Es pisst in Pinang!

Hatte ich erwähnt, dass ich in der Regenzeit unterwegs bin? Es ist manchmal ätzend, aber so ätzend wie im Moment empfand ich es noch nie. Und hatte ich erwähnt, dass die Transportwege und Anreisen Horror sind? Ich leg noch einen drauf!
Von Hallau Valley brach ich am späten Vormittag auf, was sich später rächen sollte. Auf dem Weg zur Bushaltestelle verlor ich irgendwo meinen heiss geliebten Sarong, den ich damals in Thailand gekauft habe und der mir als universelles Supertuch diente: Schal, Rock, Schnuffeltuch, Strandlaken, leichte Decke. Futsch! Ich musste Tränen unterdrücken, auch wenn man sowas überall nachkaufen kann. Hunderttausendmal: Scheisse.
Ich redete es mir schön.
Vier Stunden später kam ich Padang an und konnte dem Minibus-Fahrer leider nicht verständlich machen, wo ich hin musste. No English. No Indonesian. An einem Charterbüro liess er mich raus und dort sagte man mir, dass die Weiterfahrt nach Pingang ziemlich teuer werden und mit dem Minibus zu lange dauern würde, sodass ich das Angebot eines älteren Herrn mit Motorbike annahm. Rucksack zwischen de Beene und ab geht’s. Padang ist eine “Großstadt” und der Verkehr entsprechend. Nach einer Dreiviertelstunde setzte Regen ein. Schutzhülle über die Backpacks und Regenjacke an. Weiterfahrt! Das Dorf liegt nicht gerade an einer Hauptstraße und so bogen wir in einen Weg ein, der immer schlechter wurde und durch den Regen nicht besser. Schlammpfützen, dicke Steine, Löcher. “Are you sure?”, fragte mich der Herr. Ja was weiss ich denn? Der Regen wurde immer heftiger und es wurde dunkel. Wäre ich doch früher gefahren! Wir hielten an einem Holzhüttchen an, wo mehrere Typen saßen und sich einen hinter die Binde kippten. Da stand ich nun. Der ältere Herr meinte, dass er nicht mehr so unbedingt gerne weiterfahren wollen würde, because of the road. Ein Ortskundiger aus der Runde bot mir an, mich zum Guesthouse zu fahren. Nach einem genüsslichen Schluck vom selbstgebrannten Kokosnussschnaps schmiss er den Motor an. “Don’t worry, Nora. Everything under control!” Den Regen aber nicht, es schüttete weiter, mittlerweile war ich aber eh schon pitschnass. Im Dunkeln ging es dann noch eine ganze Stunde weiter. Zwischendurch glitschte das Motorbike weg, der Motor schaffte es mit der kompletten Ladung nicht mehr den Berg hinauf, ich musste also absteigen (was wenn der Typ jetzt einfach abhaut, was wenn das Motorbike schlapp macht, was wenn, was denn?). “Everything alright, Nora!” Ich quasselte die ganze Zeit, um das “was wäre wenn” zu vernichten und endlich dann kamen wir an, Claire umarmte mich und bestellte zwei Bintang. Fix und Foxy has arrived!

Am nächsten Tag: Regen. Unendliche Stunden lang. Bei mir setzte Frust ein. Wäre ich doch nach Nias geflogen oder auf die Mentauwai Islands (war aber zu teuer). Jetzt saß ich da fest, weil ich im Regen auf garkeinen Fall wieder diese beschissene Straße hochfahren wollte. Mein Rucksack und die Schutzhüllen waren bereits an einer Seite gerissen, weil das Teil auf der Hinfahrt runtergefallen ist. Die Möglichkeit, mit dem Boot nach Padang zurückzufahren, hatte ich bereits in Erwähnung gezogen. In Gedanken buchte ich einen Flug nach irgendwo ohne Regenzeit. Sumatra nervte mich: Die Hock-Dich-nieder-Toiletten. Das Bob Marley Gesinge den ganzen Tag. Localtown und Kühe vor der Tür. Nicht im Bikini baden dürfen. Dreckige Füße. Kaputte Moskitonetze. Kalte Duschen. Hatte ich etwa ‘nen Kulturschock? Mal den nächsten Tag abwarten. Und es wurde besser … viel besser!

