auf dem Plan stand natürlich eine Fahrt zum beeindruckenden buddhistischen Tempel “Borobodur”. Auch hier wurde ich von interessierten Studenten fotografiert, die mich wohl genauso spannend fanden wie den Tempel. Irgendwie verlor ich Claire auf dem Areal und schnappte mir das Megaphon der Security und rief sie aus: “Claire, Claire, I am waiting at the exit! Claire, please come to the exit.” Brüller!

Den Abend zelebrierten wir mit einem vorgezogenen X-Mas-Dinner: Kürbiskernsuppe mit Bacon und Croutons sowie Ente mit Kartoffelgratin. Danach konnte ich mich nicht mehr bewegen – mein Magen ist aktuell eher auf Reis und Chicken statt Kartoffeln in Sahnesosse eingestellt.

Am nächsten Morgen ging es dann auf zum Vulkan Bromo. Wir buchten eine Tour und machten es uns im Minibus für die 12 Stunden Anreise “gemütlich”. Nach etwa drei Stunden Schlaf im letzten Dorf vor dem Vulkan standen wir um 3 Uhr morgens auf, um für den Sonnenaufgang parat zu sein. Mit einem Jeep ging es noch eine Stunde bergauf, zusammen mit etwa 100 anderen Fahrzeugen: Sunrise Safari. Der Ausblick war grandios, auch wenn asiatische Selfie-Shooter teilweise die Stimmung beeinträchtigten. Zurück im “Hotel” gab es noch ein Toast und ein Ei zum Frühstück, dann weiter zum Vulkankrater Ijen, wo Schwefel abgebaut wird.

In Pobolinggo, dem Hauptsitz der Tourgesellschaft, mussten wir den Bus wechseln. Hier wurde mir mein iPhone geklaut. Die Geschichte ist lang und nervenaufreibend und ich heulte rum und konnte es nicht fassen. Auf der Polizeistation bekam ich einen Wisch für die Versicherung. Dankeschön!
Frustriert, sauer und durcheinander wollte ich die ganze Scheisstour abbrechen und direkt nach Jakarta fliegen, aber Claire hielt mich davon ab und so setzte ich die ja bereits bezahlte Tour fort. Ohne iPhone.

Nun denn: im Krater Ijen kann man vor Sonnenaufgang das blaue Feuer bestaunen, wenn das austretende Gas entzündet wird. Was tut man nicht alles für den Sonnenaufgang. Schlaf: 2 Stunden, Aufstieg: 2 Stunden (sehr sehr steil), Abstieg in den Krater: 1 Stunde. Aber dann: eine nahezu unwirkliche Kulisse. Gelbes Schwefelgestein, blaues Feuer, ein giftiger grüner See.

Für den Rückweg plante ich einen Flug (bloss kein Bus mehr) von Subaraya zurück nach Jakarta, von wo aus mein Flug nach Vietnam gehen sollte. Auf der Rückfahrt setzten wir zunächst die Teilnehmer an der Fähre ab, die rüber nach Bali schipperten. Das waren alle, ausser mir. Ich musste in Pobolinggo nochmal den Bus wechseln und mir wurde der Hof gemacht. Es gab ein kostenloses Mittagessen, Tee und man buchte mir das Ticket nach Jakarta (das bezahlte ich natürlich). Hatte da jemand etwas gut zu machen? Schlechtes Gewissen? Ich vermutete, dass da alle unter einer Decke steckten, aber ich konnte nichts beweisen und eine Aufklärung auf indonesische Art (Schlägertrupp, burning down the house) wollte ich nicht in Erwägung ziehen. Nicht mein Niveau.

Nach 24 Stunden on the road and in the sky erreichte ich mein Hostel in Jakarta und gönnte mir am nächsten Tag erstmal sechs Stunden Day-Spa (Hallooooo, mit Dornbracht Armaturen!) inklusive Massage, Face-Treatment, Pediküre und Body-Massage. Und ‘ne Pizza! Da war das Seelenleben wieder hergestellt. Im Hostel waren nette Leute, die zwei Geschäftsführerinnen großartig und so ging mein Besuch auf Java doch noch sehr schön zu Ende.

Authentic Sumatra: Pinang

Nach Regen kommt Sonnenschein! Die acht Tage in Pinang verbrachte ich größtenteils mit faulenzen (mit dem Hang zum Bore-Out), schwamm ein paar sportliche Bahnen im Meer, unternahm einen Tagesausflug auf eine einsame Insel, schnorchelte und wanderte durch den Urwald zum Wasserfall. Mir war danach mich auszuruhen und ein paar Tage nur an einem Ort zu sein.