Sumatra wie im Bilderbuch: Harrau Valley

Unendlich viele Reisfelder in einem so satten Grün, das man garnicht beschreiben kann. Gesäumt von Bergen und Felsen, aus denen nie enden wollende Wasserfälle sprudeln – genau so habe ich mir Sumatra vorgestellt. Das Guesthouse lag wunderschön direkt am Wasserfall und bot eine grandiose Aussicht auf die Landschaft. Wieder war ich mit Claire unterwegs und wir teilten mittlerweile auch das Bett. Sharing rulez, da kann man ne Menge Geld sparen.
Erstmal eine kalte Dusche und auf der Terrasse ein kühles Bintang zischen (wie war das mit dem Wasser?). Am nächsten Morgen ging es mit dem Motorbike auf Tour und wir liessen uns die Gegend zeigen, Häuser in der traditionellen Batak-Architektur und den alten Palast des Königs. Dort heirateten Claire und ich und posierten abermals mit einheimischen Girls aus Indonesien, die ein paar Selfies schossen. Würde echt gerne einmal wissen, auf welchen Facebook Profilen ich mittlerweile auftauche.
Zum Lunch gab es einen wahnsinnig köstlichen Gado Gado Salat mit spicy Erdnuss-Soße. Ich liebe das indonesische Essen. Und zu meiner Verwunderung kann ich auch immer noch Reis essen. Dieser ist hier besonders lecker und ich vermisse wirklich (noch) nicht das heimische Graubrot. Aber Käse!
Am Nachmittag ging es noch zu einem “You can see waterfall!” Ach, habe ich mir gedacht, schon wieder nen Wasserfall, alles klar. Aber dieser war wirklich total schön, denn er lag versteckt im Regenwald und wir mussten durch den Fluss waten, um dorthin zu gelangen.
Wie der Abend ausklang, muss ich wohl nicht erwähnen (Bi … ng), am nächsten Morgen hatte ich jedenfalls Kopfschmerzen.
Claire musste zum Flughafen, um ihren Flug nach Java zu verschieben, da sie ihr Herz ein bisschen an Sumatra verloren hatte. Wir verabredeten uns in Pinang, in Ricky’s Guesthouse.

Lake II – Maninjau – Der Aufenthalt

Arlen Nova’s Paradise Guesthouse liegt direkt am Seeufer zwischen saftig grünen Reisfeldern. Um dorthin zu gelangen muss man durch diese. Mit mehr als 18 Kilo Gepäck und Eigengewicht ist das Balancieren auf den schmalen Pfaden zwischen den Feldern garnicht so einfach und ich erlaubte mir einen schlammigen Fehltritt. Lecker.
Claire war bereits vor Ort und mit Harris im Städtchen, um sich ein Tattoo stechen zu lassen. Ich ruhte mich aus, bestellte erstmal etwas zu essen (hatte ja kein Mittagsessen, kein Abendessen und kein Frühstück – just Cookies).
Schlafen konnte ich aber irgendwie nicht und so klang der Abend mit ein paar Bintang Bierchen gemütlich aus. By the way: Ich sollte mehr Wasser trinken. Es verführt jedoch dazu, jeden Abend Bier zu trinken, weil es einfach erfrischender ist als jedes andere Getränk auf dieser Erde. Leider ist dies, das weiss ein jeder, nicht so gut für Haut, Haar und Figur. Ich denke, ich erhalte einige Zustimmungen an dieser Stelle.
Gesehen habe ich von der Umgebung nicht viel, denn es r.e.g.n.e.t.e und Claire und ich suchten das nächstgelegene Café mit WiFi Zone auf. Dort trafen wir auf ca. 50 Studenten und Studentinnen aus Padang, die am See Exkursion und Experimente im Bereich Medizin durchführten. Wir waren eines dieser Experimente. Wir wurden seziert, ausgequetscht und fotografiert, von allen Seiten. Ich finde es aber immer noch erstaunlich, dass wir Europäer hier wie eine Trophäe gehandelt werden und so viele Menschen ein Selfie mit dir schiessen wollen. Crazy!
Im Guesthouse herrschte relaxtes Nichtstun (das kommt gerade ziemlich oft vor) und als die Crew bei unserer Abreise sagte “Don’t go because you are happy!” war ich ganz gerührt.
Doch im Travel Book stand geschrieben: reise ins Hallau Valley!

Lake II – Maninjau- Die Anreise

Da ich ja ohne Reiseführer unterwegs bin, habe ich keine konkreten Pläne meiner Route, lasse mich inspirieren und folge gerne den Tipps anderer Mitreisenden. Claire zog weiter nach Maninjau, einem weiteren See auf Sumatra, der ebenfalls sehr sehr schön sein sollte. Dort führt Harris, der Guide der beiden Franzosen, ein kleines Guesthouse mit fünf Bungalows zwischen den Reisfeldern.
Ich reiste Claire am nächsten Tag nach. Sie flog. Ich nahm den Bus. Vergessen waren alle Strapazen, die ich bisher erlebt habe: dies übertraf einfach alles. Es handelte sich dabei um eine Nachtfahrt von Nord-Sumatra in den Westen der Insel, mit zirka 650 Kilometern eine echte Herausforderung an Mensch & Maschine. Die Fahrt begann um 17 Uhr im voll besetzten Bus, nach einer halben (!) Stunde die erste Rast am Restaurant: Abendessen. Es blieb auch genügend Zeit für den Nachtisch, da irgendwas am Bus defekt war (irgendwas, weil man keine Info bekam was denn nu los ist). Nach gefühlten zwei Stunden ging es dann weiter, eine Stunde Kurvenrausch, dann wieder ein Stop, wieder was am Bus. Ich überlegte, wie wir wohl da wegkommen, wenn es nicht mehr weiter gehen würde. Und DAS bei einem Mercedes Benz Bus. Damit wurde groß geworben.
Unterwegs stiegen in den voll besetzten Bus noch etwa acht Leute zu. Diese machten es sich im Mittelgang auf Getränkekisten mehr oder weniger gemütlich, im hinteren Teil genoss man stehend die betörende Atmosphäre der Bordtoilette und rauchte dazu genüsslich ein paar Zigaretten. Dem Baby, ein paar Sitze davor, sollte dies wohl nichts ausmachen. Indonesian Style. Auch der Fahrer steckte sich eine nach der anderen an, vielleicht um wach zu bleiben.
Ich hatte zum Glück keinen Fettsack neben mir sitzen, aber dennoch war es denkbar unbequem und ich überlegte, eine Schlaftablette zu nehmen. Nachdem aber ja diverse, unbekannte Mängel am Bus bestanden, setzte ich eher auf Kontrolle und schlief daher nur zwei Stündchen, so von 3 Uhr bis 5 Uhr (“Oh, ist ja schon 5 Uhr – nur noch 6 Stunden Fahrt!”). Wir stoppten abermals, damit die muslimischen Mitfahrer ihr Gebet halten konnten. Um 9 Uhr Frühstückspause. Für mich nur einen Kaffee, denn ich hatte mich bereits an Cookies satt gefuttert. Kriege morgens immer noch keinen Reis runter.
Endstation hieß Bukittingi, von wo aus ich nochmal 1 Stunde Fahrt zum See einplanen musste, hinzu kam 1 Stunde Wartezeit, bis dass der Minibus abfuhr. Machte alles in allem eine Anreise von 24 Stunden für 650 Kilometer. Tippi Toppi!

DIe Leute im MIttelgang waren zu dem Zeitpunkt schon wieder ausgestiegen.
Die Leute im MIttelgang waren zu dem Zeitpunkt schon wieder ausgestiegen.
Vorne links neben dem Fahrer saß Elodine. Sie schlief hinter dem Sitz des Drivers.
Vorne links neben dem Fahrer saß Elodine. Sie schlief hinter dem Sitz des Drivers.

Samosir – eine Insel im Lake Toba

Die meisten Touristen folgen auf Sumatra einer bestimmten Reiseroute, die in allen Travel Books nachzulesen ist. Ick och! Nach dem Dschungel folgte also der See. Einige Stunden Fahrt im öffentlichen Minibus (Sitzplätze für 12, reingequetscht 18) und einer Stunde gemächlichem Schipperns auf der Fähre – und “schwuppdiwupp” (…) erreicht man Samosir, eine Insel in größten Kratersee der Erde. Schon sehr beeindruckend wenn man sich vorstellt, dass dies einmal ein Vulkan war, der hoffentlich nicht vorhat, während meiner Anwesenheit nochmal hochzugehen.
Im Bus traf ich Claire aus Lyon/Frankreich, die auf der Insel zwei Freunde besuchen wollte und schloss mich an. Die Tage waren sehr relaxt, es war, abgesehen von den Bauarbeiten im Hotel, so super schön still, der See plätscherte sanft vor sich hin und das grüne Wasser lud zum Schwimmen ein.
Mit Yuyu, ihrem Freund Pierre-Marie und ihrem Guide Harris unternahm ich eine schöne Motorbike-Tour zu den heißen Quellen, die furchtbar stanken aber wunderbar warm waren. Claire war leider krank. Und natürlich hat es geregnet.
Abends saßen wir bei reichlich Bintang zusammen und praktizierten die auf der Erde am häufigsten gesprochene Sprache: Bad English. Die Einladung, mit den beiden nach Bangkok zu fliegen und auf eine Techno-Party zu gehen, schlug ich aus (bin ich unspontan).
So verlebte ich drei schöne Tage und schlief in einem äußerst komfortablen King-Size-Bett und einem Bad mit Western-Toilet und warmer Dusche (das alles für wenig Geld), an das ich mir später immer wieder zurücksehnen sollte.