Die Stimmung: in Ricky`s Beachhouse waren echt liebe Leute, sowohl Gäste als auch “Stuff”. Die Crew, alles Jungs im Alter von ca. 20-25 Jahren, sangen jeden Abend ihre Lieder und spielten Gitarre und Drums, trällerten was das Zeug hält. Leider war das musikalische Repertoire doch recht beschränkt, sodass jeden Abend die gleiche Musi erschallte. Am 5. Abend konnte ich es nicht mehr hören, aber gut waren sie dennoch. Die Gäste spielten Karten, es gab Zaubertricks und knifflige Spiele, Bier und Geschichten, genüssliches Abhängen in der Hängematte. Zwei Typen aus Griechenland, die für freie Liebe plädierten, fingen jeden Tag frischen Fisch und versorgten alle Gäste mit den köstlichsten Exemplaren aus dem Meer.

Die Umgebung: Die Beach Bungalows sind die einzigen Unterkünfte im Ort, das Dorf ist von Urwald umringt, und so ist man wirklich mitten im Geschehen. Morgens laufen die Kühe am Strand entlang, die Kinder gehen zur Schule, die Fischer holen am Nachmittag ihre Netze ein und am Bintang Kiosk hält man ein Schwätzchen, mehr oder minder mit Hand und Fuß. Das Konzept “Authentic Sumatra” (www.authenticsumatra.com) geht hier auf. Wer das Leben der “Ureinwohner” Sumatras kennenlernen möchte, unternimmt eine Tour auf die Mentawai Islands.

Die Aktivitäten: Der Besuch auf einer der vorgelagerten Inseln war zauberhaft. Nach 45 Minuten Fahrt mit einem kleinen Fischerboot erreichte man einen weißen Sandstrand: Motiv Postkarte. Die Insel ist unbewohnt und man konnte dort für ein oder zwei Nächte im Zelt übernachten, wenn man mochte. Mit Jared und Nienke verbrachte ich einen schönen Nachmittag inkl. Sonnenbrand.
Der Weg zum Wasserfall war hingegen ein wirkliches Abenteuer (für mich) und nicht mit dem Trek in Bukit Lawang zu vergleichen. Es ging zunächst etwa eine Stunde nur durch Reisfelder, das heißt also auf den schmalen, matschigen Pfaden balancieren und nicht das Gleichgewicht verlieren, otherwise landet man knietief im Schlamm. Der Weg führte dann nochmals 1,5 Stunden weiter durch kleine Flüsse, dann über Stock und Stein, mit und ohne Liane. Für die Kinder des Dschungels ist dies alles ja kein Problem, da wird auch zwischendurch mal eine geraucht, ich war jedoch nach 45 Minuten fertig, keine Pause gemacht, das Herz schlug mir bis zum Hals. Als wir jedoch oben am Wasserfall ankamen, entschädigte dies mal wieder für alles. Die Kids of the Jungle brauchten auch keine Verschnaufpause, los ging’s mit Saltos und Jumps von den Felsen in die kleinen Wasserbecken. Da muss man schon genauer zielen, um sich nicht den Kopf aufzuschlagen.
Auf dem Rückweg musste ich leider die Bekanntschaft mit drei ekelhaften Blutegeln machen, die ich mit hysterischem Gekreische von meinem Bein, meinem Oberschenkel und meiner Hüfte riss/schnippte. Das war das erste Mal, dass ich wirklich wirklich hysterisch war und kam mir dabei total Banane vor. Die Tussi im Wald, alles klar. Aber die Viecher sind mir einfach unheimlich. Hat natürlich auch keiner vorher gesagt, dass man ggf. ne lange Hose anziehen sollte. Die Kids gehen schließlich mit Flip Flops oder Barfuss durch den Wald. Der Kommentar, als wir wieder im Beachhouse waren “Nora, you look tired.” Ach.

Der Plan: Ich war sowas von faul, dass ich mein Vorhaben, auf die Mentawai Islands zu fahren, kippte, um noch mehr abzuschimmeln und nichts zu tun. Nach einer Woche merkte ich aber, dass ich nun irgendwie weiter will, mich das Beachhouse langweilte und beschloss, wenn ich schon mal in der Nähe bin, nach Java zu fliegen, um mir Tempel und Vulkane anzuschauen.