Die Magic Mushrooms habe ich nicht von der Menükarte bestellt.

Jungle Trek in Bukit Lawang

Aufgrund der Witterung kürzte ich meine Reise durch Malaysia stark ab und flog am Abend von KL nach Medan auf Sumatra. Erste Station war das Dorf “Bukit Lawang”, das Gate zum Dschungel und dem Gunung Leuser Nationalpark.
Die Straßenverhältnisse sind miserabel hier. Schlaglöcher, zahlreich und riesig, wie ich sie in Köln, auf Bali und anderswo noch nie gesehen habe. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 40 km/h, der Shuttle vom Flughafen zum Dorf dauerte 3 Stunden für 120 Kilometer. Nachts um halb zwölf checkte ich ein und fiel, nach einem erfrischenden Bintang Bier in der Hängematte, ins Bett.
Das Guesthouse war super, es liegt in einem schönen kleinen Garten direkt am Fluss. Das Essen, auch sehr wichtig, war fantastisch. Das Personal bestand aus indonesischen Halbstarken mit Bore-Out Syndrom. Da Low-Season ist, haben sie kaum etwas zu tun, schliefen tagsüber ein und belagerten mich dauernd, um ein Schwätzchen zu halten und ihr Englisch zu praktizieren. Am ersten Tag erfuhr ich also alles über die Kinder des Dschungels. Am Abend lernte ich einen schwulen, spirituellen Holländer kennen und zwei Girls aus Kanada, die sich am nächsten Tag ein Tattoo von einem Local stechen lassen wollten. Anstatt ins Bett zu gehen, da am nächsten Tag meine Dschungel-Tour startete, hatten wir also eine kleine Party auf der Restaurant-Terrasse, was sich am nächsten Morgen dann schädelmäßig zwar bemerkbar machte, ich aber nicht bereute.
Zwei Tage Jungle inklusive Übernachtung! Ich freute mich total auf die Orang Utans und die Ursprünglichkeit des Regenwaldes. Ich wurde nicht enttäuscht: 7 Orang Utans inklusive Babys habe ich gesehen und war schwerst ergriffen, als sich dieses wunderbare Lebewesen von Baum zu Baum schwang. Der Trek war sehr abenteuerlich, es ging dauernd auf und ab über Wurzeln, Bäume und durch kleine Bäche. Die Nacht verbrachten wir im “Five-Star-Jungle-Resort” und hatten ein tolles Abendessen. Alles war einfach, aber super! Nachdem der Regen endete, saßen wir noch am Feuer und spielten Karten, sangen und bekamen Geschichten erzählt. Am Morgen ging ich im Wasserfall “duschen” und der Rückweg wurde auf dem Fluss in Tubes zurückgelegt.
An meinem letzten Abend saßen alle Moglis (sie nennen sich selbst so), die Girls vom Trek und ich beisammen und sangen gemeinsam Lieder von Guns ‘n Roses, Muse, R.E.M. und niederländische sowie schweizerische Hits.

Der Hit aus Bukit (mit der Melodie von Jingle Bells):

Jungle Trek Jungle Trek
in Bukit Lawang
See the monkeys, see the birds, see Orang Utans

Hippie Feeling auf Pulau Pangkor

Fest stand, dass ich nach der Großstadt eine Oase der Ruhe brauchte. Lösung: eine Insel im Meer!
Die Ostküste von Malaysia ist derzeit aufgrund der Regenzeit nicht zu empfehlen, daher hatte ich meine Pläne geändert und besuchte die nächstgelegene Insel Pulau Pangkor, 4 Stunden Busfahrt und 45 Minuten Fähre von KL entfernt.
Bereits im Bus lernte ich “Judy” kennen. Sie kommt aus Australien, ist 67 Jahre alt und hatte eine Menge zu erzählen. Das Tollste: ihre Outfits. Immer auf den Anlass abgestimmt, immer mit dem gewissen Hippie-Flair und immer red Lipstick. Mir ihr verbrachte ich grandiose Tage auf der Insel, mit tief gehenden Gesprächen, spirituellen “feel-the-earth” Momenten und Gelächter.
Auf der Insel gab es nicht viel zu tun und das war gut so. Mit dem Motorbike cruiste ich einen Tag lang über die Hauptstraße (Inselumrundung dauerte ca. 30 Minuten), ich hielt hier und da und überlegte, zum malayischen Frisör zu gehen. Meine Entscheidung fiel negativ aus.

Weitere Highlights auf der Insel: Frisbee spielen am Strand, Dinner mit Judy – die Füße im Sand -, Hornbill Fütterung, Schwimmen, Schnorcheln inkl. Anlockung der Fische mit Keksen, authentisches Dinner (“Nasi Kampung”) mit Charles und Nicole auf Plastikstühlen im Regen.

Im Hostel lernte ich auch Willy aus Kuala Lumpur kennen. Er ist Malaye und Willy sein Künstlername, da die Europäer seinen richtigen Namen nicht aussprechen können und daher immer vergessen. In KL führt er ein Hostel und bot an, mich auf dem Rückweg von Pangkor im Auto mitzunehmen. Ich nahm das Angebot dankbar an, wir erreichten den Parkplatz an der Fährstation und siehe da: der Herr fuhr einen BMW Z4 Cabriolet in schwarz mit roten Sportsitzen. KNALLER! Auf dem Rückweg regnete es dann so so stark, dass wir auf dem Seitenstreifen anhielten und Willy einen 20-minütigen Nap einlegte, da es sehr anstrengend war, im Regen zu fahren. Am Hauptbahnhof (der so aussieht wie ein Flughafen Terminal) nahm ich dann die Express-Zug zum Airport. Sumatra (Indonesien) – here I come!

Kuala Lumpur: wo bin ich bloss?

Die Busfahrt von Singapur nach, wie alle sagen “KL”, dauerte nur vier Stunden. Unter irgendeiner Brücke wurden wir rausgelassen und da stand ich nun, auf dem Bürgersteig an einer Hauptstraße. Totaler Lärm, schweres Gepäck, feuchte Luft und keinen Plan. Die finanzielle Verhandlung mit dem Taxifahrer gestaltete sich als nervig, sodass ich, stolz auf mein echtes Backpackerverhalten, die Bahn nahm. Nach einer Station stieg ich aus, mit meiner “Maps with Me” App konnte ja auch nix mehr schiefgehen. Good idea but wrong! Fast eine Stunde lief ich umher und fand mein Hostel einfach nicht. Der Rucksack schnitt mir in die Schultern, ich war nassgeschwitzt und nearly den Tränen nahe, weil ich keinen Bock mehr hatte und die Lust auf diese Stadt sekündlich sank. Schlussendlich fand ich es, das “Backhome” und es war ein wirklich tolles Hostel, puristisch eingerichtet, mit vielen Pflanzen und modernen Duschen. Leider regierte der Baulärm über Tag, sodass man definitiv etwas unternehmen musste. Was tun also!? Das tolle an Hostels ist, dass man immer Leute trifft und so habe ich mich Lucy und James (Australien) angeschlossen und wir besuchten die Batu Caves, einen Food Market und gingen, zusammen mit weiteren Leuten aus dem Hostel (vertreten: England, Kalifornien, Deutschland, Australien) zum Dinner auf dem Nightmarket in Chinatown. Den Absacker nahmen wir in einer Rooftop Bar ein, von wo aus man eine schicke Sicht auf den KL Tower hatte.
Tag 2 wollte ich mit Kultur füllen. Sightseeing, endlich mal den Hop-On-Hop-Off Bus nehmen. Ticket gekauft, ab zu Hop-On Station. Die zu finden war für Non-Navigation-Nora leider sehr schwierig. Wieder einmal habe ich mich total verlaufen und bin im Kreis gelaufen wie eine arme Irre, sodass ich mir in einem Café erstmal nen richtigen Cappuchino und nen Cheese Cake gönnte. An dieser Stelle soll erwähnt sein, dass ich keinen Reiseführer in Form eines Buches habe sondern nur ein PDF. Das ist sehr unpraktisch.
What do to? Aufgeben? Never, hab doch das Ticket bezahlt! Also Leute fragen, noch mal nen bisschen umherirren und Station gefunden. Happy in den überfüllten Bus eingestiegen und am Bird-Park runtergehopst. Da war es schöööön ruhig, ich hatte einen vietnamesischen Begleiter, der kaum Englisch sprach (das kann noch lustig werden in Vietnam), und keine Motobikes around! Highlight der Tour (ich hoppte nur noch 2x off, weil es mal wieder regnete), war das Shoppingscenter unter den Petronas Tower (ich kaufte einen gedruckten Travelguide für Sumatra und Java), den KÖNIG von Malaysia zu sehen und der Sonnenuntergang auf dem KL Tower mit Blick auf die Petronas Tower. Mein Fazit von KL: gefällt mir irgendwie nicht so gut, mal ganz abgesehen von meinem verpeilten Stadtstruktur-Verständnis. Ich werde asiatische Großstädte wohl zukünftig eher meiden.

Singapore: ich will Pizza!

Der Besuch in Singapur war eine Freude! Ich habe dort Ricky wiedergetroffen und hatte eine famose Zeit: Girlstalk inkl. Fashionshow, Aircondition, super Kaffee mit Sojamilch, Pool, Pizza & Procecco und: ich konnte meine ganze Wäsche einmal durchwaschen. Ein Traum! Ich fühlte mich nahezu wie in einem 5-Sterne-Hotel, nein, besser! Am ersten Tag tigerte ich in eine Shoppingmall für technische Produkte (hab mich auf dem Weg dahin natürlich erstmal wieder verlaufen und gierte nach der auf 20 Grad Celsius runtergekühlten Mall)
Für eine Hop-on-Hop-off Tour war es am zweiten Tag leider zu regnerisch, daher versuchte ich mich daran, die Post zu finden (1 Stunde, verlaufen) und danach in eine: Shoppingmall. Hier kann man wirklich unendlich viel Zeit verbringen. Und Geld lassen. Was die Asiaten gerne tun. Sie shoppen bis der Arzt kommt und schleppen die Tüten aus dem LV-Store wie ich die Lebensmittel aus dem Aldi…
Am Morgen des dritten Tages nahm ich den luxuriösen Long-Distance Bus nach Kuala Lumpur. Dieser war nicht auf angenehme 20 Grad runtergekühlt, es mussten etwas über die 16 sein. Ich habe mir meine Mütze wieder herbeigewünscht, die ich aber bei Ricky entsorgt hatte. Am Flughafen von Colombo nach Singapur hatte ich mit Erschrecken registrieren müssen, dass mein Backpack bereits 18 Kilo wiegt. So geht das nicht! Also erstmal was raus. Und irgendwie ist auch der neue Schirm viel zu schwer … Zum Glück sind das aktuell die einzigen Probleme, die ich habe.

Du bist immer willkommen!

… heißt das Cover-Image, großzügig übersetzt, sowie auch irgendwie “good-bye”.

Der Abschied von Sri Lanka fiel mir trotz anfänglicher Anfreundungsschwierigkeiten doch recht schwer. Das lag vor allem daran, dass ich so viele schöne Momente erleben durfte, insbesondere mit den “Locals”. Abseits der organisierten Touristentouren, klimatisierten Bus-Rundfahrten und komfortablen Luxustempeln lernte ich liebenswerte Menschen und deren nicht immer einfaches Leben in ihrem geliebten Sri Lanka kennen. Und bei ihnen war ich nicht die Madame aus Germany, mit der sie Business machen wollten oder in mir den ATM auf zwei Beinen sahen.

Am letzten Tag in Matara/Brown Hill gab es dann auch noch einen echten sonntäglichen, singalesischen Stammtisch zusammen mit meinem Host/Freund Chaminanda und seinen Kumpels. Es ging zu wie überall auf der Welt: es wird gegessen, diskutiert, gelacht, zuviel getrunken, gesungen und getanzt. Zuletzt wurde mir von einem der Stammtischbrüder auch noch sein T-Shirt vermacht, er bestand darauf, als ich schon im Tuk Tuk saß zog er es einfach aus und gab es mir. Trikottausch. Und nun: ab geht’s auf ein neues Spielfeld. Singapur-Malaysia-Indonesien

T-Shirt links gehört jetzt mir................
T-Shirt links gehört jetzt mir…………….

Und hier noch ein kleiner Mitschnitt: